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01.12.2017

EMIL hinter Gittern

Jugendhilfepreis EMIL für MitGefangen e. V. in der Justizvollzugsanstalt Dresden

Zwei Männer und drei Frauen mit dem Jugendhilfepreis
Der Verein MitGefangen e.V. nahm den kriminalpräventiven Jugendhilfepreis EMIL von Jugendamtsleiter Claus Lippmann und Bettina Kusche, Vorstandsmitglied der Dresdner Stiftung Soziales & Umwelt der Ostsächsischen Sparkasse Dresden, entgegen. v.l.n.r. Jugendamtsleiter Claus Lippmann, Vereinsmitglieder MitGefangen e.V. Katrin Schaefer, Ulrike Mrowinski, (Vorsitzende des Vereins), Andre Hechtfisch, Bettina Kusche, Vorstandsmitglied der Dresdner Stiftung Soziales & Umwelt der Ostsächsischen Sparkasse Dresden
© Sigrun Harder

Jugendamtsleiter Claus Lippmann und Bettina Kusche, Vorstandsmitglied der Dresdner Stiftung Soziales & Umwelt der Ostsächsischen Sparkasse Dresden, überreichten heute den kriminalpräventiven Jugendhilfepreis EMIL an Vereinsmitglieder des MitGefangen e. V. in der Justizvollzugsanstalt Dresden. Der Verein ermöglicht seit 2011 Kontakte zwischen inhaftierten Vätern und ihren Kindern und ist in der Justizvollzugsanstalt Dresden tätig. Derzeit sind dort rund 800 Männer inhaftiert, von denen etwa ein Drittel ein oder mehrere Kinder haben. Während des Strafvollzuges soll die Verbindung zwischen Kind und Vater möglichst nicht abbrechen. Die Vereinsmitglieder wollen die Kind-Eltern-Beziehung trotz der Inhaftierung und der sich daraus ergebenen Trennung erhalten und stärken.

Die achtköpfige Jury entschied sich aus zehn eingereichten Bewerbungen für diesen Verein, weil er die inhaftierten Väter trainiert, ihrer Elternkompetenz zu stärken, und den Kindern hilft, die Folgen der Trennung abzumildern. Mit vielen guten Ideen sorgen die Vereinsmitglieder dafür, dass der Kontakt aufrechterhalten oder wieder hergestellt wird. Die Kinder bekommen beispielsweise aktuelle Fotos oder CDs, auf denen die Väter ihrem Nachwuchs Geschichten vorlesen. Der Verein organisiert Besuche, gemeinsame Freizeitwochenenden und Geschenke, die die Väter den Kindern überreichen oder senden können.

„Viele Kinder leiden unter der Trennung und werden sozusagen ‚mitbestaft‘, wenn ein Elternteil inhaftiert wird. Durch die engagierte ehrenamtliche Arbeit des Vereins kann das Leid und Verlustgefühl der Kinder gemindert werden“, sagt Jugendamtsleiter und Juryvorsitzender Claus Lippmann.

Nach einer Vorauswahl stellten sich fünf der zehn Bewerber im November der Jury persönlich vor und präsentierten ihre Arbeit. Neben dem Preisträger kamen in diese Vorauswahl das Männernetzwerk Dresden e. V. mit der „Männerschutzwohnung Dresden“, der Kinder- und Jugendhilferechtsverein e. V. mit dem Projekt „Muskepeer – einer für alle, alle für einen“, das Netzwerk Laubegast ist bunt e. V. mit seinen vielfältigen Aktionen für ein lebenswertes, integrierendes Mit- und Füreinander im Stadtteil und die Fachstelle „Shukura“ der AWO Kinder- und Jugendhilfe gGmbH mit ihrem Projekt „Out - Gefangen im Netz“.

„Die Wahl des Preisträgers ist uns nicht leicht gefallen. Es waren wieder viele mutige, engagierte Initiativen und einfallsreiche Projekte dabei, die wir gern gewürdigt hätten. Unser Dank gilt allen, die sich beworben haben“, würdigt Lippmann auch die anderen Bewerberinnen und Bewerber in seiner Laudatio.

Der kriminalpräventive Jugendhilfepreis EMIL ist ein Kooperationsprojekt der Dresdner Stiftung Soziales & Umwelt der Ostsächsischen Sparkasse Dresden und der Dresdner Jugendgerichtshilfe. Er wird seit 2005 jährlich verliehen, in diesem Jahr also zum 13. Mal. Der Preis ist mit 3 000 Euro dotiert.

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