Landeshauptstadt Dresden - www.dresden.de

https://www.dresden.de/de/rathaus/aktuelles/pressemitteilungen/2018/03/pm_029.php 15.03.2018 12:41:29 Uhr 18.06.2018 09:11:06 Uhr
09.03.2018

Wie der Februar die Winterehre rettete…

Witterungsbericht zum Winter 2017/18

Der vergangene Winter 2017/2018 zählt zu den trockenen und eher milderen. Mit einer Niederschlagssumme von nur 41 Prozent des Klimareferenzwertes 1961 – 1990 landet der vergangene Winter auf Platz 10 der trockensten Winter. Gemessen an der Station Dresden-Klotzsche überstieg die Wintertemperatur den Referenzwert um Plus 1,1 Grad.

Grafik: Abweichung der Wintermitteltemperatur der vergangenen 30 Jahre gegenüber dem Klimareferenzwert 1961 – 1990
© Umweltamt

Mal warm, mal kalt – die Temperatur in Dresden

Der Winter begann im Dezember bereits sehr mild. Die Temperaturen in den ersten beiden Dezemberwochen und um Weihnachten sorgten für ein Monatsmittel, das den Klimareferenzwert um Plus 2,1 Grad übertraf. Dabei war es durchschnittlich sonnig und zu trocken. Mit 39,9 Millimeter Niederschlag fehlten 30 Prozent zur sonst üblichen Regensumme.

Auch im Januar 2018 sorgte die Witterung für milde Temperaturen. Mit einer Durchschnittstemperatur von Plus 3,9 Grad Celsius wurde an der Station Dresden-Klotzsche der viertwärmste Januar seit 1961 gemessen. Richtig frostig wurde es den ganzen Monat nicht. Normalerweise lassen sich 20,5 Frosttage im Januar zählen (Mittelwert 1961 – 1990). In diesem Jahr waren es nur neun Frosttage (Platz 7) und ein einziger Eistag. Diese kamen – zum Glück für die Veranstalter – noch rechtzeitig zum Dresdner Skilanglauf-Weltcup-Wochenende vom 12. bis 14. Januar.

Bezüglich der Durchschnittstemperatur schaffte es der letzte Wintermonat ebenfalls in die Top Ten: Mit einer Abweichung von Minus 2,4 Grad vom Klimavergleichswert landet der Februar 2018 auf Platz 9 der kältesten Februarmonate. Vor allem in den letzten zehn Tagen sorgte eine Teilung des Polarwirbels dafür, dass arktische Kaltluft aus dem asiatischen Kontinent massiv Richtung Europa gelenkt wurde. Sogar an der Station des Deutschen Wetterdienstes in Dresden-Neustadt lag das Monatsmittel unter dem Gefrierpunkt bei Minus 0,6 Grad Celsius. Die frostigen Temperaturen ermöglichten zum ersten Mal seit Langem einen besonderen Anblick: unzählige Eisschollen auf der Elbe.

Deutliche Temperaturunterschiede traten jedoch zwischen den Dresdner Stadtteilen auf: Während der Wintersaison wurden an der Station in Klotzsche 48 Frosttage gezählt. An diesen Tagen fiel also die Minimumtemperatur unter null Grad Celsius. Der Referenzwert 1961-1990 liegt bei 56 Frosttagen. Deutlich weniger mussten die Dresdnerinnen und Dresdner in der Neustadt heizen. Hier registrierte die Station nur 32 Frosttage. Richtig kalte Eistage, an denen selbst die Maximumtemperatur unter dem Gefrierpunkt bleibt, gab es in der Neustadt gerade einmal vier. In Dresden-Klotzsche waren es dagegen neun Tage, der Vergleichswert 1961 – 1990 liegt bei 23 Eistagen.

Grafik: Prozentuale Niederschlagssumme der Wintermonate im Vergleich zum Klimamittel 1961 – 1990
© Umweltamt

Sonne, Wind und Regen

Immerhin war es ein sehr sonniger Winter mit 24 Prozent mehr Sonnenschein als 1961 – 1990 – das sind knapp 42 Sonnenstunden mehr.

Als zweiter Wintermonat holte sich der Januar 2018 zweimal Platz 2 – allerdings in weniger schönen Kategorien. Es war zum einen ein extrem trüber Monat mit gerade einmal 29 Stunden Sonnenschein. Im Durchschnitt scheint die Sonne 55 Stunden im ersten Monat des Jahres (Mittelwert 1961 – 1990). Das ist der zweite Platz der sonnenscheinärmsten Januarmonate.
Außerdem fegte Sturmtief Friederike am 18. Januar über das Stadtgebiet hinweg und sorgte für zahlreiche Schäden an Dächern und Bäumen. In Dresden-Klotzsche wurde die zweithöchste Spitzenwindgeschwindigkeit von 121,7 Kilometer pro Stunde gemessen. Nur 2007 registrierte die Station – ebenfalls am 18. Januar – beim Durchzug des Orkans Kyrill eine höhere Windgeschwindigkeit mit 123,5 Kilometer pro Stunde.
Immerhin regnete es im Januar nahezu die durchschnittliche Menge. 97 Prozent des Mittelwertes 1961-1990 wurden gemessen.

Der Februar 2018 versuchte nun das Ruder für den Winter herumzureißen – und dies gelang ihm tatsächlich. Die Sonne schien in diesem Monat sagenhafte 137 Stunden (Referenzwert 1961 – 1990: 74 Sonnenstunden) und übertraf den Rekord vom Februar 2003 um vier Stunden. Damit verewigt sich der Februar 2018 als der sonnenscheinreichste Februar seit 1961 in den Büchern.
Die Kehrseite: Wo viel Sonne scheint, regnet es wenig. Klägliche 3,9 Millimeter Niederschlag (zehn Prozent des Referenzwertes) gingen im Februar auf die Erde nieder. Das ist wiederum die mit Abstand niedrigste Monatssumme für einen Februar seit 1961. Damit setzt der Monat Februar seinen Trend, immer trockener zu werden, deutlich fort.

Drucken