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22.08.2018

Dresdens Kultur- und Kreativwirtschaft weiter im Aufwärtstrend

Ergebnisse einer Studie zur Entwicklung der Kreativbranche von 2010 bis 2016 vorgestellt

Heute, Mittwoch, 22. August 2018, haben Dr. Robert Franke, Leiter des Amtes für Wirtschaftsförderung, Christian Rost, Leiter Kreatives Sachsen - das Sächsische Zentrum für Kultur- und Kreativwirtschaft, und Martin Fiedler, Vorstand von Wir gestalten Dresden e. V. - dem Branchenverband der Kultur- und Kreativwirtschaft in Dresden, neue Zahlen zur Dresdner Kultur- und Kreativwirtschaft präsentiert. Die aktuelle Studie ist Bestandsaufnahme der Branche seit der Vorgängerstudie von 2011 und zeigt die Entwicklung von 2010 bis 2016. „Schon damals konnte man erkennen, wie dynamisch sich die Kreativbranche entwickelt und welches Wachstumspotenzial in ihr steckt. Die aktuellen Zahlen zeigen, dass sie ein leistungsfähiger Wirtschaftszweig und eine wichtige Säule des Arbeitsmarktes ist“, sagt Robert Franke.

Dynamisches Wachstum: Die Kreativbranche setzt ihren Aufwärtstrend fort

Die Dresdner Kultur- und Kreativwirtschaft hat im Jahr 2016 einen Umsatz von rund einer Milliarde Euro erwirtschaftet. Damit trägt sie fünf Prozent des gesamtwirtschaftlichen Umsatzes in Dresden bei. Rund 18 500 Menschen sind in der Branche beschäftigt. Das sind 5,6 Prozent aller Erwerbstätigen in Dresden. Etwa 10 900 der Kreativen sind sozialversicherungspflichtig Beschäftigte. Rund 2 100 Unternehmen werden der Branche zugerechnet. Das sind mehr als zehn Prozent aller Dresdner Unternehmen. Zwischen 2010 und 2016 ist die Zahl der Erwerbstätigen jährlich um durchschnittlich 3,6 Prozent gestiegen. Der Umsatz steigt um 4,6 Prozent pro Jahr. Bei den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten liegt die Wachstumsrate sogar bei 5,3 Prozent. Insgesamt konnte die Kreativbranche den Umsatz seit 2010 um 31 Prozent und die Erwerbstätigenzahl um 24 Prozent steigern, während es in der Gesamtwirtschaft nur 17 Prozent bzw. 11 Prozent waren.

Der Beitrag der Dresdner Kultur- und Kreativwirtschaft liegt über dem sächsischen und dem bundesweiten Durchschnitt: Der Umsatzanteil an der Gesamtwirtschaft ist rund doppelt so groß wie in Sachsen (2,4 Prozent) und Deutschland (2,6 Prozent). Auch der Anteil an allen Erwerbstätigen ist mit 5,6 Prozent höher als in Sachsen (3,3 Prozent) und Deutschland (3,9 Prozent). „Die Zahlen der Dresdner Kultur- und Kreativwirtschaft belegen, dass Dresden ein wichtiger Standort für die sächsische Kreativwirtschaft ist. Sie deuten auch an, wie dynamisch sich die gesamte Branche in Sachsen entwickelt hat. Ich bin mir sicher, dass dieser Trend anhalten wird und dass noch viele spannende Impulse von den Kreativen ausgehen werden“, so Christian Rost.

Teilmärkte der Branche wachsen und bauen Beschäftigung auf

Die Branche setzt sich in Dresden aus elf Teilmärkten zusammen. Die Zugpferde sind Unternehmen aus den Bereichen Software, Presse, Werbung und Architektur. Sie erwirtschaften 71 Prozent des Umsatzes. Besonders sticht hier der Teilmarkt Software hervor. Er generiert 27 Prozent des Gesamtumsatzes und beschäftigt 38 Prozent der Erwerbstätigen in der Kreativbranche; bei den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten sind es sogar 60 Prozent. Film, Darstellende Künste und Design unterstützen den Wachstumstrend. „In den vergangenen zehn Jahren hat sich die Branche unglaublich weiterentwickelt. Viele der Unternehmen, die heute 10, 20 manchmal 50 Mitarbeiter haben, gab es beim letzten Kreativwirtschaftsbericht noch gar nicht bzw. lagen sie unter der Kleinunternehmergrenze von 17 500 Euro. Das Besondere daran: Alle diese Unternehmen sind organisch gewachsen, ohne Risikokapital, ohne Kredite – höchstens mit der Unterstützung der Familie, lokaler Gründerinitiativen und Branchenverbände“, führt Martin Fiedler aus.

Unterstützung und Förderung des Kreativstandortes

Die Branche hat sich positiv entwickelt und auch der Kreativstandort Dresden hat seine Qualitäten weiter entfaltet. „Unser Ziel für die kommenden Jahre ist es, die Kultur- und Kreativwirtschaft in Dresden weiter zu fördern und die Wettbewerbsfähigkeit der Akteure zu stärken, damit die vorhanden Potenziale noch stärker ausgeschöpft werden können“, erläutert Franke. Dazu tragen auch die bestehenden und erfolgreich laufenden Instrumente wie Kreativraumförderung und -börse bei. Seit dem Start der Kreativraumförderung im Juni 2015 konnten schon 102 Projekte mit rund 390 000 Euro unterstützt werden. „Wir werden auch Innovationsplattformen wie PRIME* in den Fokus nehmen. Und dabei helfen, dass hier und da die Grenzen von Institutionen und Branchen durchbrochen werden. Denn von den frischen Ideen der Kreativen können auch andere Wirtschaftszweige profitieren“, so Franke weiter.

Die Studie zur Dresdner Kultur- und Kreativwirtschaft wurde von der Prognos AG in Kooperation mit dem Landesverband der Kultur- und Kreativwirtschaft Sachsen e. V. im Auftrag des Amtes für Wirtschaftsförderung der Landeshauptstadt Dresden erstellt.

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