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01.10.2018

Digitale Therapie – Chance oder Notlösung?

6. Aktionstag zur seelischen Gesundheit am 10. Oktober im Neuen Rathaus

Seelenbaum
© Fotolia | Kudryashka

Immer öfter ist von E-Mental-Health-Programmen und Angeboten zur Online-Psychotherapie die Rede. Was verbirgt sich dahinter? Welche technischen Möglichkeiten gibt es und für wen sind sie geeignet? Leidet die Qualität der therapeutischen Beziehung? Und: Wie kann ich gute Onlineprogramme erkennen? Diese und weitere Fragen werden am Mittwoch, 10. Oktober 2018, 13 bis 17 Uhr im Plenarsaal des Neuen Rathauses, Rathausplatz 1, im Rahmen des 6. Dresdner Aktionstags zur seelischen Gesundheit mit dem Titel „Digitale Therapie – Chance oder Notlösung?“ diskutiert. Die Teilnahme am Aktionstag ist kostenfrei. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Der Plenarsaal ist barrierefrei erreichbar.

Der Aktionstag des städtischen Gesundheitsamtes und der Psychosozialen Arbeitsgemeinschaft von Dresden richtet sich an Menschen mit seelischen Problemen und ihre Angehörigen sowie an Fachleute und die interessierte Öffentlichkeit. Vorträge und eine Podiumsdiskussion erklären die Grundlagen internetbasierter Psychotherapie und berichten über Erfahrungen mit konkreten Anwendungen. Vorgestellt werden unter anderem das Programm „iFightDepression“ der Deutschen Depressionshilfe sowie eine neue App für Menschen mit bipolaren Störungen des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus, die sich noch in der Erprobung befindet.

„Psychische Erkrankungen sind in Deutschland zahlenmäßig auf dem Vormarsch. Doch die Behandlungsangebote wachsen nicht in ausreichender Geschwindigkeit mit. Das ist gefährlich. Betroffene warten mitunter monatelang auf einen Therapieplatz. Dazu kommt noch, dass psychische Erkrankungen nicht auf den ersten Blick äußerlich erkennbar sind und deshalb häufig unterschätzt werden“, macht Dr. Kristin Klaudia Kaufmann, Beigeordnete für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Wohnen, aufmerksam. „Bislang werden Onlineangebote nur von wenigen Menschen in Anspruch genommen, da sie noch nicht zur Regelversorgung der gesetzlichen Krankenkassen gehören. Mit dem Aktionstag wollen wir laut darüber nachdenken, ob Apps und Co. den Versorgungsengpässen entgegenwirken und Wartezeiten überbrücken können“, so die Bürgermeisterin weiter.

Die Dresdner Aktionstage zur seelischen Gesundheit finden seit 2013 jedes Jahr um den 10. Oktober, den Welttag der seelischen Gesundheit, statt. Jeder dritte Erwachsene ist in Deutschland im Laufe seines Lebens von einer behandlungsbedürftigen psychischen Erkrankung betroffen. Zehn Prozent aller Fehltage bei Berufstätigen sind darauf zurückzuführen. Dennoch werden seelische Erkrankungen noch immer tabuisiert und verschwiegen. Betroffene und Angehörige fühlen sich ausgegrenzt und allein gelassen.

Der Sozialpsychiatrische Dienst oder eine psychosoziale Kontakt- und Beratungsstelle stehen allen offen, die in seelischen Krisen Unterstützung und Beratung benötigen.
Alle Kontakte unter www.dresden.de/krisenwegweiser

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