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07.02.2019

Innovative Chip-Technologie macht Strahlentherapie sicherer

Gemeinsames Projekt für mehr Patientensicherheit der Firma SAW COMPONENTS und des Städtischen Klinikums erfolgreich

Die Strahlentherapie ist eine etablierte und häufig angewandte Methode zur Behandlungen vieler Erkrankungen. Das Städtische Klinikum Dresden betreibt auf diesem Gebiet u. a. eine Röntgentherapieanlage, in der über 1400 Patienten pro Jahr behandelt werden. Die Anlage wird überwiegend zur Schmerzbestrahlung bei Arthrosen in Schulter-, Hüft- und Kniegelenk oder degenerativen Bindegewebserkrankungen, aber auch bei oberflächennahen Tumoren, eingesetzt. Aufgrund der eingesetzten Strahlung unterliegen die Behandlungen hohen Sicherheitsanforderungen. Gemeinsam haben das Technologie-Unternehmen SAW COMPONENTS Dresden GmbH und das Städtische Klinikum Dresden ein zusätzliches System entwickelt, um eine Fehlbestrahlung vollständig auszuschließen. Das erhöht die Behandlungssicherheit für die Patienten und erleichtert die Arbeit der Mitarbeiter.

Das Amt für Wirtschaftsförderung hat für das Vorhaben 28 800 Euro bereitgestellt. Insgesamt unterstützt die Landeshauptstadt Dresden derzeit 16 Projekte von Unternehmen und Forschungseinrichtungen in der Stadt mit rund einer Million Euro im Rahmen der 2017 ins Leben gerufenen Innovationsförderung. „SAW COMPONENTS und das Städtische Klinikum haben gemeinsam eine innovative Medizintechnik-Anwendung umgesetzt, die jetzt sogar für den Gerätehersteller in Großbritannien interessant wird. Das ist großartig“, sagt Dr. Robert Franke, Leiter des Amtes für Wirtschaftsförderung der Landeshauptstadt Dresden. Denn Ziel der Innovationsförderung sei es eben auch, in Dresden die Entwicklung innovativer Technologien zu begünstigen und deren Expansion in die Welt zu forcieren, so Franke weiter.

In der Röntgentherapieanlage werden sogenannte Applikatoren bzw. Tubusse verwendet. Das sind Zylinder, die, je nach Größe des zu behandelnden Areals eingesetzt werden. Bislang konnte die Anlage nicht erkennen, welcher Tubus angebracht wurde. Ziel des gemeinsamen Projektes war es, diese Fehlerquelle zu beseitigen und eine automatische Erkennung zu entwickeln, um eine Fehlbestrahlung zu vermeiden und eine möglichst erfolgreiche Behandlung zu gewährleisten. „Unsere Mitarbeiter sind exzellent ausgebildet und arbeiten sehr aufmerksam. Bei uns ist es daher noch nie zu einer Fehlbehandlung gekommen. Dennoch wollten wir den Prozess für alle Beteiligten verbessern. Diese neue Medizintechnik-Lösung bietet Patienten wie Mitarbeitern noch mehr Sicherheit“, erläutert Dr. Knut Merla, Medizinphysiker in der Abteilung Strahlentherapie des Städtischen Klinikums Dresden.

Die Erkennung der Tubusse erfolgt ab sofort drahtlos über ein Radio Frequency Identification (RFID)-System. „Marktübliche RFID-Systeme auf Halbleiterbasis sind empfindlich gegenüber Röntgenstrahlung. Unsere innovative SAW IDENT-Technologie ermöglicht die drahtlose Identifikation der Tubusse auch im Dauereinsatz unter intensiver Strahlung über akustische Oberflächenwellen“, erklärt Steffen Zietzschmann, Geschäftsführer SAW COMPONENTS Dresden GmbH. Die SAW-Transponder wurden außen an den Tubussen befestigt, die zugehörige Leseelektronik in das externe Sicherheitssystem des Gerätes integriert, und stellen damit keinen Eingriff in das Röntgengerät dar.

Im Anschluss an das Projekt sollen Gespräche mit dem Hersteller der Röntgenanlage beginnen, um das System auch für andere Geräte dieser Art zu nutzen. Die SAW COMPONENTS Dresden GmbH, die derzeit auf der Suche nach neuen Mitarbeitern ist, möchte sich damit ein neues Standbein in der Medizintechnikbranche aufbauen.

Aktuell läuft der Aufruf für die Innovationsförderung 2019. Anträge können noch bis Freitag, 15. Februar eingereicht werden.

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