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03.04.2019

Gedenken an Jorge Gomondai

Abschluss der Internationalen Wochen gegen Rassismus in Dresden

Am Sonnabend, 6. April 2019, findet das öffentliche Gedenken in Erinnerung an Jorge Gomondai statt.
Der 1962 in Mosambik geborene Jorge João Gomondai kam 1981 als Vertragsarbeiter in die DDR. Er starb am 6. April 1991 im Alter von 28 Jahren an den Folgen eines rassistischen Übergriffs. Gomondai wurde am Ostersonntag, 1. April 1991, in einer Dresdner Straßenbahn von einer Gruppe junger Menschen bedrängt und mit rassistischen Äußerungen beleidigt. Gegen 4 Uhr fand die Straßenbahnfahrerin ihn blutüberströmt neben den Gleisen am Albertplatz liegend. Er starb fünf Tage darauf an den Folgen seiner schweren Kopfverletzungen.

Beginn des Gedenkens ist 15.30 Uhr mit einem Mahngang durch die Dresdner Neustadt zu Orten, die bereits Schauplätze rechter Gewalt waren. Interessierte sind ab 15.30 Uhr am Treffpunkt Alaunplatz herzlich willkommen. Ab 17 Uhr findet die Gedenkfeier direkt am Gedenkstein auf dem Jorge-Gomondai-Platz mit Redebeiträgen, Blumenniederlegungen und einem musikalischen Rahmenprogramm statt.

Ab 19 Uhr sind Interessierte in den Weltklub des Afropa e. V., Königsbrücker Straße 13, eingeladen.
Angelika Nguyen referiert in ihrem Vortrag „Zwischen Solidarität und Rassismus – ein ostdeutsches Phänomen?“ über Rassismus und Fremdsein in der DDR, Charakter und Ursachen rassistischer Gewalt in den frühen 1990er Jahren und über die gegenwärtigen Entwicklungen in Deutschland. Die Filmwissenschaftlerin und Autorin wuchs als Tochter eines Vietnamesen und einer Deutschen in der DDR auf. Sie drehte 1991 den Dokumentarfilm „Bruderland ist abgebrannt“ über vietnamesische Immigrantinnen und Immigranten in Ostberlin. Außerdem schrieb sie 2011 den Essay „Mutter, wie weit ist Vietnam?“ über Rassismus in ihrer Kindheit.

Die Veranstaltungen werden vom Vorbereitungskreis für das Gedenken an Jorge Gomondai organisiert, an dem sich neben engagierten Dresdnerinnen und Dresdnern, Vereinen und Initiativen auch die Landeshauptstadt Dresden sowie der Integrations- und Ausländerbeirat der Stadt beteiligen.

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