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25.06.2019

Borkenkäfer macht auch vor Dresdner Streuobstwiese nicht Halt

Sieben Obstbäume müssen in Johannstadt gefällt werden

Sieben der insgesamt 50 Obstbäume der im Herbst 2018 neuangelegten Streuobstwiese am Johannstädter Elbufer sind vom Borkenkäfer befallen. Am Mittwoch, 26. Juni 2019, werden sie gefällt. Es gibt keine andere Möglichkeit, die weitere Ausbreitung des Schädlings einzudämmen.

Mitarbeiter der Firma ECO Grün haben beim Pflegedurchgang am Montag, 24. Juni, den Befall festgestellt. Die typischen kleinen Löcher am Stamm sind ein unverkennbares Zeichen. „Nun ist schnelles Handeln wichtig“, unterstreicht Umweltbürgermeisterin Eva Jähnigen. „Nach der Fällung müssen die abgesägten Baumteile sofort entsorgt werden, denn sie sind die Brutstätten des Käfers. Gleichzeitig werden wir auch die alte Streuobstwiese am Fährgarten genauer in Augenschein nehmen, um einen etwaigen Befall schnell zu erkennen“, sagt Jähnigen und fährt fort: „Im Herbst 2019 wird das Umweltamt dann Ersatz- und Ergänzungspflanzungen auf der betroffenen Streuobstwiese vornehmen.“

Die Umweltbürgermeisterin erklärt, dass die enorme Trockenheit dem Käfer den Weg geebnet hat: „Das vergangene, sehr trockene Jahr mit dem milden Winter und der nun wieder zu trockene Frühling 2019 machen den Bäumen zu schaffen. Auch die Stürme haben unsere Gehölze geschwächt. Die Bäume sind durch den langen Trockenheitsstress nicht mehr so vital und widerstandsfähig. Da haben Schädlinge wie der Borkenkäfer leichtes Spiel. Zumal Hitze und Trockenheit optimale Bedingungen für die Fortpflanzung des Schädlings liefern.“

Dass städtische Obstbäume vom Borkenkäfer befallen werden, ist recht ungewöhnlich. Besonders stark waren bisher unsere Wälder befallen, wo es vor allem Fichten und Lärchen trifft. Bereits im Herbst 2018 hat die sächsische Forstwirtschaft aufgrund des starken Borkenkäferbefalls Alarm geschlagen. „Die aktuelle Situation zeigt ganz konkret, wie weitreichend die Auswirkungen des Klimawandels sind und wie lange Folgeschäden auftreten, die nicht kurzfristig reparabel sind“, betont Jähnigen. „Klimaanpassung und umweltbewusstes Verhalten ist wichtiger denn je. Wir sind verantwortlich, Natur und Umwelt zu schützen!“

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