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https://www.dresden.de/de/rathaus/aktuelles/pressemitteilungen/2017/05/pm_039.php 15.05.2017 16:38:12 Uhr 15.12.2017 16:58:18 Uhr
10.05.2017

Kein Alkohol unterwegs!

Aktionswoche wirbt vom 13. bis 21. Mai für Nüchternheit im Straßenverkehr

Mit Alkohol im Blut ans Steuer oder aufs Fahrrad? Bitte nicht! Fast 218 Verkehrsunfälle mit alkoholisierten Fahrern allein im vergangenen Jahr in Dresden sind zu viele. Betrunken in Bus und Bahn? Besser nicht. Enthemmte Fahrgäste gefährden sich selbst und andere. „Kein Alkohol unterwegs!“ lautet deshalb vom 13. bis 21. Mai das Motto der Aktionswoche für Nüchternheit im Straßenverkehr. Mehr Informationen zu dieser bundesweiten Präventionskampagne sind auf der Seite www.aktionswoche-alkohol.de zu finden.

„Die Aktionswoche will alle Verkehrsteilnehmer ansprechen.“, sagt die Beigeordnete für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Wohnen Dr. Kristin Klaudia Kaufmann. Aus gutem Grund: Das Unfallrisiko steigt bereits bei geringem Alkoholeinfluss  – nicht nur für Autofahrer, sondern auch für Menschen, die mit dem Fahrrad oder zu Fuß unterwegs sind. Alkoholisierte Fahrgäste in Bus und Bahn stören und gefährden ihre Mitreisenden, wenn sie pöbeln, aufdringlich oder aggressiv werden. „Gegen den bewussten und vor allem maßvollen Genuss von Alkohol ist nichts einzuwenden. Er gehört zu unserer Kultur. Allerdings trinken 30 Prozent der Dresdner zu viel Alkohol. Hier setzen wir mit unseren Präventionsangeboten an. Wir wollen alle, die Alkohol trinken, dazu anregen, über ihren Konsum selbstkritisch und frühzeitig nachzudenken“, betont Kaufmann.

Zu den Dresdner Präventionsangeboten gehören unter anderem:

Die Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB) weisen anlässlich der Aktionswoche auf das neue Piktogramm „Bitte hier keinen Alkohol trinken“ hin. Es appelliert in allen Bahnen und Bussen an die Fahrgäste, während der Fahrt auf den Genuss von Alkohol zu verzichten. „Was für die einen Teil eines unkonventionellen Lebensstils ist, kann andere stören oder beeinträchtigen“, sagt DVB-Vorstand Lars Seiffert. Mit Sorge betrachtet er, dass Partygänger schon auf der Hinfahrt in Straßenbahnen und Bussen „vorglühen“ oder auf dem Heimweg einen „Absacker“ nehmen. Das „Wegebier“ sei inzwischen sogar tagsüber zu beobachten. „Insbesondere Kinder und Jugendliche erleben damit ein falsches Vorbild.“ unterstreicht Seiffert. Die DVB-Servicecenter bieten in der Aktionswoche Materialien zum Thema Alkohol an. Darunter befinden sich ein Selbsttest und Give Aways wie Hosen-Schnappbänder für Fahrradfahrer. Allerdings: „Wer Alkohol getrunken hat, sollte das Fahrrad genauso wie das Auto stehen lassen und besser öffentliche Verkehrsmittel nutzen. Vorausgesetzt, sie setzen das Trinken während der Fahrt mit Bus und Bahn nicht fort“, sagt Dresdens Radverkehrsverantwortliche Nora Ludwig. Dafür wirbt die Stadt mit der pfiffig gestalteten Postkarte „Dresden radelt nüchtern“, die in den Bürgerbüros und beim DVB-Service ausliegt. Seit 2017 gelten auf dem Fahrrad klare Promillegrenzen. Es drohen Strafanzeige, Geldbuße und Führerscheinentzug, wenn die Fahrerin oder der Fahrer mit 1,6 Promille und mehr erwischt wird. Schon ab einem Promillewert von 0,3 wird Strafanzeige gestellt.

Das Carsharing-Unternehmen teilAuto stattet alle seine 250 Dresdner Mietwagen mit Parkscheiben der Aktionswoche aus, diese bleiben auch nach dem 21. Mai in den Autos.

Die Dresdner Fahrerlaubnisbehörde erhielt im Jahr 2016 insgesamt 468 Polizeimitteilungen aufgrund von Alkohol im Straßenverkehr. Das sind gut doppelt so viele wie noch im Jahr 2013 (226 Mitteilungen). In 83 Fällen musste das Führen fahrerlaubnisfreier Fahrzeuge (z. B. Mofa, Fahrräder) verboten werden – zum Beispiel weil ein Fahrrad mit mehr als 1,6 Promille Blutalkoholkonzentration geführt wurde. 2015 waren es 87 und im Jahr zuvor 65 Verbote. Im Jahr 2015 wurden 208 Verkehrsunfälle von Personen verursacht, die unter Alkoholeinfluss standen.

Hintergrund:

Um Suchterkrankungen zu reduzieren und ein gesundes Aufwachsen in Dresden zu ermöglichen, hat der Dresdner Stadtrat im Juli 2015 ein Strategiepapier zur Suchtprävention beschlossen. Dieses Strategiepapier, Kontakte zu den Dresdner Suchtberatungs- und Suchtbehandlungsstellen sowie weitere Informationen rund um das Thema Sucht stehen zum Download unter www.dresden.de/sucht bereit.

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