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https://www.dresden.de/de/rathaus/aktuelles/pressemitteilungen/2018/06/pm_093.php 27.06.2018 11:18:01 Uhr 19.09.2018 13:49:48 Uhr
22.06.2018

Dresden-Plauen: Baumriese auf der Kaitzer Straße wird zurückgeschnitten

Baumriesen gibt es nicht nur in den Urwäldern dieser Welt, sondern auch in Dresden-Plauen. Dort steht im Vorgarten der Kaitzer Straße 79 eine der größten Rot-Eichen Sachsens.

Die Rot-Eiche ist 24,5 Meter hoch und hat einen Stammumfang von 4,8 Metern, gemessen 1,3 Meter über dem Erdboden. Die Baumart stammt aus dem östlichen Nordamerika und hat eine Lebenserwartung von etwa 150 Jahren. Mit einem geschätzten Alter von mehr als 180 Jahren ist die Amerikanische Rot-Eiche in der Kaitzer Straße also schon hochbetagt.

Das Einfaulen und Absterben von Starkästen und einzelner Stämmlinge sind Anzeichen für eine Schwäche des Baumes, ebenso, wie ein großflächiger, an der veränderten Borkenstruktur deutlich erkennbarer Schaden, dessen Ursache sich nicht eindeutig bestimmen lässt. Ein möglicher Grund ist der Befall mit Hallimasch, der zusammen mit weiteren Pilzarten für das Absterben der Wachstumsschicht des Baumes (Kambium) und andere holzzerstörende Fäulen verantwortlich sein kann.

Im Auftrag der Landeshauptstadt Dresden, Umweltamt erstellte das Büro Baum & Landschaft seit 2007 Sachverständigengutachten, um diesen besonderen Baum möglichst lange zu erhalten. Jedoch wird in dem aktuellen Gutachten deutlich, dass die Zeit für den alten „Baumriesen“ gekommen ist. Aus diesem Grund wurde die Krone nun deutlich zurückgeschnitten und im Herbst 2019 dann bis auf den Kronenansatz abgesetzt. Zurückbleiben wird ein hoher Baumstumpf.

Den Eigentümern, die sich mit viel Liebe und großer Akzeptanz gemeinsam mit den Fachleuten aus dem Umweltamt für die alte Rot-Eiche eingesetzt haben, wird der mächtige Baum sehr fehlen. Er hinterlässt eine Lücke im Straßenbild, die Nachpflanzungen erst in vielen Jahrzehnten zu schließen vermögen.

Der tote Hochstubben lebt dennoch in besonderer Weise weiter. Dies mag zunächst etwas befremdlich wirken. Doch der „kranke“ Stamm erfüllt bereits jetzt eine neue und überaus wichtige Aufgabe: Er ist Lebensraum für zahlreiche Pilzarten, wie Eichen-Wirrling, Eichen-Feuerschwamm, Schwefelporling, Wulstiger und Glänzender Lackporling. Aber nicht nur die Pilze fühlen sich wohl, sondern auch zigtausende Spinnen. Insekten und andere Wirbellose. Sie wiederum locken viele verschiedene Vogelarten, wie Meisen, Baumläufer, Kleiber und Spechte.

Leider sind solche Biotope in unserer intensiv genutzten Landschaft inzwischen viel zu selten geworden – ein Rückgang, der unmittelbaren Einfluss auf die Populationsgrößen abhängiger Tier- und Pflanzenarten hat. Dennoch gibt es bei einem Spaziergang durch Dresden-Plauen und Umgebung vereinzelt mächtige Bäume – die „kleinen“ Naturwunder in spe – zu entdecken: zum Beispiel die weithin sichtbare Stiel-Eiche auf der Kaitzer Straße 78, das Naturdenkmal „Eibe Hohe Straße 125“ und drei Efeus auf der Bernhardstraße, Höhe Bienertstraße. Diese Efeus zählen sogar zu den mächtigsten Exemplaren in Sachsen und wurden aufwändig in die Zaunsanierung einbezogen. Aber auch die Schwarz-Nuss auf der Bienertstraße (Ecke Hohe Straße), die Säulen-Rot-Buche auf der Hohenplauen (Ecke Arltstraße), das Naturdenkmal „Fingerblättrige Rosskastanie“ am westlichen Zugang des Volksparks Räcknitz und die malerischen Stiel-Eichen am Moreau-Denkmal in Dresden-Zschertnitz sind beeindruckende „Baumriesen“.

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