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https://www.dresden.de/de/rathaus/aemter-und-einrichtungen/unternehmen/stadtarchiv/Archivpaedagogik.php 10.02.2026 11:22:51 Uhr 12.07.2026 23:46:52 Uhr

Archivpädagogik

"Vom Ankommen, Bleiben und Gehen" – Dresden 89/90

Zeichnung einer Stadt und unten links befindet sich eine große Gruppe Menschen
Titelbild der Broschüre "Vom Ankommen, Bleiben und Gehen"

Der Umgang und die Begegnung mit Fremde(n) als historischer Normalfall hat sich in der Geschichte – von der Antike bis zur Gegenwart – immer wieder verändert. Unverändert blieb, dass das Verständnis von dem, was und wer als fremd begriffen wird, einen ersten Zugang zur bislang unbekannten Kultur- und Alltagsgeschichte eröffnen kann.

Fremd ist alles, was anders und uns unbekannt ist. Das kann ein Mensch, eine Landschaft, ein Gefühl, ein Erlebnis sein. Oftmals stehen die Menschen dem Fremden angstvoll, nicht selten aber auch neugierig gegenüber. Mit dem inhaltlichen Schwerpunkt auf die lokalen Transformationsereignisse 1989/1990 in Dresden sollen gesellschaftliche Veränderungsprozesse nachvollzogen werden. Was wollten die Menschen erreichen und welche Schwierigkeiten galt es noch zu überwinden? Im Stadtarchiv wollen wir gemeinsam die Erscheinungen von Fremdheit und Heimat in der Dresdner Geschichte entdecken und anhand von historischen Dokumenten ergründen.

Das Stadtarchiv bietet als außerschulischer Lernort drei archivpädagogische Module zu diesem Thema an. Damit Geschichte lebendig und greifbar wird, können Schülerinnen und Schüler anhand lokaler historischer Dokumente die Bedingungen, Herausforderungen und Möglichkeiten von Migration und Fremdheit selbst erkunden, hinterfragen und diskutieren.

Die Schülerbroschüre und den Lehrerflyer finden Sie hier zum Herunterladen:

"Fremde Leuthe allhier ..." im 15. bis 17. Jahrhundert

Lehrerflyer zum archivpädagogischen Programm des Stadtarchivs
Lehrerflyer zum archivpädagogischen Programm des Stadtarchivs

Das am 1. Dezember 2017 begonnene archivpädagogische Projekt „Fremde in Dresden“, welches durch die freundliche Unterstützung der Volker-Homann-Stiftung finanziert worden ist, konnte im Februar 2020 erfolgreich abgeschlossen werden. Seit März 2018 haben bereits mehr als 150 Dresdner Schülerinnen und Schüler aus den 9. Klassen des Gymnasiums Dreikönigschule und des Gymnasiums Bürgerwiese an einem Mehrtages- und Tagesmodul teilgenommen. Weiterhin wurden Projekttage mit dem Marie-Curie-Gymnasium sowie der Berufsfachschule für Alterspflege der Diakonissenanstalt Dresden durchgeführt.

Das Ziel des archivpädagogischen Projekts ist es, am außerschulischen Lernort Stadtarchiv das Thema „Fremd“ und „Fremde“ zu thematisieren und - mit Blick auf den eigenen Erfahrungshorizont - ein multiperspektivisches Geschichtsbewusstsein zu fördern. Dies geschieht mit der Auseinandersetzung von Fremdheit anhand von Konfliktsituationen im frühneuzeitlichen Dresden. So erfahren die Schülerinnen und Schüler, wer in die Stadt hinein darf und wer darüber entscheidet. Welche Grenzen gilt es für Fremde zu überwinden, um Zugang zur Stadt zu erhalten? Wie reagiert der Stadtrat bei Ausbruch von Krankheiten (z.B. die Pest) in Bezug auf Nichtdresdner? Welche Kontrollmaßnahmen stehen den städtischen Obrigkeiten zu? Auf alle diese Fragen sollen die Schüler anhand von Originalquellen Antworten finden. Anhand der lokalhistorischen Beispiele erweitern die Schülerinnen und Schüler ihre historischen Kenntnisse und methodischen Kompetenzen durch die Arbeit mit Originalquellen aus dem Stadtarchiv Dresden. Dazu zählt unter anderem das Kennenlernen von Arbeitsweisen im Archiv, wie beispielsweise Recherchetechniken, die Anwendung der kritischen Quellenanalyse und Ergebnispräsentation.

"Geschichte erleben und entdecken" - Archivpädagogisches Angebot des Stadtarchivs Dresden

Eine Seite aus der Broschüre, die die Feder und die Perlenkette zeigt.
Eine Seite aus der Broschüre

Zur Unterstützung für die Schülerinnen und Schüler wurde eine Broschüre erstellt, die als Handout das Seminar thematisch zusammenfasst. Mittels einer Perlenschnur werden regionale, nationale und globale Ereignisse im Zeitraum vom 15. bis 17. Jahrhundert dargestellt. Eine kleine Comicstory leitet zu den im Stadtarchiv befindlichen Quellen, beispielsweise die Mandate des Stadtrats, über. Zudem erhält die Broschüre eine Übersicht zu grundlegenden archivischen Fachbegriffen sowie eine Kurzanleitung zur kritischen Quellenanalyse.

Weiterhin wurde ein interaktives Rollenspiel entwickelt, das ebenfalls als spielerische Präsentation der Ergebnisse genutzt werden kann. Als Spielbrett dient ein Stadtplan Dresdens aus der Mitte des 16. Jahrhunderts. Der Plan wurde mittels Reproduktion auf einen PVC-Teppich aufgedruckt und ist zur Vermittlung eines räumlichen Eindruckes für die Schülerinnen und Schüler begehbar.

Anmeldung

Anmeldungenen zum archivpädagogischen Projekt bitte per Email an: stadtarchiv@dresden.de oder telefonisch unter der 0351-4881515.

Die Schülerbroschüre und den Lehrerflyer finden Sie hier zum Herunterladen: