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30.04.2019

„Telefon des Vertrauens“ seit dreißig Jahren am Netz

Dresdner Fachtagung blickt auf alte und neue Herausforderungen im Psychosozialen Krisendienst

Im Mai 1989, also vor dreißig Jahren, klingelte in Dresden zum ersten Mal das „Telefon des Vertrauens“. Unter der Nummer 0351-8041616, ist das Krisentelefon jeden Tag, auch am Wochenende und an Feiertagen, von 17 bis 23 Uhr erreichbar und hat sich als wichtiges Angebot des Gesundheitsamtes etabliert und behauptet. Amtsleiter Jens Heimann erklärt: „Indem wir Menschen in seelischen Notlagen unterstützen, leisten wir einen bedeutenden Beitrag zur psychologischen Krisenversorgung in unserer Stadt.“

Die Angebote des Krisentelefons und des Psychosozialen Krisendienstes richten sich an erwachsene Dresdnerinnen und Dresdner, die sich in akuten psychischen Belastungs- und Krisensituationen befinden. Jährlich klingelt das Krisentelefon etwa 2 100 Mal. Themen wie Partnerschafts- und Familienkonflikte, Trennung und Scheidung sowie Überforderungssituationen in Familie, im Umfeld oder auf Arbeit werden dabei häufig angesprochen. Auch der Verlust eines Angehörigen und traumatische Erlebnisse, wie beispielsweise Unfälle oder Gewalterfahrungen, können Menschen zum Krisendienst führen.

Dessen Angebote sind kurzfristig und kostenfrei nutzbar. So helfen nicht nur das Zuhören und die Gespräche am Telefon, sondern auch persönliche Beratungen in der Beratungsstelle Ostra-Alle 9. Bis zu fünf Termine können hier schnell und unkompliziert bei Psychologen – auf Wunsch auch anonym – wahrgenommen werden. Die Fachkräfte stehen den Betroffenen in ihrer schwierigen Situation zur Seite, geben Halt und Orientierung. Sie versuchen, mit ihnen gemeinsam erste Lösungsschritte zu entwickeln, nach weiterführenden Hilfsangeboten zu suchen und bis dahin zu überbrücken. Annähernd 2 500 Gespräche führen die vier Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Psychosozialen Krisendienstes jährlich. Die Angebote des Krisendienstes und des Krisentelefons werden dabei zu über sechzig Prozent von Frauen in Anspruch genommen.

Krisen werden stets subjektiv erlebt, und es braucht schnelle Unterstützung, um eine Zuspitzung zu vermeiden. Ein wesentlicher Schwerpunkt der Arbeit ist deshalb die Suizidprävention durch Gesprächsangebote für Betroffene und Angehörige. Regelmäßige Öffentlichkeitsarbeit zu dieser Thematik erfolgt anlässlich des jährlichen Weltsuizidpräventionstages (nächster am 10. September 2019). Auch im Internet bietet die Landeshauptstadt unter www.dresden.de/suizidpraevention spezielle Informationen zu Anzeichen von Suizidalität und Hilfsmöglichkeiten. Zudem ist unter www.dresden.de/krisendienst der sogenannte Krisenwegweiser erreichbar, der jährlich durch den Krisendienst als Beilage zum Dresdner Amtsblatt herausgegeben wird. Außerdem ist der Psychosoziale Krisendienst mit unterschiedlichen Institutionen und Beratungsangeboten in Dresden eng vernetzt. So engagieren sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zum Beispiel im Traumanetz Sachsen, im Dresdner Bündnis gegen häusliche Gewalt und im Arbeitskreis Psychosoziale Notfallversorgung.

Anlässlich des 30-jährigen Bestehens des Psychosozialen Krisendienstes findet am Mittwoch, 8. Mai, im Landhaus Dresden (Stadtmuseum, Wilsdruffer Straße 2) von 13 bis 17.45 Uhr eine Jubiläumstagung statt. Dazu hat das Dresdner Gesundheitsamt namhafte Referenten eingeladen, die unter dem Titel „Alte und neue Herausforderungen der Krisenintervention“ über verschiedene Themen sprechen. Interessierte Fachkräfte sowie Bürgerinnen und Bürger sind herzlich zu der Veranstaltung eingeladen. Informationen zum Programm und zur Anmeldung gibt es online unter www.dresden.de/krisendienst.

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