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https://www.dresden.de/de/rathaus/aktuelles/pressemitteilungen/2017/03/pm_041.php 21.03.2017 15:05:16 Uhr 21.07.2017 00:39:24 Uhr
14.03.2017

Krötenwanderung beginnt

Umweltamt bittet um Beachtung der Hinweisschilder

In Erwartung der Krötenwanderung hat die Landeshauptstadt Dresden in der letzten Woche Amphibienzäune aufgebaut. Die Amphibienwanderung wird durch hohe Feuchtigkeit und entsprechende Temperaturen ausgelöst.

In Dresden werden alle Amphibienzäune durch Anwohner, Naturschutzhelfer oder Mitglieder von Naturschutzverbänden ausschließlich ehrenamtlich betreut. Die Fangeimer müssen morgens und abends geleert werden, zudem registrieren die Helfer alle wandernden Tiere. Im vergangenen Jahr erhielten in Dresden über 22 000 Tiere Straßenquerungshilfe in der beschriebenen Art. Für dieses Jahr wird mit einem gleichen Ergebnis gerechnet.

Kröte trägt Kröte Huckepack
© Sebastian Schmidt, Umweltamt

Neben größeren Zaunabschnitten, wie an der Ullersdorfer Landstraße in Dresden-Weißig, am Rand der Dresdner Heide bei Liegau-Augustusbad (allerdings auf Dresdner Flur), an der Langebrücker Straße in Klotzsche oder in Steinbach wurden auch viele kleinere Zäune aufgebaut, beispielsweise in Altgorbitz, Helfenberg, Altfranken, am oberen Stausee bei Rennersdorf und am Rossendorfer Teich. Die Gesamtlänge aller in diesem Jahr in Dresden aufgestellten Krötenzäune beträgt stattliche 3,3 Kilometer.

Alle heimischen Amphibien sind für ihre Fortpflanzung auf Wasser angewiesen, welches sie im Frühjahr wandernd erreichen. Im Wasser erfolgen dann die Paarung, die Eiablage – das sog. Ablaichen – und über das Kaulquappenstadium die Entwicklung zum erwachsenen Tier. Dieses wandert dann bei nicht wassergebunden Arten wieder vom Gewässer weg in seinen Landlebensraum. Bei so viel Bewegung im Gelände bleibt es nicht aus, dass auch stark befahrene Straßen überquert werden müssen, was für die Tiere eine große Gefahr bedeutet. Hier setzen die Amphibienzäune an. Statt auf die Straße zu laufen werden die Lurche in dahinter eingegrabenen Eimern gefangen und mit menschlicher Hilfe über die Straße getragen.

Das Umweltamt appelliert an alle Dresdner Autofahrer, die zusätzlich zu den Zäunen aufgestellten Verkehrszeichen mit abgebildeter Kröte als Hinweis auf Amphibienwanderungen zu beachten. Oft sind diese Schilder mit einer Geschwindigkeitsbegrenzung verbunden, die auch aus Naturschutzgründen beachtet werden sollte. Denn selbst eine mit höherer Geschwindigkeit zwischen die Räder genommene Kröte überlebt dieses nicht. Sie stirbt durch die entstehenden Luftdruckunterschiede, weil die inneren Organe auch ohne direkten Fahrzeugkontakt zerreißen.

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