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28.02.2019

„Julius Ferdinand Wollf – Suche nach einem Ausgelöschten“

Buchlesung im Stadtarchiv

Mann im Anzug mit runder Brille vor Zeitungsausschnitt
© Titelblatt des Buches von Jens Fritzsche „Julius Ferdinand Wollf - Suche nach einem Ausgelöschten“

Am Donnerstag, 14. März 2019, lädt das Stadtarchiv Dresden um 18 Uhr zu einer Buchlesung in die Elisabeth-Boer-Straße 1 ein. Alexander Atanassow liest „Julius Ferdinand Wollf – Suche nach einem Ausgelöschten“ von Jens Fritzsche.

Julius Ferdinand Wollf, geboren 1871 in Koblenz, war ein studierter Wirtschaftsfachmann, Theaterdramaturg und Autor. Der Herzblut-Journalist zog 1903 von München nach Dresden und übernahm die zu dieser Zeit auflagenstärkste Zeitung Sachsens, die „Dresdner Neuesten Nachrichten“, als Chefredakteur und Herausgeber. Wollf stieg zudem rasant zur Nummer zwei der deutschen Verlegerschaft auf und war ein an Universitäten und in zahllosen Verbänden gefragter Referent und Akteur, auch wegen seiner positiven Beurteilung progressiver Stücke und Autoren.

Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 wurde Wollf, der Christ jüdischer Abstammung war, mit einem Berufsverbot belegt und sukzessive seiner gesellschaftlichen Stellung enthoben. Am 27. Februar 1942 nahmen sich Julius Ferdinand Wollf und seine Frau Johanna Sophie in Dresden das Leben.

Mit seinem Tod verschwand der Name des Kosmopoliten Wollf aus dem kollektiven Gedächtnis der Stadt und erst die aufwändig recherchierte Biografie von Jens Fritzsche wird den „Ausgelöschten“ nun zurückholen.

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