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19.06.2019

Entscheidung gefallen: Zwerg aus Breslau steht jetzt am Ratskeller

Über 1800 Dresdnerinnen und Dresdner beteiligten sich an Online-Abstimmung

Bronze-Zwerg mit Sonnenblume und Schleife

Seit heute steht ein Breslauer Zwerg an der Treppe zum Ratskeller am Neuen Rathaus. In einer Online-Abstimmung konnten die Dresdnerinnen und Dresdner vom 16. Mai bis 10. Juni entscheiden, wo der original Breslauer Zwerg stehen soll. Diesen hatte die Stadt Dresden von ihrer Partnerstadt Breslau zum 60. Jubiläum ihrer Städtepartnerschaft geschenkt bekommen. An der Abstimmung haben sich insgesamt 1820 Personen beteiligt. Nun sind die Stimmen ausgezählt: Mit 54,8 Prozent der Stimmen fiel die Entscheidung klar für die Treppe am Ratskeller als künftigen Standort für den Breslauer Zwerg. Auf Platz zwei folgt das Kraszewski-Museum mit 25,1 Prozent, und 20,1 Prozent der Stimmen entfielen auf die Breslauer Straße. Die Landeshauptstadt Dresden bedankt sich für das Interesse und die rege Beteiligung.

Die „Krasnale“, so der polnischer Name der Breslauer Zwerge, sind kleine Glücksbringer für Bewohner und Gäste der Stadt. In den 1980er Jahren wurden sie zum Symbol der friedlichen politischen Protestaktionen der Künstlergruppe „Orange Alternative“ gegen das kommunistische Regime und damit eines geistreichen Widerstandes der wohl farbenfrohesten antikommunistischen Opposition in Polen. Heute sind die Figuren fast überall in der Stadt zu finden, im August 2018 waren es bereits über 600. Sie werden aus Bronze gegossen und haben eine Größe von etwa 30 cm.

Bereits im September 2014 bekam Dresden einen solchen Zwerg, der die Wappen beider Städte trägt und heute am Hietzigbrunnen neben dem Rathaus steht. Der zweite Zwerg mit Sonnenblume und Koffer übernimmt nun an seinem neuen Zuhause am Ratskeller sein Amt als Botschafter und Glücksbringer für die nächsten 60 Jahre der Städtepartnerschaft zwischen Breslau und Dresden. Beide Städte sind nur 270 Kilometer voneinander entfernt; ihre Partnerschaft vereinbarten sie am 7. Mai 1959. Nach einer staatlich geführten Phase bis zur Wende 1989 erhielten die Beziehungen mit der Novellierten Partnerschaftsvereinbarung von 1994 ein neues Fundament. Und nicht zuletzt hat die Erweiterung der Europäischen Union im Jahr 2004 in beiden Städten ein neues Bewusstsein der Zugehörigkeit zu einer gemeinsamen Region geschaffen.

Nach wie vor ist die Partnerschaft ein wunderbares Zeichen der Versöhnung nach den dunkeln Kapiteln in der Geschichte zwischen Deutschen und Polen im vergangenen Jahrhundert. Gleichzeitig aber ist sie aktiv und lebendig dank der Vielzahl von Kontakten und Begegnungen zwischen Bürgern, Vereinen, Institutionen, Schulen und Unternehmen. Enge Verbindungen gibt es in Kunst, Kultur, Wirtschaft und Wissenschaft aber auch in Politik und Verwaltung. Ein besonderer Höhepunkt der Partnerschaft waren die zahlreichen gemeinsamen Projekte während des Europäischen Kulturhauptstadtjahres in Breslau 2016.

Im Rahmen des 60. Jubiläums der Städtepartnerschaft stehen weitere Aktionen an: Am 22. Juni spielt die Band NOTOPOP aus Breslau im Rahmen der „Fête de la Musique meets Europe“ auf dem Neumarkt, und im Oktober nimmt erstmals ein Team aus der Partnerstadt am Dresden-Marathon teil.

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