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https://www.dresden.de/de/rathaus/aktuelles/pressemitteilungen/2019/08/pm_011.php 02.08.2019 13:24:56 Uhr 21.08.2019 08:08:11 Uhr
02.08.2019

Instandsetzung der Gewölbeunterseite der Albertbrücke schreitet voran

Neuer Radwegeabschnitt ist im Netz

Seit Juni 2018 saniert das Straßen- und Tiefbauamt die 14 Gewölbebögen der Albertbrücke an den Unterseiten. Begonnen wurde an den fünf Bögen der Altstädter Seite. Diese Arbeiten sind abgeschlossen.
Seit Oktober 2018 laufen die Arbeiten auf der Neustädter Seite. Jetzt sind auch die Arbeiten am Pavillon, der grundhafte Ausbau des Elbradweges und die Sanierung der Bogen 14, 13, 11 und 10 fertig. Es laufen noch die Sanierungsarbeiten am Bogen 12 und am Bogen 9 (im Bereich der Mole).

„Ein weiteres Stück Elberadweg auf Neustädter Seite ist fertiggestellt“, stellt Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain fest. „Eine rissige und unebene Dünnasphaltschicht über Wasserbaupflaster wurde durch eine gut zu befahrende Asphaltdecke ersetzt. Wir wollen Radfahren in Dresden Schritt für Schritt sicherer und komfortabler machen“, beschreibt Schmidt-Lamontain das Ziel.

Bei der Sanierung der Gewölbebögen hatten die Bauleute einige Besonderheiten zu meistern:

Besonderheiten Gewölbebögen Altstädter Seite:

Der alte Beton ist an der Oberfläche sehr hart und glatt. Trotz geeigneter Reinigungsverfahren mussten das Material und die Technologie zum Aufbringen des Sanierungsmörtels und des Spritzmörtels ausprobiert und angepasst werden.

Besonderheiten Gewölbebögen Neustädter Seite:

Der Bogen 10 besteht zu einem Drittel aus Sandstein und zu zwei Dritteln aus Beton. Durch den gesamten Bogen zog sich ein großer Riss und Versatz, der durch starke Detonationen 1945 entstanden ist. Erst nach Rückbau der Sandsteine konnte der Riss vernagelt und wieder geschlossen werden. Auch der Beton war stärker beschädigt als erwartet. Der Betonbogen 9 befindet sich in der Elbe. Deshalb galten Auflagen des Wasser- und Schifffahrtamtes: Die Arbeiter errichteten hier einen Schutz für das Gerüst aus sandgefüllten Big Packs. Zusammen mit der Albertbrücke stand die dankmalgerechte Sanierung des Pavillons auf dem Plan. Nach Freilegung der Rückseiten wurden hier größere Schäden festgestellt als erwartet.

Alle Arbeiten auf der Neustädter Seite werden voraussichtlich bis 27. September 2019 abgeschlossen sein. Offen ist dann noch die Instandsetzung der Elbebögen 6 bis 8 (ein Betonbogen, zwei Sandsteinbögen). Diese ist für Februar 2021 bis Oktober 2021 vorgesehen.

Die Arbeiten führte die Sächsische Bau Niederlassung Chemnitz aus. Die Sandsteinarbeiten übernahm die Firma Sächsische Sandsteinwerke GmbH Pirna. Um den umfangreichen Gerüstbau kümmerte sich die Firma Gemeinhardt Gerüstbau Service mbH. Die Instandsetzung der der Gewölbeunterseiten kostet 3,2 Millionen Euro. Das Projekt wurde vom Freistaat Sachsen zu 75 Prozent aus dem Programm für den Kommunalen Straßenbau gefördert.

Zum Hintergrund

1877 wurde die Albertbrücke als letzte reine Steinbogenbrücke in Dresden errichtet. Einen Tag vor Kriegsende 1945 wurde sie teilweise zerstört und innerhalb von zwölf Monaten wiederaufgebaut. Der Wiederaufbau erfolgte als schwach bewehrte Betonbögen mit Sandsteinverblendung. Bis 2014 hat die Brücke unter anderem beim Hochwasser 2002 ihren Dienst als innerstädtische Schwerlastbrücke geleistet, ohne grundlegend saniert oder erneut worden zu sein.

Im Mai 2014 begannen die grundhaften Instandsetzungsarbeiten auf der Brücke, die im Oktober 2016 abgeschlossen waren. Die Gewölbeunterseiten wurden in diesem Zusammenhang nicht saniert. Erst anderthalb Jahre später begannen die Arbeiten an den 14 Bögenunterseiten. Diese Pause war nötig, weil die alten Bögen im Laufe der Jahre viel Wasser aufgenommen hatten. Da nach der Instandsetzung oben eine geschlossene Oberfläche geschaffen wurde, konnten die Bögen austrocknen.

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