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31.05.2018

Weitere Zusammenarbeit zwischen Dresden und St. Petersburg besiegelt

Fünftägige Reise in russische Stadt – Oberbürgermeister Hilbert mit 50-köpfiger Delegation unterwegs

Gouverneur Poltawtschenko und OB Dirk Hilbert
© Ingo Flemming

Am Dienstag, 29. Mai 2018, unterzeichneten Dresdens Oberbürgermeister Dirk Hilbert und der Vorsitzende des Komitees für Außenbeziehungen St. Petersburgs Jewgenij Grigorjew eine sogenannte „Road Map“ für die Zusammenarbeit beider Städte in der Zeit von 2018 bis 2025. Die Themen sind: Zivilgesellschaft, Wirtschaft, Kultur, Wissenschaft und Hochschulen, Tourismus, Ordnung und Sicherheit, Umwelt und Denkmalschutz. Dirk Hilbert erklärt dazu: „Die Unterzeichnung des Dokuments ist ein Zeichen dafür, dass wir mit dem 2021 bevorstehenden 60. Jubiläum der Städtepartnerschaft nicht ins Rentenalter eintreten werden, sondern diese Beziehung mit neuer Energie füllen wollen. Wir gehören zusammen – und wir sollten etwas daraus machen.“

Im Vorfeld der Unterzeichnung nutzen die Vertreter der Regierung St. Petersburgs und die Dresdner Delegation die Zeit, um Ergebnisse der zahlreichen Gespräche während des Besuchs auszuwerten und Ideen für neue Projekte anzusprechen sowie weitere Treffen für die nächsten Monate zu planen.

Die Unterzeichnung war der letzte Programmpunkt während des fünftägigen Aufenthaltes der etwa 50-köpfigen Dresdner Delegation, die sich aus Mitgliedern des Stadtrates, der Verwaltung, Vertretern von Wirtschaft, Kultur und Tourismus zusammensetzte. Anlass der Reise waren die Teilnahme am St. Petersburger Internationalen Wirtschaftsforum, die Bewerbung der Direktfluglinie Dresden-St. Petersburg sowie das 315. Jubiläum der Partnerstadt. Außerdem gastierte zu dieser Zeit auch die Sächsische Staatskapelle Dresden mit einem Konzert im Theater Mariinsky-2 in St. Petersburg.

Ablauf des Besuches und Programmpunkte

Die Teilnahme am Internationalen Wirtschaftsforum und das dortige Treffen mit Gouverneur Georgij Poltawtschenko waren der Auftakt des Besuches. Es gibt Überlegungen, dass sich Dresden am Stand von St. Petersburg als Wirtschafts- und Wissenschaftsstandort im nächsten Jahr präsentieren kann. Außerdem sprach der Gouverneur Einladungen zum Petersburger Kulturforum sowie dem Petersburger Innovationsforum aus. Dresdens Oberbürgermeister überbrachte in diesem Rahmen auch die Glückwünsche der sächsischen Partnerstadt zum 315. Jubiläum St. Petersburgs. In den Tagen des Besuchs feierte die Partnerstadt dieses Jubiläum mit einem speziellen Empfang und Konzert auf dem Schlossplatz sowie zahlreichen über die gesamte Stadt verteilten Veranstaltungen.

Beim Thema Tourismus ging es nicht nur um die Direktfluglinie, sondern die Dresden Marketing GmbH (DMG) und weitere Partner haben die Region Dresden Elbland vor russischen Reiseveranstaltern und Medienvertretern vorgestellt. Außerdem unterzeichneten beide Städte eine Vereinbarung zwischen ihren Tourismuszentralen.

Bei den weiteren Gesprächen mit dem Vizegouverneur für Wirtschaft sowie Vorsitzenden und Vertretern von Komitees aus den Bereichen Wirtschaft, Verkehr, IT und Hochschulen kamen vor allem die Themen Smart City, E-Mobilität, Start-ups, Verkehrssteuerung und Verkehrsplanungssysteme sowie die Aus- und Weiterbildung und die Kooperation von Hochschulen und Universitäten zur Sprache. Der Besuch des Gründerzentrums „Ingria“ ergänzte diesen Themenbereich wie auch Gespräche bei den St. Petersburger Stadtwerken mit Vertretern von Robotron zu einer künftigen Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Steuerung von Energienetzen und des Energiedatenmanagements. Für eine nächste Reise nach St. Petersburg sieht Oberbürgermeister Hilbert die Mitnahme einer starken Wissenschaftsdelegation vor, um bestehende Kooperationen zu vertiefen und vor allem die Zusammenarbeit exzellenter Bildungseinrichtungen beider Städte zu befördern.

Mit Vertretern des Komitees für Umweltschutz wurden Fragen von Abfallwirtschaft, Wasserversorgung und Abwasser sowie Sanierung bestehender Infrastruktur beraten. Außerdem nutzten die Dresdner ihre bereits länger bestehenden Kontakte zum Petersburger Unternehmen Vodokanal und unternahmen Besichtigungen verschiedener Anlagen.

Mit den Komitees für Städtebau und Denkmalschutz fand eine intensive Diskussion über die Sanierung von historischen und Kulturdenkmälern statt. Hier ging es um einen weiterführenden Austausch bei der Messe „Denkmal“ im November in Leipzig sowie bei Veranstaltungen zum 100. Jubiläum des staatlichen Systems zum Denkmalschutz in Russland.

Fragen der Kultur wurden neben dem Treffen im Komitee für Kultur u. a. bei Treffen in der Eremitage, im Goethe-Institut, im Museum für die Blockade Leningrads, beim Deutsch-Russischen Austausch, im Aleksandrinskij Theater und bei der Stiftung für Kultur und Kunst PRO ARTE angesprochen. Ein wichtiger Punkt war dabei immer die Einbeziehung der Partnerstadt St. Petersburg in die Bewerbung Dresdens zur Europäischen Kulturhauptstadt 2025.

Vor der Abreise besuchte die Dresdner Delegation noch die Petersburger Gedenkstätte zur Leningrader Blockade, legte Blumen nieder und erhielt eine extra Führung, um auch einen Einblick in die Gedenkkultur der Partnerstadt zu erhalten.

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