Landeshauptstadt Dresden - www.dresden.de

https://www.dresden.de/de/rathaus/aemter-und-einrichtungen/unternehmen/stadtarchiv/praesentationen/archivalien-des-monats.php 10.01.2020 09:27:12 Uhr 21.01.2020 02:08:22 Uhr

Archivalien des Monats

Januar 2020

Heeresbäckerei im Jahr 1993
Heeresbäckerei im Jahr 1993

Vom Mehlspeicher zum Geschichtsspeicher der Stadt Dresden. Vor 20 Jahren bezog das Stadtarchiv die Heeresbäckerei.

Am 18. Januar 2000 öffnete das Stadtarchiv Dresden seine frisch sanierten Pforten in der ehemaligen Heeresbäckerei auf der Elisabeth-Boer-Straße 1. Der vergangene Hauptsitz auf der Marienallee im alten Kriegsarchiv der sächsischen Armee verfügte über sieben weitere Außenstellen in der Stadt seit 1945 und war stark sanierungsbedürftig. Der Stadtratsbeschluss vom 25. September 1997 bestätigte den neuen Standort des Stadtarchivs und dessen Entwicklungskonzeption mit den benötigten Finanzplanungen. Somit können seit der Zusammenführung mit den Außenstellen im Jahr 2000 und dem dazugehörigen Zwischenarchiv (2012) derzeit 42 Kilometer Archiv- und Sammlungsgut aufbewahrt werden. Darunter befinden sich 4200 Urkunden, 123 000 Karten, Pläne und Risse, 517 000 Fotos sowie 45 000 Bibliotheksbände aus der über 800-jährigen Geschichte der Stadt Dresden.

Das Gelände der ehemaligen Heeresbäckerei in der Dresdner Albertstadt umfasst ungefähr 9 ha und war Bestandteil der nach dem Deutsch-Französischen Krieg vom damaligen sächsischen Kriegsminister General von Fabrice entworfenen Garnisonsstadt. Nach 1877 wurde dieses Areal nach König Albert umbenannt. Die für das Militär konzipierte Heeresbäckerei nutzten bis 1991 die jeweiligen Militärverbände, zuletzt die Sowjetarmee. Von 1993 bis 1999 verfiel das Gebiet und eine Nutzung erfolgte nur teilweise. 

Die Archivale des Monats zeigt eine Momentaufnahme des ehemaligen Mehlspeichers aus dem Jahr 1993. Professor Jörg Schöner dokumentierte im Auftrag für den Freistaat Sachen die ehemaligen GUS-Liegenschaften. 2000 zog nach der schrittweisen Sanierung des denkmalgeschützten Areals das Stadtarchiv ein. Anstelle von Mehl lagern stattdessen historische Archivalien – dazu zählen auch die zahlreichen Fotografien von Jörg Schöner. Das Stadtarchiv Dresden übernahm im September 2018 den fotografischen Bestand von Professor Schöner mit circa 32.000 Fotos. Anlässlich seines 75. Geburtstags zeigt das Stadtarchiv eine besondere Auswahl von seinen Fotografien. Die Bilder dokumentieren öffentliche Bauvorhaben des Freistaats Sachsen und der Stadt Dresden. Zu seinem Portfolio gehören ebenfalls Bilder von den Sparkassengebäuden am Güntzplatz und Altmarkt sowie von der Kreuzkirche, Hofkirche und Synagoge. Jörg Schöner entwickelte ein digitales System zur Darstellung von Fassaden- und Gebäudeoberflächen in Originalgröße. Diese Methode unterstützt Restauratoren bei Aufmaßarbeiten und bildet die Grundlage der Zustandsdokumentation des rekonstruierten Historischen Grünen Gewölbes und dem Monitoring-Programm am Dresdner Zwinger. Vervollständigt wird der Bestand durch die Übergabe seines Luftbildarchivs der Jahre 1992 bis 2011, in dem besonders die Veränderungen der Dresdner Innenstadt dokumentiert wurden.

Quelle: Stadtarchiv Dresden, 17.6.2.23, Bildarchiv, Jörg Schöner.

Annemarie Niering

Drucken