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07.03.2019

Molch, Frosch und Kröte unterwegs für den Nachwuchs

Ehrenamtliche helfen etwa 10 000 Tieren bei der sicheren Überquerung von Straßen

Helfer Lothar Edelmann mit einer kleinen Kröte in der Hand
Lothar Edelmann ist einer der ehrenamtlichen Helfer, die die aufgefangenen Tiere über die Straße bringen.
© Barbara Knifka

Bei acht Grad geht es los: Frösche, Kröten und Molche begeben sich auf den Weg zu ihren Laichgewässern. Damit die Amphibien im Frühjahr überhaupt aktiv werden, muss der Boden ausreichend feucht und frostfrei sein. Alle heimischen Lurche sind für ihre Fortpflanzung auf Wasser angewiesen. Das erreichen sie im Frühjahr wandernd. Im Wasser folgen dann die Paarung, die Eiablage oder das Ablaichen. Aus dem Laich entwickeln sich Kaulquappen und aus denen, je nach Eltern der erwachsene Molch, ein Frosch oder eine Kröte. Wer nicht permanent im Wasser lebt, wie die Erdkröte oder der Springfrosch, der wandert wieder vom Gewässer weg in seinen Landlebensraum, bis zum nächsten Frühjahr.

Auf dem Weg von ihren Winterquartieren zu den Laichgewässern müssen manche Tiere stark befahrene Straßen queren. Um Verluste durch den Straßenverkehr zu vermeiden, baut die Stadt Dresden seit Ende Februar Amphibienschutzzäune auf. Hinter den Zäunen sind Eimer eingegraben. Die verliebten Lurche, die im Eimer aufgefangen sind, werden von Anwohnern, Naturschutzhelfern oder Mitgliedern von Naturschutzverbänden über die Straße getragen. Die Fangeimer müssen morgens und abends geleert werden. Außerdem registrieren die Helferinnen und Helfer alle wandernden Tiere. Im vergangenen Jahr konnte in Dresden über 10 000 Tieren auf diese Weise über die Straße geholfen werden. In Dresden werden alle Amphibienzäune ehrenamtlich betreut. Etwa 30 Menschen teilen sich diese Aufgabe.

Im Dresdner Stadtgebiet begeben sich hauptsächlich Erdkröten und Grasfrösche auf Wanderung, selten auch die Knoblauchkröte oder der Springfrosch. Alle gehören zu den gesetzlich geschützten Arten. Die wechselwarmen Tiere sind wichtig für unser heimisches Ökosystem und ein nützlicher Teil der Nahrungskette.

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