Landeshauptstadt Dresden - www.dresden.de

https://www.dresden.de/de/rathaus/aktuelles/pressemitteilungen/2019/05/pm_014.php 03.05.2019 10:49:39 Uhr 22.05.2019 14:04:15 Uhr
03.05.2019

Südvorstadt: Gedenken für die Gefallenen vom Mai 1849

Erster Bürgermeister ist auf dem Alten Annenfriedhof dabei

Ausschnitt Obelisk mit Inschrift: "Den Toten der Maikämpfe 1849"

Anlässlich des 170. Jahrestages des Dresdner Maiaufstandes 1849 gibt es eine Gedenkveranstaltung am Donnerstag, 9. Mai 2019, 11 Uhr, auf dem Alten Annenfriedhof an der Chemnitzer Straße 32. Sie wird vom Verein Denk Mal Fort! - Die Erinnerungswerkstatt Dresden e. V. und dem Verband der Annenfriedhöfe durchgeführt. Zu diesem Anlass spricht der Erste Bürgermeister der Landeshauptstadt Dresden, Detlef Sittel, ein Grußwort. Weiterhin dabei sind die Pfarrerin Angelika Behnke von der Frauenkirche Dresden und Justus H. Ulbricht vom Dresdner Geschichtsverein e. V. Der Schauspieler Robby Langer trägt zeitgenössische Gedichte und Briefe vor. Zum Abschluss können die Besucherinnen und Besucher der Gedenkstunde einzelne Blumen am Massengrab für die Gefallenen niederlegen.

Der vor allem von radikaldemokratischen Kräften initiierte Dresdner Maiaufstand vom 3. bis zum 9. Mai 1849 war der letzte verzweifelte Versuch, die politischen Ergebnisse der Revolution von 1848/49 in Sachsen zu sichern. Dies führte zum offenen Bürgerkrieg auf den Straßen der sächsischen Residenzstadt, zu einer mit militärischen Mitteln ausgetragenen Machtprobe zwischen Demokratie und Monarchie. Der Aufstand scheiterte schließlich und wurde von sächsischen und preußischen Truppen mit großer Härte niedergeworfen.

Ein Großteil dieser Todesopfer wurde auf dem Annenfriedhof (ab 1875: Alter Annenfriedhof) und auf dem Trinitatisfriedhof in Johannstadt, Fiedlerstraße 1, beerdigt. Die Beisetzung auf dem erst 1848 geweihten Annenfriedhof fand am 11. Mai statt. Dazu wurden sechs Grabstellen zu einem gemeinschaftlichen Grab hergerichtet. In einer Tiefe von 3,40 Meter begrub man drei Reihen Leichen übereinander. Von den insgesamt 47 Beigesetzten waren nur 24 namentlich bekannt. Die meisten der identifizierten Toten stammten nicht aus Dresden.

Auf Grundlage von Beschlüssen der Stadtverordneten vom 4. Oktober 1869 und vom 20. Februar 1992 finanziert die Stadt Dresden die Pflege der Gräber. Zu Beginn der Weimarer Republik erfolgte eine bauliche Aufwertung der Anlage und der heute noch sichtbare Obelisk wurde errichtet. 1945 zerstörten Bomben die Grabstelle, die jedoch schon kurze Zeit später wieder in Stand gesetzt werden konnte.

Drucken