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https://www.dresden.de/de/rathaus/aktuelles/pressemitteilungen/2017/05/pm_062.php 18.05.2017 15:28:46 Uhr 28.06.2017 05:50:41 Uhr
15.05.2017

„Ich hab’s gemacht!“

City-Light-Kampagne wirbt für Vorsorgevollmacht – Betreuungsbehörde hilft weiter

Wer durch Unfall, Krankheit oder Behinderung seine Handlungsfähigkeit verliert, braucht einen Menschen an seiner Seite, der all die Dinge regelt, die man selbst nicht mehr regeln kann – Angelegenheiten mit der Krankenkasse, der Bank oder Sparkasse, dem Arbeitgeber und Sozialleistungsträgern. Gut, wer rechtzeitig einer Person seines Vertrauens eine Vorsorgevollmacht erteilt hat. Mit einer City Light Kampagne macht die Betreuungsbehörde der Landeshauptstadt Dresden aktuell darauf aufmerksam.

„Eine Vorsorgevollmacht ist keine Frage des Alters. Jeder volljährige Mensch sollte darüber nachdenken“, sagt Katharina Zodehougan, Leiterin der Dresdner Betreuungsbehörde. Zodehougan und ihr Team klären kostenlos über die Vorsorgevollmacht auf. „Individuelle Beratungen bieten wir zu den Sprechzeiten dienstags und donnerstags von 8 bis 12 und 14 bis 18 Uhr sowie nach telefonischer Absprache an“, erklärt sie weiter. Wichtig zu wissen: Neben den Notaren führt auch die Betreuungsbehörde eine öffentliche Beglaubigung der Unterschrift unter der Vorsorgevollmacht durch. Der Identitätsabgleich kostet 10 Euro.

Wer nicht mehr handlungsfähig ist, weil er beispielsweise einen Schlaganfall erlitten hat, braucht einen gesetzlichen Vertreter. „Ehepartner oder Kinder sind nicht automatisch gesetzlich vertretungsberechtigt“, betont Katharina Zodehougan. Die Vorsorgevollmacht für eine Vertrauensperson sei eine gute Alternative, um einer gerichtlich angeordneten Betreuung vorzubeugen.

Plakatmotiv: junge Frau vor grünem Hintergrund reckt die Daumen hoch - Vorsorgevollmacht - Ich hab's gemacht!
© Gestaltung: Ö GRAFIK / Foto: K.-P. Adler / Fotolia

Beim Erstellen der Vollmacht hilft die Betreuungsbehörde jedoch nicht. Allerdings gibt sie Empfehlungen. „Bevor man die Person des Vertrauens mit Namen und Anschrift benennt, sollte man zuerst mit ihr alles durchsprechen, damit sie sich der Verantwortung bewusst wird, die sie mit ihrer Unterschrift unter die Vollmacht übernimmt“, so Katharina Zodehougan. Ratsuchenden empfiehlt sie, die Musterformulare des Bundes- oder des Sächsischen Justizministeriums zu verwenden, die man auch unter www.dresden.de/betreuungsbehoerde findet. „In diesen Formularen ist alles Wesentliche berücksichtigt und die Gerichte erkennen sie an“, so Katharina Zodehougan. Aber selbst wer dort den Passus mit den Bankgeschäften mit Ja ankreuzt, bewirkt damit noch nicht, dass die Vollmacht und damit die Person des Vertrauens von der Bank akzeptiert werden. Die Betreuungsbehörde rät, zur Bank zu gehen und dort eine gesonderte Konto- bzw. Depotvollmacht einzurichten.

Die Vorsorgevollmacht kann man zu Hause aufbewahren. Wo genau, muss die Vertrauensperson natürlich wissen. Denn nur das Original berechtigt sie zum Handeln. Die Betreuungsbehörde rät dazu, die Vollmacht im Zentralen Vorsorgeregister der Bundesnotarkammer registrieren zu lassen. Denn tritt der Betreuungsfall ein, etwa durch einen Unfall, fragt das Gericht zuerst beim Register nach, ob eine Vorsorgevollmacht vorliegt. Ist das der Fall, kann die Vertrauensperson kontaktiert werden. Es sollte überlegt werden, die Vollmacht auch über den Tod hinaus zu erteilen. Dann kann der Bevollmächtigte in der Zeit, wo noch kein Erbschein vorliegt, all jene Dinge tun, die keinen Aufschub dulden – zum Beispiel die Beerdigung regeln und die Wohnung auflösen.

Wer eine Vorsorgevollmacht zu Papier bringt, sollte auch über eine Patientenverfügung nachdenken. Für den Fall, dass man nicht mehr ansprechbar ist und entscheiden kann, legt man darin fest, ob und welche medizinische Behandlung man wünscht bzw. nicht wünscht. Zur Patientenverfügung berät die Betreuungsbehörde zwar nicht, sie hält für Interessierte jedoch eine Broschüre bereit, die zu diesem Thema informiert und Textbausteine für exemplarische Situationen enthält.

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