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11.08.2017

Gründungsurkunde aus dem Jahre 1927 entdeckt

Stadtarchiv erhält historische Dokumente zur Geschichte des Filmtheaters Schauburg

Im Beisein der Bürgermeisterin für Kultur und Tourismus, Annekatrin Klepsch, erhielt das Stadtarchiv Dresden am Freitag, 11. August 2017 historische Dokumente zur Geschichte des Filmtheaters Schauburg.

Das „Filmtheater Schauburg“ der Dresdner Neustadt befindet sich vor seinem 90-jährigen Geburtstag aktuell in der Sanierung. Bauarbeiter entdeckten dabei eine verschweißte Bleikapsel, die sich im Fundament des Gebäudes befand. Dem Geschäftsführer Stefan Ostertag und seinem Team war sofort klar, dass es sich dabei um eine Zeitkapsel mit Geschichten aus der Vergangenheit handeln muss.

Tatsächlich enthält diese Zeitkapsel neben historischen Münzen ein persönliches Dokument über die Entstehung der „Schauburg-Lichtspiele“ aus dem Jahr 1927. Darin beschreibt der Erbauer und Direktor, Arnulf Huyras (1897-1957), seine Idee zur Gründung der Schauburg sowie Details zur Geschichte des Filmtheaters die bisher noch nicht bekannt waren. Arnulf Huyras, geborener Genfer, lebte ab 1914 in Leipzig und war als Leiter der Mitteldeutschen Ufa-Verleihbetriebe tätig. Durch seine Beschäftigung reiste er mehrfach nach Dresden und stand eng mit den Filmtheaterbesitzern in Kontakt, insbesondere mit Heinrich Apel, dem Inhaber des Hansa-Theaters auf der Görlitzer Straße 18. Nach Apels Tod wurde Huyras 1923 Teilhaber und „lernte die Neustadt schätzen und empfand die Bevölkerung als sehr sympathisch“. Nach Zerwürfnissen mit den anderen Teilhabern suchte Arnulf Huyras nach Bauland, um ein eigenes Kino zu eröffnen. Der Fleischermeister Gustav Urban verkaufte ihm das Grundstück an der Königsbrücker Straße 55, Ecke Bischofsweg. Am 15. Oktober 1927 war es dann soweit und Direktor Huyras eröffnete das erste frei stehende Theater in Dresden mit den Worten, „die besten Spielfilme aus aller Welt zu bringen und in der Neustadt eine Kulturgemeinde zu schaffen“.

Das Stadtarchiv sieht mit dem Erhalt der Dokumente eine bedeutende Institution der Dresdner Kinogeschichte vor 1945 überliefert. Die Inhalte der Zeitkapsel spiegeln zudem die Mühen eines bislang kaum bekannten Kinobesitzers wieder, der den dafür umso bekannteren Architekten Martin Pietzsch für die Realisierung seines Filmtheaters gewinnen konnte.

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