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16.05.2018

Bildwelt angetroffen und aufgeschnappt

Am 24. Mai öffnet neue Ausstellung in der Galerie 2. Stock

Einladungsflyer Bildwelt angetroffen und aufgeschnappt
© LHD / Bilder: Künstlergruppe „12 Nischen“

Am Donnerstag, den 24. Mai 2018 eröffnet der Erste Bürgermeister Detlef Sittel 18 Uhr in der Galerie 2. Stock im Neuen Rathaus, Dr.-Külz-Ring 19, die dritte Ausstellung der vierteiligen Jahresreihe „Bild Welt – Welt Sicht“ der freien Künstlergruppe „12 Nischen“. Einführende Worte spricht die Kunstvermittlerin Wanda Reichardt. Musikalisch umrahmt wird die Vernissage von einem Quartett des Heinrich-Schütz-Konservatoriums.

In der Ausstellung „Bildwelt angetroffen und aufgeschnappt“ zeigen fünf Künstler bis zum 16. August 2018 ihre fotografischen Welt-Sichten: Matthias Lüttig, Luc Saalfeld, Ralf Schlie, Gabriele Seitz und Dominik Wolf.

Das Medium der Fotografie hat einen sehr klaren und unmittelbaren Bezug zur Realität. Jedes Foto spiegelt nicht zuletzt auch die Person wieder, die den Auslöser drückt und ist damit ein primärer Aspekt ihrer Wahrnehmung der äußeren Realität. Das Objektiv ist wie ein verlängertes Auge. Der Motivwahl voraus geht ein inneres Suchen, das fertige Foto schließlich drängt mitteilsam in die Außenwelt. Das Was ist dabei wichtig. Hier ließe sich differenzieren, die Herangehensweise ist äußerst komplex und unterschiedlich. Zu bedenken sind auch die technischen Entwicklungen der Kameras und des Druckes.

Letztendlich wird in der Fotografie die Bildwelt sehr unmittelbar zur Weltsicht. Im Gegensatz zum Malen ist der Prozess des Festhaltens beim Fotografieren sehr verkürzt und plötzlich. Doch gibt es auch in der Vorgehensweise eine Vielzahl von Möglichkeiten: gestellte Porträts, Landschaftsdarstellungen, Schnappschüsse und vieles mehr.

Matthias Lüttig zeigt, wie er selbst sagt, „Ausschnitte“ aus der Serie „Sachsen im Überflug“. In Zeiten einer fotografischen Reizüberflutung möchte er, ohne Bildmanipulation, den Blick auf das ästhetische Detail im Alltag lenken und  den Betrachter mit der Frage konfrontieren, was er eigentlich sieht.

Luc Saalfeld arbeitet in seinem Werk zyklisch und beobachtet Prozesse der Veränderung im urbanen und landschaftlichen Raum. Die Titel des jeweiligen Zyklus, zum Beispiel „Museum ohne Bilder“, „Eisenhüttenstadt“ und „Postplatzarchiv“, bekunden den Ort der Motivwahl. Dabei entsteht durch das Vergleichen der Eindruck von Vielfalt. Die Orte sind Veränderungen ausgesetzt und zeigen projektiert den Wandel der Zeit und der Wertungen, dem wir obliegen.

Ralf Schlie geht mit seinem Blick auf Reisen. In der Türkei, in Kappadokien, hat er eine Landschaft gefunden, die er in seinen Fotos festgehalten hat. Der Betrachter kann einerseits die Landschaft mit ihrer speziellen Geologie genießen, anderseits wirken die Fotografien metaphorisch verschlüsselt. In seinen Bildwelten eröffnen sich mehrere Zugänge des Reflektierens.

Gabriele Seitz zeigt in ihrer Serie von Migranten Menschen, die sich uns durch ihre Erscheinung und ihrem Blick annähern. Es sind Porträts und Lebenssituationen. Wichtig ist der Aspekt des Gegenübers und die Annäherung, die dabei stattfindet. Der Zugang ist unmittelbar und menschlich mit der Aussage: „Schauen wir uns an, erleben wir gemeinsam“.

Dominik Wolf hat sich auf drei Möglichkeiten spezialisiert: Portraits, Architektur und Interieur. Sein Blick ist metaphorisch beobachtend, distanziert. In den seriellen Arbeiten stellt er scheinbar Gegensätzliches gegenüber. Damit bekundet er, aus einer eigenen, konzeptuellen und höheren Bezugnahme heraus, wie der Mensch sich in seiner Umwelt befindet, wie er sie durch seine Präsenz gestaltet und was er mit ihr macht.

Geöffnet ist die Galerie 2. Stock montags bis freitags von 9 bis 18 Uhr. Der Eintritt ist frei.

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