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https://www.dresden.de/de/rathaus/aktuelles/demokratie-respekt/marwa-el-sherbini.php 24.10.2019 13:38:02 Uhr 13.11.2019 04:12:41 Uhr
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© Marion Döring. Die Marwa-El-Sherbini-Stipendiatin 2019 Maya Singh

Marwa El-Sherbini

Warum ein Gedenktag für Marwa El-Sherbini?

Marwa El-Sherbini wurde in der Landeshauptstadt Dresden aus rassistischem und islamfeindlichem Hass ermordet.

Marwa El-Sherbini wurde 1977 in der ägyptischen Stadt Alexandria geboren. Sie war Schulsprecherin am English Girls College und war von 1992 bis 1999 Mitglied der Handballnationalmannschaft. In ihrer Heimat studierte sie Pharmazie und kam 2005 gemeinsam mit ihrem Mann, dem Biologen Elwy Ali Okaz, nach Deutschland. Seit 2008 lebte die Familie in Dresden, wo Marwa El-Sherbini in einer Apotheke arbeitete.

Im August 2008 wurde Marwa El-Sherbini von ihrem späteren Mörder auf einem Dresdner Spielplatz als „Islamistin“ und „Terroristin“ beschimpft. Nach einer Anzeige bei der Polizei kam es am 1. Juli 2009 zur Gerichtsverhandlung im Dresdner Landgericht, bei der die schwangere El-Sherbini als Zeugin aussagen sollte. Als sie den Gerichtssaal verlassen wollte, tötete sie der Angeklagte, der Russlanddeutsche Alex Wiens, mit zahlreichen Messerstichen und verletzte auch ihren Mann schwer. Der dreijährige Sohn wurde Zeuge, wie seine Mutter verblutete. Der Täter wurde wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt; die besondere Schwere der Schuld wurde festgestellt.

Marwa El-Sherbini ist nicht das einzige Opfer fremdenfeindlicher Gewalt in Dresden: Bereits im April 1991 kam der mosambikanische Vertragsarbeiter Jorge Gomondai in Folge eines fremdenfeindlichen Übergriffs zu Tode.

Dem fremdenfeindlich motivierten Mord an Marwa El-Sherbini wird am 1. Juli eines jeden Jahres mit dem Ziel gedacht, ein Zeichen für eine weltoffene und tolerante Gesellschaft zu setzen, in der niemand aufgrund von Herkunft, Religion und Aussehen diskriminiert oder angegriffen wird.

Die Stadtverwaltung Dresden beteiligt sich seit 2009 am Vorbereitungskreis des Marwa El-Sherbini Gedenkens, dem verschiedene Einrichtungen und Vereine wie z. B. der Ausländerrat Dresden e. V. und der Johannstädter Kulturtreff angehören.

Marwa El Sherbini Stipendium

Zum Gedenken an Marwa El-Sherbini loben der Freistaat Sachsen und die Landeshauptstadt Dresden seit 2011 gemeinsam das „Marwa El-Sherbini Stipendium für Weltoffenheit und Toleranz“ aus. Ziel dieses Förderprogramms ist die Unterstützung zukünftiger Führungs- und Fachkräfte, die gesellschaftliche Verantwortung übernehmen und sich aktiv für Freiheit, Demokratie sowie die Grund- und Menschenrechte einsetzen.

Dazu Oberbürgermeister Dirk Hilbert: „Jeden Tag werden wir durch den Tod dieser beiden Menschen schmerzlich daran erinnert, wie wichtig die Auseinandersetzung mit Rassismus und die gemeinsame Suche nach Wegen des partnerschaftlichen, respektvollen Miteinanders für eine friedliche und offene Stadtgesellschaft sind“.

Portraits bisheriger Stipendiatinnen

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