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https://www.dresden.de/de/rathaus/aktuelles/pressemitteilungen/2017/12/pm_036.php 13.12.2017 08:28:51 Uhr 20.01.2018 18:09:44 Uhr
11.12.2017

Keine weiteren positiven TBC-Ergebnisse

Weitere 117 Befunde der HOGA-Schulen liegen vor

„Die Landesuntersuchungsanstalt hat auch am Wochenende zusätzliche Blutproben der HOGA-Schulen getestet. Uns liegen Dank der intensiven Arbeit der Kolleginnen und Kollegen 117 weitere Befunde vor. Diese sind alle negativ und damit unauffällig“, so Jens Heimann, Amtsleiter des Gesundheitsamtes und Amtsarzt zum aktuellen Stand der Ergebnisse der Blutentnahmen am HOGA-Gymnasium und der HOGA-Oberschule. Bis Donnerstag, 14. Dezember, werden alle Schülerinnen und Schüler mit Hilfe des IGRA-Tests (Interferon-Gamma Release Assay) untersucht. Interferon-Gamma ist ein Stoff, den der menschliche Körper als Reaktion auf den Krankheitserreger bildet. Dieser lässt sich im Labor nachweisen.

Diese großflächige Aktion bedeutet für das Dresdner Gesundheitsamt eine enorme personelle und organisatorische Leistung. Ab Dienstag, 12. Dezember 2017, sind insgesamt fünf Untersuchungsteams in den Schulen im Einsatz, um die Zahl der pro Tag getesteten Klassen zu erhöhen und so schneller zu den Befunden zu gelangen. Die über 13 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden dabei auch durch externe Ärzte und Krankenschwestern unterstützt. „Nehmen wir pro Tag mehr Blutproben ab, benötigen wir natürlich auch die entsprechenden Laborkapazitäten. Ich freue mich sehr, dass wir zwei weitere Labore mit einer zusätzlichen Kapazität von über 100 Proben pro Tag gewinnen konnten“, drückt Heimann seine Dankbarkeit aus. Auf diese Weise können dann insgesamt über 200 Proben pro Tag ausgewertet werden, um der Bevölkerung schnellstmögliche Sicherheit geben zu können.

Das aktuelle Tuberkulose-Geschehen in den HOGA-Schulen trifft auf eine breite öffentliche Aufmerksamkeit. Viele Anfragen erreichen täglich das Gesundheitsamt. Häufig wird die Frage gestellt, inwieweit eine Ansteckungsgefahr besteht. Die wissenschaftliche Erkenntnislage geht davon aus, dass für eine Ansteckung an Tuberkulose in der Regel ein langer, intensiver und enger Kontakt erforderlich ist. Selbst wenn ein Kontakt zu einer an offener Tuberkulose erkrankten Person bestanden hat, gehört sie nicht zu den hoch ansteckenden Infektionserkrankungen und ist heilbar. Auch das eigene Immunsystem spielt eine wichtige Rolle.

Selbst in engen Räumen, wie beispielsweise Bussen und Bahnen, ist die Wahrscheinlichkeit an Tuberkulose zu erkranken, sehr gering. Das Bakterium kann nur mittels Tröpfcheninfektion über die Luft übertragen werden und nicht durch einen Kontakt mit Handläufen, Halteschlaufen oder Stoffbezügen. Beispielsweise besteht im Vergleich zur Tuberkulose bzgl. einer Ansteckung mit dem Influenza-Virus ein weitaus höheres Risiko. An Tuberkulose erkranken in Dresden im Jahr circa 40 Personen, von denen es innerhalb von drei Jahren statistisch einen Todesfall gibt. Demgegenüber stehen weit über 1 000 Erkrankungsfälle an Influenza in der Grippesaison 2016/17, deren Krankheitsverlauf nicht in allen Fällen glimpflich abläuft.

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