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https://www.dresden.de/de/rathaus/aktuelles/pressemitteilungen/2019/05/pm_079.php 22.05.2019 11:18:53 Uhr 22.09.2019 13:06:31 Uhr
20.05.2019

Rauch und Feuer: Brandsimulationsanlage bietet reale Übungsbedingungen

Brandschutzerziehungszentrum Feuerwache Dresden-Albertstadt modern ausgestattet

Am Montag, 20. Mai 2019 übergibt der Erste Bürgermeister Detlef Sittel der Feuerwehr Dresden die moderne Brandsimulationsanlage für das Ausbildungszentrum der Feuerwache Albertstadt. Für die Brandschutzerziehung gibt es außerdem einen neuen Gerätewagen.

„Jeder Brandeinsatz ist mit Gefahren für unsere Einsatzkräfte verbunden. Deshalb ist regelmäßiges Üben und eine praxisnahe Ausbildung unserer Kameradinnen und Kameraden die Grundlage für ein erfolgreiches Handeln im Einsatz. Wenn man sich vorstellt, dass in Brandräumen 700 Grad Celsius herrschen. Außerdem verhindert der Rauch fast jede Sicht. Und doch müssen sich die Kameraden orientieren und dabei oft Menschen retten. Solche Einsätze sind äußerst anspruchsvoll und belastend. Mit der neuen Brandsimulationsanlage haben wir für unsere Kameradinnen und Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr und der Berufsfeuerwehr optimale Voraussetzungen geschaffen. Hier können sie sich auf den Einsatz im Ernstfall vorbereiten. Geübt wird mit echten Flammen, starker Hitze und Wasserdampf sowie dichtem Rauch. Das sind einsatznahe Bedingungen“, stellt der Erste Bürgermeister Detlef Sittel fest.

Die neuen Übungsräumlichkeiten ersetzten die alte Anlage in Übigau. Sie verbessern die Aus- und Fortbildung der Feuerwehrangehörigen und sind auf dem aktuellen Stand der Technik. Geübt werden kann an sechs verschiedenen Brandstellen die Brandbekämpfung und die Personenrettung. Die Brandstellen werden mit Propangas betrieben. Sie können auf drei Flammenhöhen zur Darstellung unterschiedlicher Brandintensitäten und Löscherfolge eingestellt werden. Folgende Übungsräume gibt es: Garage mit auf Gleitschienen verschiebbarer PKW-Attrappe (25 Quadratmeter); eine Werkstatt mit um 90 Grad drehbarem Regalteil (25 Quadratmeter); Lager mit Tisch (11 Quadratmeter); Küche mit Kochherd, Dunstabzugshaube und einer Fritteuse zur Simulation eines Fettbrandes (26 Quadratmeter) und Wohnzimmer mit Sofa (25 Quadratmeter). In diesem Raum kann eine Rauchgasdurchzündung an der Decke (Roll-Over) simuliert werden.

Im Dachgeschoss gibt es Verbindungen zu den freien Dachflächen und der Außenfassade. So können Taktiken und Techniken für das Orientieren, Suchen, Auffinden und Retten von Personen, der Eigen- oder Selbstrettung sowie Notfallrettung von Atemschutzgeräteträgern erlernt, trainiert und gefestigt werden. Alle Räume sind mit Nebelgeräten ausgestattet. Mit dem Nebel können unterschiedliche Sichtweiten bei Bränden simuliert werden.

Die Anlage wird zentral über einen Leitstand im Nachbargebäude gesteuert und überwacht. Kameras außen und Wärmebildkameras innen zeichnen großflächig die Übungen auf. Die Kameradinnen und Kameraden werden zudem stets von Trainern begleitet. Trainer können per Funkfernbedienung die Steuerung auch direkt vor Ort übernehmen. Sensoren in den Brandstellen erkennen Löschwasser und erlauben zusammen mit der Steuerungssoftware programmierbare Übungsabläufe.

Gleichzeitig können drei Gruppen auf verschiedenen Ebenen üben. Auch größere Übungsszenarien für bis zu zwei Löschzüge können simuliert werden. Dabei sind die Brandbekämpfung auf zwei Ebenen, eine parallele Personensuche im Dachgeschoss sowie die Rettung von Personen über Dach, Balkon oder Treppenraum möglich.

Das Löschwasser wird aus Unter- und Überflurhydranten in unmittelbarer Nähe auf dem Übungsgelände entnommen. Im Brandhaus fängt eine Zisterne das verbrauchte Löschwasser dann wieder auf. So kann es mehrmals genutzt werden.

Die Brandsimulationsanlage umfasst auf einer Grundfläche von zwölf mal elf Metern über eine Höhe von 12,5 Metern drei Geschosse mit einer Gesamtfläche von 132 Quadratmetern. Insgesamt sind hier 30 Tonnen Stahl und 300 Kubikmeter Beton verbaut. An einen zentralen Technikschacht schließen sich verschiedenen Übungsräume an. Sie sind über ein Treppenhaus und verschiedene Punkte zum Anleitern von außen erreichbar. Den Rohbau übernahm die Firma NBL GmbH Bau Lockwitzgrund. Die Simulationsanlage baute die Firma KFT Fire Trainer GmbH. Insgesamt kostete das Projekt 1 430 000 Euro. Etwa 470 000 Euro sind davon für den Bau und rund 960 000 Euro für die technische Ausstattung ausgegeben worden.

Gerätewagen Brandschutzerziehung

Passend zur Inbetriebnahme der Brandsimulationsanlage übergibt der Erste Bürgermeister Detlef Sittel einen neuen Gerätewagen Brandschutzerziehung an die Feuerwehr Dresden. Dieses Fahrzeug sieht aus wie ein Löschfahrzeug, ist aber keins. Es verfügt, teils in kleinerem Maßstab, über Pumpe, Strahlrohre und Schläuche und Unterrichtsmaterialien für die Brandschutzerziehung. Es dient der Nachwuchsarbeit bei den 20 Dresdner Jugendfeuerwehren. Mit dem Gerätewagen Brandschutzerziehung wird es möglich, auch direkt zu Kindertagesstätten und Schulen zu fahren und vor Ort Brandschutzerziehung anzubieten. Das Fahrzeug wurde durch die Firma Brandschutztechnik Stolpen geliefert. Es wurden ca. 110 000 Euro investiert.

Seit November 2012 gibt es das Brandschutzerziehungszentrum in der Feuerwache Altstadt. seitdem haben bis Ende 2018 insgesamt schon über 20 000 Kinder, Jugendliche und Erwachsene an Fortbildungsmodulen teilgenommen. Für 2019 sind fast alle Lehrgangstermine vergeben. Der Erste Bürgermeister Sittel betont: "Die Kinder- und Jugendarbeit hat bei der Feuerwehr Dresden einen sehr hohen Stellenwert. Die Landeshauptstadt Dresden hat den gesetzlichen Auftrag zur Brandschutzerziehung. Es ist enorm wichtig für die Kinder und Jugendlichen, den Umgang mit den Gefahren sowie das Absetzen von Notrufen zu erlernen. Wir sehen hier auch unsere Aufgabe und Chance, die Feuerwehrfrauen und -männer von morgen zu gewinnen. Im Ehrenamt und im Beruf bei der Feuerwehr müssen wir langfristig große Anstrengungen unternehmen, um Interesse an der Feuerwehr Dresden zu wecken und zu halten.“

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