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28.08.2019

Historische Anzeigetafel im modernisierten Heinz-Steyer-Stadion?

Erhalt wird Bestandteil des wettbewerblichen Dialogverfahrens zum Stadionumbau

Weltrekorde, Tore, Bestzeiten,‐höhen, und ‐weiten erschienen von 1978 bis 2007 auf der 17,2 Meter mal 8,28 Meter großen und 2,5 Meter tiefen Anzeigetafel in der Westkurve des Heinz‐Steyer‐Stadions.
Ursprünglich sollte die Anzeigetafel im Zuge des bis 2023 geplanten Umbaus und der Modernisierung des Heinz-Steyer-Stadions abgerissen werden.

Eine private Initiative um Christian Piwarz in seiner Funktion als Präsident des American Football Verband Sachsen e. V. sowie Marcus Zillich, Abteilungsleiter Fußball des Dresdner Sportclub 1898 e. V., möchte die Anzeigetafel im Heinz-Steyer-Stadion langfristig erhalten und wieder nutzbar machen. Dabei soll die historische Anzeigetafel nicht moderne Videowalls ersetzen, sondern ergänzend bei Veranstaltungen eingesetzt werden und die alte Steuerungstechnik als eine Art Museum erlebbar machen.

Per Handschlag besiegelten Sportbürgermeister Dr. Peter Lames, Christian Piwarz und Marcus Zillich heute, 28. August 2019, die Aufnahme dieses Themas in die Ausschreibungsunterlagen für das wettbewerbliche Dialogverfahren zum Stadionumbau.

Bürgermeister Dr. Peter Lames: „Mit dem Heinz-Steyer-Stadion verbinden viele Dresdnerinnen und Dresdner schöne und unvergessene Erlebnisse. Gerne nehme ich deshalb den Wunsch und die Anregungen aus der Bürgerschaft auf, einen Teil Stadiongeschichte durch den Erhalt der Anzeigetafel zu bewahren und mit neuem Leben zu füllen. Wir werden diese Aufgabe in die Ausschreibung zum wettbewerblichen Dialog aufnehmen. Die Konzepte der Wettbewerbsteilnehmer werden dann zeigen, ob sich die alte Anzeigetafel sinnvoll und in einem vertretbaren Kostenrahmen in die neue Multifunktionsarena integrieren lässt.“

Die Ausschreibung zum wettbewerblichen Dialogverfahren wird bis zum 13. September 2019 komplettiert. Ende 2020 wird entschieden, welcher Generalunternehmer mit welchem Konzept den Zuschlag für den Umbau des Heinz-Steyer-Stadions erhält.

Hintergrund

Die 1978 eingeweihte Anzeigetafel stammt von der ungarische Firma Elektroimpex. 10 000 Glühbirnen zeigten auf der Konstruktion aus Beton, Stahl und Plastik die Ergebnisse an. Angesteuert wurden sie über ein Lochbandsystem. Der „Pixel“‐ also der Glühbirnenabstand, betrug zehn Zentimeter. Für ein Zeichen wurde ein Feld mit 35 Glühbirnen benötigt, von denen 26 Felder in horizontaler sowie 10 in vertikaler Richtung angeordnet waren. In der untersten Zeile konnten Informationen per Laufschrift eingeblendet werden. Diese besonderen 50 Volt Glühlampen waren schon zu DDR-Zeiten Mangelware. Nach der Wende konnte nur noch auf Restbestände zurückgegriffen werden. Nachdem diese aufgebraucht waren, wurde die Anzeigefläche immer wieder reduziert. 2007 wurde die Anzeigetafel letztmalig bei den Spielen der Dresden Monarchs mit etwa 250 funktionsfähigen Glühbirnen genutzt. Seit 2008 ist sie außer Betrieb.
Links oben auf der Anzeigetafel befand sich eine analoge Uhr mit einem Ziffernblattdurchmesser von zwei Metern. Sie wurde abmontiert, nachdem sie nicht mehr zu reparieren war.

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