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https://www.dresden.de/de/rathaus/aktuelles/pressemitteilungen/2018/11/pm_099.php 30.11.2018 15:10:33 Uhr 15.12.2018 11:33:44 Uhr
30.11.2018

Aufhebung Faulbrut-Sperrbezirke Briesnitz I und Cossebaude

Sanierung der Bienenhaltungen in den Sperrbezirken


Die Amerikanische Faulbrut der Bienen (AFB) breitete sich sich in großen Teilen Dresdens vor zwei Jahren aus. Es wurden zahlreiche Sperrbezirke gebildet. Am 18. Oktober 2018 konnte der Sperrbezirk Briesnitz I und am 23. November 2018 der Sperrbezirk Cossebaude offiziell aufgehoben werden. Dies bedeutet, dass betroffene Imker wieder wandern und Bienen zu- bzw. verkaufen dürfen. Voraussetzung für die Aufhebung war eine zweimalige negative Beprobung der Bienenvölker im Abstand von mindestens zwei Monaten.
Jedoch war auch ein neuer Sperrbezirk, der die Ortschaften Brabschütz und Podemus umfasst, einzurichten. Somit gibt es in Dresden aktuell acht Sperrbezirke.
Die AFB ist eine anzeigepflichtige Tierseuche, welche die Bienenbrut befällt und so zur fortschreitenden Schwächung des Volkes bis hin zum Zusammenbruch führt. Die Sporenbildung des Bakteriums bedingt die äußerst hohe Umweltresistenz, sodass die Sanierung eines Bienenstandes mit großem Aufwand verbunden ist. Infizierte Völker wurden je nach Befallsstärke abgeschwefelt oder dem so genannten Kunstschwarmverfahren unterzogen.
Im vergangenen Sommer fanden mit Hilfe des Imkervereins Dresden e. V. und Helfern an fünf Sonnabenden Sanierungsaktionen statt. Ein vom Imkerverein Dresden e. V. angeschafftes Bienen-Gesundheitsmobil kam zum Einsatz. Die Aktionen fanden am Städtischen Tierheim Dresden sowie auf dem Gelände des Technischen Hilfswerkes statt. Sanierungsfähiges Material wurde zunächst mechanisch von Wachs- und Propolisresten befreit und anschließend in siedender Natronlauge minutenlang getaucht. Eine Ausnahmegenehmigung zur Anwendung von Natronlauge als Desinfektionsmittel erteilte das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit. Nicht sanierungsfähiges Material verbrannte unter Aufsicht, bzw. kam in die Müllverbrennung.
Unser Dank gilt allen Helfern, die ihre freie Zeit geopfert und unermüdlich gearbeitet haben und ohne die ein Sanierungserfolg nicht möglich gewesen wäre. Für das Jahr 2019 ist die Weiterführung der Sanierung geplant. Die Aufhebung eines Sperrbezirkes ist dann möglich, wenn alle Völker in diesem Gebiet zwei Mal im Abstand zwischen zwei und sechs Monaten mit negativem Ergebnis klinisch und mittels Futterkranzprobe untersucht wurden.
Alle Imker sind weiterhin aufgefordert, Vorsorge zu treffen. Dabei spielt die Hygiene auf dem Bienenstand die entscheidende Rolle. So sollte jeder Imker möglichst einen jährlichen Wabenumschlag praktizieren, jeden Bienenstandort mit einem eigenen Satz Werkzeug und Schutzkleidung betreiben, jede leere Bienenwohnung absolut bienendicht verschließen, kein Material aus dem Bienenstand im Freien lagern, keine Drohnenbrut zum Ausfressen für Vögel auslegen und Wachsschmelzer bienendicht gestalten.
Zu warnen ist vor dem Kauf gebrauchten Imkermaterials, da hierin eventuell vorhandene Sporen des Faulbruterregers über eine lange Zeit infektiös bleiben und so die Faulbrut weiterverbreitet werden kann.
Bei einem Verdacht (fadenziehende Masse, lückenhaftes Brutnest, tote Völker) besteht die Pflicht, das Veterinäramt unverzüglich zu informieren und eine amtliche Kontrolle durchführen zu lassen.

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