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15.10.2018

„Tote in die Stadt“ – Kunstprojekt zum Ende des Ersten Weltkrieges

Postkarten als Grabsteine tragen die Erinnerung an die Gefallenen mitten in die Stadtgesellschaft

Tote in die Stadt - 100 Jahre 1. Weltkrieg
© Landeshauptstadt Dresden / Fernsehen in Dresden GmbH

Mit dem stadtweiten Kunstprojekt „Tote in die Stadt“ erinnern der Verein Denk Mal Fort e.V. und das Amt für Kultur und Denkmalschutz an das Ende des Ersten Weltkrieges vor 100 Jahren. Ziel des von der Künstlerin Susan Donath kuratierten Projektes ist es, Dresdnerinnen und Dresdner auf das fast vergessene Ereignis aufmerksam zu machen. Die Erinnerung an die Opfer des Ersten Weltkrieges soll dabei mitten in die Stadt getragen werden.

„Es geht erkennbar nicht um Heldenverehrung oder Kriegsverherrlichung. Es geht um das Auseinandersetzen mit Krieg und Gewalt und deren Folgen für unsere Stadtgesellschaft“, so der Leiter des Amtes für Kultur und Denkmalschutz, Manfred Wiemer.

„Wir wollen mit der Aktion auf die Bedeutung dieses historischen Jubiläums auch für unsere Stadt hinweisen. Die Erinnerung an den Ersten Weltkrieg und dessen Opfer spielt, anders als in vielen anderen europäischen Regionen, in der städtischen Erinnerungskultur Dresdens eine untergeordnete Rolle. Vor dem Hintergrund der anstehenden Kulturhauptstadtbewerbung wollen wir diese Haltung gemeinsam mit der Landeshauptstadt Dresden überdenken“, so Holger Hase, Vorsitzender des Vereins Denk Mal Fort e.V.

Die Postkarten und das Jubiläum am 11. November

Bis Mittwoch, 31. Oktober 2018, liegen stadtweit Postkarten mit den Geburts- und Sterbedaten, sowie den Namen gefallener Soldaten aus. Diese Karten verweisen jeweils auf einen bestehenden Grabstein auf dem Nordfriedhof und greifen dessen Gestaltung auf. Die Künstlerin Susan Donath recherchierte umfassend in Archiven und setzte sich intensiv mit dem Aussehen der Grabsteine auf dem Nordfriedhof auseinander. Die Farbgebung der Postkarten orientiert sich an den klassischen Farben der dortigen Begräbniskultur. Mit einer Social-Media-Kampagne und einem Grafikspot im Fahrgastfernsehen der DVB AG Ende Oktober / Anfang November wird in kurzen Texten auf die Geschichte des Ersten Weltkrieges und die Spuren, die er in Dresden hinterlassen hat, aufmerksam gemacht.

Zum Jubiläumstag der Unterzeichnung des Waffenstillstands am Sonntag, 11. November 2018, findet um 10 Uhr eine Führung über den Nordfriedhof statt. Sie gilt als eine deutschlandweit außergewöhnliche Gedenkanlage zum Ersten Weltkrieg. Dabei steht die Frage im Mittelpunkt, wie man mittelfristig mit der Erinnerung an die vielen Gefallenen umgeht, die in Dresden ihre letzte Ruhestätte gefunden haben.

Grabstelle auf dem Nordfriedhof
Grabstelle der Familie Schubert auf dem Nordfriedhof
© Denk Mal Fort e.V.

Auf den Postkarten wird an folgende Personen erinnert:

August Willy Schubert, geb. 23.7.1883, gef. 9.11.1914
Hermann Jannasch, geb. 7.1.1891, gef. 17.6.1916
Eckard Conrad, geb. 30.11.1899, gef. 5.4.1918


Hintergrund

Susan Donath, 1979 geboren in Apolda, 2000-2005 Studium der Bildhauerei bei Eberhard Bosslet, Hochschule für Bildende Künste Dresden, 2005-2007 Meisterschülerstudium bei Christian Sery, Hochschule für Bildende Künste Dresden, seit 2007 freischaffende Künstlerin in Dresden

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