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https://www.dresden.de/de/rathaus/aktuelles/pressemitteilungen/2017/12/pm_072.php 29.12.2017 08:19:20 Uhr 22.01.2018 19:01:59 Uhr
21.12.2017

Tuberkuloseuntersuchung an den HOGA-Schulen

Bluttests abgeschlossen – Umgebungsuntersuchungen laufen weiter

Bei der großflächigen Tuberkulose-Untersuchung an den beiden HOGA-Schulen in Dresden Leuben sind vom 4. Dezember bis einschließlich 14. Dezember 2017 insgesamt bisher 935 Personen per Blutabnahme getestet worden. Davon erhielten 54 Personen vom Gesundheitsamt ein positives Testergebnis mitgeteilt. 881 negative Testergebnisse werden bis spätestens Weihnachten schriftlich zugestellt sein. In der Auswertung zeigte sich auch ein neuer Erkrankungsfall. Inwieweit dieser ansteckungsfähig ist, werden noch laufende Tests binnen der nächsten sechs Wochen zeigen.

Parallel zu den Untersuchungen der Schülerinnen und Schüler sowie der Lehrerschaft an den HOGA-Schulen finden bereits weitere Umgebungsuntersuchungen im persönlichen Umfeld der Erkrankten sowie der ehemaligen Belegschaft statt. „Innerhalb der so genannten Umgebungsuntersuchung werden die erkrankte Person sowie deren Kontaktpersonen untersucht. Da der Indexfall innerhalb der Schule gefunden wurde, gab es mit einem Schlag sehr viele Kontakte, die wir abklären mussten. Das ist außergewöhnlich. Das Gesundheitsamt rechnet mit weiteren positiven Ergebnissen. Dies ist jedoch ein zu erwartendes Infektionsgeschehen“, so Jens Heimann, Leiter des Gesundheitsamtes.

Das Gesundheitsamt handelte nach Bekanntwerden von akuten Erkrankungsfällen Anfang Dezember 2017 entsprechend des Infektionsschutzgesetzes und der Richtlinien des Deutschen Zentralkomitees zur Bekämpfung der Tuberkulose. Diese beschreiben das Vorgehen bei Auftreten von Tuberkulose und berücksichtigen dabei beispielsweise das Alter möglicher Kontaktpersonen. Anhand dieser Richtlinien wird das konkrete Szenario einer Umgebungsuntersuchung durch das Gesundheitsamt umgesetzt. Das Szenario beinhaltet auch, dass alle Personen mit einem negativen Testergebnis in acht bis zwölf Wochen erneut zur Blutentnahme gebeten werden. Damit erhöht sich für alle Beteiligten nochmals die Sicherheit.

Pro Jahr gibt es etwa 45 meldepflichtige Tuberkuloseerkrankungen in Dresden. Die Tatsache, dass hier Fälle im schulischen Kontext festgestellt wurden und Kinder und Jugendliche zu den möglichen Kontaktpersonen zählten, machte einen Test von über 900 Personen binnen kurzer Zeit erforderlich. „Die Anzahl an Untersuchungen, die wir in weniger als zwei Wochen durchgeführt haben, sind sonst auf das ganze Jahr verteilt. Das war eine enorme logistische und fachliche Meisterleistung, für die ich mich bei unseren Partnern, angefangen bei den Laboren bis hin zum Uniklinikum, herzlich bedanke“, sagt Jens Heimann, Amtsarzt und Amtsleiter des Dresdner Gesundheitsamtes.

Aufgrund des breiten Interesses an diesem Fall von Seiten der Bevölkerung reagierte das Gesundheitsamt mit einer eigens erstellten Internetseite, auf der aktuelle Zahlen eingestellt sowie den Bürgern die wichtigsten Fragen beantwortet wurden. Mit einer sehr guten Resonanz mit bis zum 3000 Zugriffen täglich.

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