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04.06.2019

Auf der Zielgeraden zur Kulturhauptstadt Europas 2025

Stadtrat berät über die strategischen Ziele der Bewerbung

Die Bewerbung Dresdens um den Titel Kulturhauptstadt Europas 2025 geht in ihre entscheidende Phase. Bis zum 30. September ist das umfangreiche Bewerbungsbuch bei der Kulturstiftung der Länder einzureichen. Deshalb erhalten die Gremien des Stadtrates jetzt zwei Vorlagen zur Beschlussfassung: Zum einen die inhaltliche Ausrichtung der Dresdner Bewerbung, zum anderen den Ankauf der Robotron-Kantine als eines der zentralen Projekte.

„In der Vorlage zur Bewerbung haben wir die wichtigsten inhaltlichen Eckpunkte unserer Bewerbung skizziert“, erklärt Oberbürgermeister Dirk Hilbert. „Auch haben wir versucht die finanzielle Dimension einer erfolgreichen Bewerbung aufzuzeigen. Ich wünsche mir, dass der Stadtrat an diesem Punkt seine Linie fortführt und unsere Bewerbung mit großer Mehrheit unterstützt.“

Die Dresdner Bewerbung steht unter dem Motto „Neue Heimat Dresden 2025“ und sieht vier Programmstränge vor: „Heimat (Common Ground)“, „Osten und Westen (East and West)“, „Vielfalt und Fremde (Power of Strangeness) und „Neue Heimat X-Culture“.: „Das Besondere an unserer Bewerbung ist unter anderem, dass wir in jedem Themenfeld Projekte haben werden, die vom Kulturhauptstadtbüro kuratiert und begleitet werden. Es gibt aber gleichberechtigt dazu Projekte, die aus der Bürgerschaft selbst entwickelt und durchgeführt werden sollen.“ so die Beigeordnete für Kultur und Tourismus, Annekatrin Klepsch. Diese Projekte entstehen derzeit in einem Beteiligungsprozess, der sogenannten Plattform. „Erste Ergebnisse dieses Prozesses werden am 22. Juni während des Offenen Rathauses zu erleben sein“.

Insgesamt neun strategische Ziele leiten die Dresdner Kulturhauptstadtbewerbung. Sie beginnen bei der Inklusion von deutlich mehr Menschen als bislang in den Prozess des Kulturschaffens, reichen über den Ausbau der internationalen Vernetzung und der digitalen Kulturarbeit und beschreiben die Modernisierung der Geschichtserzählung der Stadt und die Ausrichtung des Kulturhauptstadtprogramms auf die Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen.

Die operativen Ausgaben für die Personal, Sachkosten und künstlerische Projekte im Rahmen der Kulturhauptstadtbewerbung sollen bis zum Jahr 2026 insgesamt 70,6 Millionen Euro betragen. Davon werden knapp 26 Millionen über den städtischen Haushalt finanziert. Die übrigen Mittel sollen durch den Freistaat Sachsen, den Bund und die Europäische Union bereitgestellt werden. 20 Millionen Euro wurden durch den Kabinettsbeschluss der Sächsischen Staatsregierung vom 21. Mai 2019 bereits in Aussicht gestellt. Zudem kalkuliert die Stadt mit Sponsoring- und Ticketeinnahmen.

Neben den operativen Ausgaben will die Landeshauptstadt bis 2025 insgesamt über 244 Millionen Euro in Bauprojekte investieren, welche die Kulturhauptstadtbewerbung unterstützen. Darunter befinden sich die Entwicklung der ehemaligen Robotron-Kantine, der Neubau oder die Sanierung mehrerer Stadtteilhäuser und Kulturzentren, so unter anderem in Prohlis, Friedrichstadt und Neustadt. Auch der Neubau des Verwaltungszentrums am Ferdinandplatz und die Sanierung des Dresdner Fernsehturms als Orte des neuen Miteinanders gehören dazu.

„Natürlich werden die meisten dieser Investitionen auch getätigt, wenn wir nicht Kulturhauptstadt werden sollten. Dennoch wollen wir diesen Teil der Entwicklung der Stadt ganz bewusst in den Kontext unserer Bewerbung stellen und deutlich machen, dass es Dresden nicht um den Titel alleine geht, sondern um die Frage, wie unsere Stadt zu einer Neuen Heimat für viele Menschen und damit beispielgebend für Europa werden kann“, sagt Oberbürgermeister Dirk Hilbert.

Ebenfalls in der Vorlage enthalten: Sollte die Dresdner Bewerbung im Dezember 2019 in die nationale Endauswahlphase weitergeleitet werden, strebt die Landeshauptstadt die Gründung eines städtischen Unternehmens für die weitere Durchführung des Projektes an.

Die zweite Vorlage der Verwaltung beschäftigt sich mit dem Ankauf der Robotron-Kantine im Lingner-Areal. „Von vielen Bürgerinnen und Bürgern gibt es den nachvollziehbaren Wunsch dieses Stück Geschichte der Stadt zu erhalten“, so der Oberbürgermeister. „Damit ein solcher Schritt aber sinnvoll ist, braucht es eine kreative und dem Ort angemessene Nutzung. Über diese Nutzung wollen wir im Rahmen der Kulturhauptstadtbewerbung mit Kultur und Wissenschaft diskutieren und so ein tragfähiges Konzept entwickeln. Dann könnte die Robotron-Kantine ein Leuchtturm auf dem Weg in das Jahr 2025 werden. Die wichtigste Voraussetzung dafür ist aber, dass die Stadt das entsprechende Grundstück in ihren Besitz bringt.“
Der Oberbürgermeister hat aus diesem Grund Verhandlungen mit dem Besitzer geführt und schlägt dem Stadtrat nun einen Kaufpreis von rund 2,1 Millionen Euro vor.

Beide Vorlagen werden voraussichtlich am 4. oder 5. Juli 2019 im Stadtrat behandelt.

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