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17.05.2018

Niedrigwasser: Die Elbe ist am Limit

Aktuell beträgt der Wasserstand am Pegel Dresden 84 Zentimeter. Ein Pegelstand, den die Elbe eigentlich erst im Hochsommer zeigen sollte. „Schuld am Niedrigwasser ist der schneearme Winter. Eigentlich sollte die Elbe im März und April voll mit Schmelzwasser sein. Denn das sind normalerweise die Monate, in denen der Pegel am höchsten steht. In diesem Jahr liegt er jedoch bereits jetzt deutlich unter seiner durchschnittlichen Höhe von 175 Zentimetern“, erklärt Gewässerexperte Thomas Jakob aus dem Umweltamt.

Dieses Bild kennen wir schon aus den letzten Jahren. Nach dem Hochwasser vom Juni 2013 musste nur noch einmal Hochwasseralarm ausgerufen werden. Am 12. Januar 2015 hatte die Elbe einem Wasserstand von 4,50 Meter (Alarmstufe 1). Die einst typischen Frühjahrshochwasser gibt es nicht mehr.

Das Elbe-Einzugsgebiet mit etwa 150.000 Quadratkilometern ist das viertgrößte Flussgebiet Mitteleuropas und zugleich eines der wasserärmsten. Denn die Elbe ist ein Fluss des sogenannten Schnee-Regen-Typs und weist daher im Gegensatz zum Rhein, der von Gletschern gespeist wird, eine wechselnde Wasserführung auf. Schmilzt der Schnee im Frühjahr oder regnet es im Sommer stark, führt die Elbe viel Wasser. Schneearme Winter können so bereits im Frühsommer zu ausgeprägtem Niedrigwasser führen, das dann meist bis in den Sommer hinein andauert und sich im ohnehin wasserarmen Herbst fortsetzt. Damit entstehen lang anhaltende Niedrigwasserperioden, die im ungünstigsten Fall sogar Jahre anhalten können.

Die Stauanlagen der Moldau-Kaskade in Tschechien sollen diese Trockenperioden ausgleichen, indem sie zusätzlich Wasser abgeben. In den letzten Jahren können sie dies jedoch nicht immer leisten, denn es gibt nicht mehr genügend Schmelzwasser. Nach den Niedrigwasserperioden in den Sommern 2003 und 2015 scheint sich hier ein Trend zu manifestieren. Das tschechische Hydrometeorologische Institut spricht auch für den aktuellen Monat Mai von einer extremen Trockenheit.

Die für die nächsten Tage angekündigten örtlichen Gewitter mit Starkregen können zwar Abhilfe für kleinere Gewässer schaffen, auf die Wasserstände in der Elbe haben sie jedoch keine spürbaren Auswirkungen. Nur ein lang anhaltender, großflächiger und sanfter Landregen könnte die Situation jetzt entschärfen.

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