Landeshauptstadt Dresden - www.dresden.de

https://www.dresden.de/de/rathaus/aktuelles/pressemitteilungen/2017/04/pm_074.php 27.04.2017 10:25:57 Uhr 15.12.2017 17:01:01 Uhr
24.04.2017

Mit umweltschonendem Heißdampf gegen Unkraut auf städtischen Friedhöfen

Neben den Möglichkeiten zur Natur-Bestattung geht das Städtische Friedhofs- und Bestattungswesen nun einen weiteren naturnahen Schritt: Ab diesem Frühjahr wird Unkraut mit Heißdampf statt mit Chemie bekämpft. Dazu hat der städtische Eigenbetrieb ein Heißdampfgerät mit zugehörigem Fahrzeug im Wert von zusammen 87 500 Euro angeschafft.

Bei einem Vorführtermin auf dem Heidefriedhof nahm heute, 24. April, die Beigeordnete für Umwelt und Kommunalwirtschaft Eva Jähnigen die neue Technik in Augenschein und zeigte sich erfreut: „Die Stadt hat sich im vergangenen Jahr dazu entschieden, auf den Einsatz des Totalherbizides Glyphosat zu verzichten. Die städtischen Friedhöfe treten nun den Beweis an, dass Pflege ohne Unkrautvernichtungsmittel möglich ist. Auch der städtische Regiebetrieb Zentrale Technische Dienste verwendet diese umweltschonende Methode bereits mehr und mehr. Ich bin gespannt auf die Erfahrungen, die dabei gesammelt werden.“

0
Heißdampfgerät mit zugehörigem Fahrzeug im Einsatz
© Diana Petters

Dampf als umweltschonende Methode zur Unkrautbekämpfung gewinnt immer weiter an Bedeutung. Bei diesem Verfahren wird heißer Wasserdampf auf das Unkraut gesprüht und dadurch der Vegetationspunkt und die Zellen zerstört. Bereits nach wenigen Minuten ist die Wirkung feststellbar. Das Pflanzengewebe verfärbt sich dunkel, später vertrocknen und zerfallen die Pflanzen. Der Verzicht auf Unkrautvernichtungsmittel ist auch eine Maßnahme zum Schutz der heimischen Artenvielfalt, zum Beispiel von Bienen. Der Einsatzbereich des Heißdampfgerätes erstreckt sich bei den städtischen Friedhöfen auf befestigte, also gepflasterte oder betonierte Wege und Plätze aller Art, ebenso auf wasserdurchlässige Oberflächen und Treppen. Auch wenn die Wurzeln nicht sofort vollständig vernichtet werden, wird das Unkraut mit jeder Heißwasserbehandlung weiter geschwächt. Bei regelmäßiger Anwendung wird das Nachwachsen gehemmt und die Anwendungshäufigkeit bereits im zweiten Jahr deutlich geringer. Dafür sind drei bis vier Behandlungen im Jahr ausreichend. Vorteile gegenüber anderen Verfahren sind neben der geringen Umweltbelastung weniger Lärm, ein hoher Wirkungsgrad sowie die Einsatzmöglichkeit auf allen Untergründen, auch für kritische und schlecht zugängliche Bereiche.

Bereits seit dem Jahr 2014 arbeitet der Eigenbetrieb Städtisches bei der Unkrautbekämpfung auf den kommunalen Friedhöfen nur noch auf ökologischer Basis und verzichtet damit auf die Ausbringung jeglicher Pflanzenschutzmittel. Seither werden alle Wegeflächen abgeflammt bzw. das Unkraut mechanisch bekämpft. Im Gegensatz zum chemischen Herbizideinsatz mit systemischen Pflanzenschutzmitteln muss der Eigenbetrieb die Pflegedurchgänge häufiger durchführen (chemisch zweimal pro Jahr, thermisch etwa sechsmal bis achtmal pro Jahr). Ein großes Problem des Abflammens ist die Abdrift der heißen Luft an den Wegrändern in bestehende Gräber mit den daraus entstehenden Verbrennungen an pflanzlichen Einfassungen. Weiterhin ist im Sommer die Waldbrandgefahr zu beachten. Die mechanische Unkrautbekämpfung wird mit dem Mähfaden der Motorsense durchgeführt. Ein Hacken des Unkrautes ist auf Grund der teils stark verschlissenen Wegedecken nicht möglich. Auch dieser Pflegedurchgang muss mehrfach pro Jahr und Fläche erfolgen. Für die Mitarbeiter ist diese Arbeit körperlich sehr anstrengend und laut. Aus diesen Gründen entschloss sich die Betriebsleitung dazu, ein mobiles Heißdampfgerät mit Geräteträger zur Unkrautbekämpfung anzuschaffen. Mehrfache Vorführungen vor Ort zeigten, dass das Heißdampffahrzeug in der Lage ist, alle gestellten Anforderungen zu erfüllen und eine gezielte sowie effiziente Unkrautbekämpfung bei schonendem Personaleinsatz zu ermöglichen.

Drucken