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https://www.dresden.de/de/rathaus/aktuelles/pressemitteilungen/2019/05/pm_090.php 27.05.2019 10:22:18 Uhr 22.09.2019 13:15:41 Uhr
22.05.2019

Grün aufs Dach macht gute Luft

Umweltamt stellt Gründachkartierung vor und ruft Wettbewerb aus

Auf knapp einem Prozent der Dresdner Dächer grünt und blüht es. Die Hälfte dieser grünen Dächer befindet sich auf privaten Gebäuden. Sieben Prozent sind auf städtischen Gebäuden wie Schulen oder Turnhallen zu finden. Die restlichen Gründächer gehören Unternehmen, Wohnquartieren und Behörden.

Das ist das Ergebnis der Gründachkartierung, die das Dresdner Umweltamt durchführen ließ. Die EFTAS Fernerkundung Technologietransfer GmbH erfasste dafür mit einer vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt e. V. entwickelten Software die Dächer in Dresden.
„Das Ergebnis der Kartierung ist ernüchternd und deshalb eine Herausforderung,“ konstatiert Eva Jähnigen, Umweltbürgermeisterin der Landeshauptstadt Dresden. „Begrünte Fassaden und Gründächer sind ein wichtiger Baustein, um in kompakt bebauten Großstädten die Überwärmungseffekte zu mildern. Grün in der Stadt verbessert das Stadtklima auf lange Zeit“, erklärt Jähnigen.

Um in der Kartierung aufgenommen zu werden, waren zwei Kriterien wichtig: Das kartierte Dach ist mindestens zehn Quadratmeter groß und die Grünfläche muss mindestens zehn Prozent der Dachfläche abdecken. Datengrundlage der Kartierung sind hoch aufgelöste Luftbildaufnahmen und Gebäudeinformationen aus dem Jahr 2017. Ausgewertet wurden die Daten Anfang 2019. Sie können nun in der Stadtklimaanalyse, der Modellierung von Entwässerungsplanungen oder in Biodiversitätsstrategien Anwendung finden. Das Verfahren ist einfach und kostengünstig. Regelmäßig, in Abständen von drei bis fünf Jahren wird beobachtet, wie sich der Gründachbestand in Dresden entwickelt.

„Dresden wächst. Der Bedarf an Wohnraum und Infrastruktur steigt. Damit Dresden eine grüne und lebenswerte Stadt bleibt und gleichzeitig die innerstädtische Verdichtung möglich ist, wollen wir Gebäudebegrünung als nachhaltige Bauweise fördern,“ erläutert Wolfgang Socher, Leiter des städtischen Umweltamtes. „Die Kartierungsergebnisse zeigen, dass wir in Dresden noch enormes Potenzial bei der Gebäudebegrünung haben. Wir müssen in der Verwaltung überlegen, wie wir Bauherren motivieren, Gründächer und Fassadengrün in ihr Bebauungskonzept zu integrieren.“

Dachbegrünung in der Stadt bietet neben den klimatischen Effekten weitere ökologische Vorteile. Dazu gehören der Regenwasserrückhalt, Raum für Artenvielfalt und bessere Luftqualität. „Vorhandene Flächen sollten viel stärker genutzt werden. Denkbar sind auch Dachgärten für die Bewohner der Gebäude,“ fügt der Amtsleiter hinzu.

Die neue Gründachkartierung der Landeshauptstadt ist ab sofort im Themenstadtplan unter stadtplan.dresden.de, Thema Umwelt, Stadtklima einsehbar. Die Punktdarstellungen zeigen die Dachflächen, auf denen eine Begrünung von mehr als zehn Prozent erfasst wurde. Da die Gründachkartierung auf einer vollautomatisierten Auswertung einer Software basiert, ist keine Gewähr auf Vollständigkeit und Richtigkeit gegeben. Bei fehlenden oder falsch erfassten Gründächern wenden Sie sich bitte an stadtklima@dresden.de.

Wettbewerb

Um das Thema stärker in den Fokus zu rücken startet die Landeshauptstadt jetzt gemeinsam mit dem Bundesverband GebäudeGrün e. V. einen Wettbewerb zur Dach- und Fassadenbegrünung unter dem Motto „Dresden baut grün“. Umweltbürgermeisterin Eva Jähnigen: „Wir suchen ab sofort das schönste Gründach und die schönste naturgrüne Fassade in Dresden. Ausgezeichnet werden besonders innovative grüne Lösungen. Beteiligen können sich an dem Wettbewerb Gebäudeeigentümer, Bewohner und Planer entsprechender Objekte. Ich bin gespannt auf die Ideen“.

Eine Fachjury wird nach Kriterien wie Ökologie, Ästhetik oder Erlebbarkeit die Preisträger der jeweiligen Kategorien ermitteln. Der Wettbewerb läuft bis 15. September 2019. Alle Informationen zum Wettbewerb sowie die notwendigen Teilnahmeunterlagen stehen unter www.dresden.de/bautgruen

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