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26.02.2019

Identitätskrise in einem zerrissenen Land – Der Versuch einer Annäherung

Kulturhauptstadtbüro Dresden 2025 lädt zur Filmvorführung mit anschließender Podiumsdiskussion

Am Dienstag, 5. März, 18 Uhr, lädt das Kulturhauptstadtbüro Dresden 2025 zur Filmvorführung mit anschließender Podiumsdiskussion in die Schauburg, Königsbrücker Straße 55. Gezeigt wird der Film „Montags in Dresden“ der Regisseurin Sabine Michel. Anschließend widmen sich die Regisseurin, der Schriftsteller Lukas Rietzschel sowie Michael Schindhelm, Kurator der Dresdner Kulturhauptstadtbewerbung, bei der Podiumsdiskussion der aktuellen Identitätskrise. Der Eintritt ist frei.

Seit über vier Jahren laufen jeden Montag hunderte Menschen als „Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes“ (Pegida) durch Dresden. Ihre Ansichten und Parolen spalten die Stadt, spalten das Land. Die Grimmepreisträgerin und gebürtige Dresdnerin Sabine Michel hat in „Montags in Dresden“ drei Demonstranten über ein Jahr lang begleitet und sie nach ihren ganz privaten Gründen für das Aufbegehren gefragt. „Sabine Michel hat keinen politischen, sondern einen eher psychologischen Ansatz, sie will niemanden übertrumpfen, sie will nicht Recht haben, sie will wissen, was ihre Protagonisten im Innersten antreibt. Sie hat einen Film über die Wut gemacht, die seit vielen Jahren gärt und sich seit 2014 öffentlich zeigt. Was steckt dahinter? Was sind die wahren Ursachen?“, so Autorin und Journalistin Sabine Rennefanz.

Der Schriftsteller Lukas Rietzschel, geboren in Räckelwitz und aufgewachsen in Kamenz, beschreibt in seinem hochgelobten Debütroman „Mit der Faust in die Welt schlagen“ das langsame Wachsen des Zorns insbesondere in der sächsischen Provinz der Nachwendezeit. Eine hochaktuelle literarische Auseinandersetzung mit unserem zerrissenen Land.


Bei der Podiumsdiskussion stehen folgende Fragen im Mittelpunkt: Warum ist gerade im Osten Deutschlands das Phänomen Pegida so präsent? Wann haben das Fremdheitsgefühl und das Misstrauen ihren Anfang genommen? Um welche Ängste geht es eigentlich? Welche Rolle spielt die immer noch herrschende Ungleichheit zwischen Ost und West? Werden alte Ressentiments gegenüber „denen da oben“ auf das Heute übertragen? Diese Fragen stehen in engem Zusammenhang mit dem Motto „Neue Heimat Dresden 2025“ der Dresdner Kulturhauptstadtbewerbung.

Hintergrund Kulturhauptstadt Europas Dresden 2025

Bis zum 30. September 2019 muss Dresden die Bewerbung um den Titel „Kulturhauptstadt Europas 2025“ einreichen. Danach folgt ein zweistufiges Auswahlverfahren durch eine unabhängige europäische Jury. Ende 2020 wird die „Kulturhauptstadt Europas 2025“ durch die Kultusministerkonferenz ernannt. Das Programm „Kulturhauptstädte Europas“ wurde 1985 auf Initiative der damaligen griechischen Kulturministerin Melina Mercouri vom Rat der Europäischen Gemeinschaft ins Leben gerufen. 2025 ist Deutschland neben Slowenien berechtigt, eine Kulturhauptstadt zu nominieren. Bisherige deutsche Kulturhauptstädte waren West-Berlin (1988), Weimar (1999) und Essen (Ruhr.2010). Den Titel „Kulturhauptstadt Europas“ tragen dieses Jahr Matera (Italien) und Plovdiv (Bulgarien).

Weitere Informationen zur Bewerbung um den Titel „Kulturhauptstadt Europas 2025“:
www.dresden.de/kulturhauptstadt

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