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https://www.dresden.de/de/leben/wohnen/wohnhilfen/interview-mieterhoehung-und-betriebskosten.php 24.05.2019 14:45:04 Uhr 15.11.2019 12:06:40 Uhr

Mieterhöhung und Betriebskosten

Kaufmann rät: Mieterhöhung und Betriebskosten sorgfältig prüfen

Mieterhöhungen und Betriebskostenabrechnungen sollten nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Darauf machen die Dresdner Sozialbürgermeisterin, Dr. Kristin Klaudia Kaufmann, der Vorsitzende des Mietervereins, Peter Bartels, und der Leiter der Verbraucherzentrale in Dresden, Robert Hoyer, gemeinsam aufmerksam.

Peter Bartels: „In der ganz überwiegenden Zahl der Fälle ist das Verhältnis von Mietern und Vermietern in Dresden gut und partnerschaftlich. Für Ärger können besonders Mieterhöhungen, Wohnungsmängel, Sanierungsvorhaben und Modernisierungsumlagen sowie hohe Betriebskostenrechnungen sorgen.“ Schwerpunktmäßig beschäftigen sich die sechs Vereinsjuristen derzeit mit Mieterhöhungen und Betriebskosten und hier insbesondere mit der Abrechnung für Hausmeister, Grünflächenpflege und Winterdienst. „Unsere Erfahrung zeigt, dass jede zweite Betriebskostenabrechnung fehlerhaft ist“, verdeutlicht Bartels.

Robert Hoyer: „Insbesondere die Heizkostenabrechnung ist für Mieterinnen und Mieter häufig ein Buch mit sieben Siegeln. Nicht selten nehmen Betroffene die Abrechnungen und die damit verbundenen finanziellen Einbußen ungeprüft hin.“

Dr. Kristin Klaudia Kaufmann: „Die Landeshauptstadt Dresden hat ein starkes Interesse daran, dass es nicht zu ungerechtfertigten Mieterhöhungen, falschen Betriebskostenabrechnungen und Ähnlichem kommt. Ich rufe daher alle Mieterinnen und Mieter auf, Abrechnungen und Mieterhöhungen kritisch zu prüfen. Wenn Sie sich nicht sicher sind, fragen Sie bei ihrem Vermieter nach! Kann dieser Ihre Fragen in einer angemessenen Frist nicht beantworten oder verstärkt sich Ihr Verdacht, dass an der Abrechnung oder der Erhöhung etwas nicht stimmt, suchen Sie sich am besten juristische Unterstützung. Neben Anwälten sind der Mieterverein und die Verbraucherzentrale Sachsen gute Anlaufpunkte.“

Mieter geben in Dresden durchschnittlich 28 Prozent ihres Haushaltsnettoeinkommens für Wohnkosten aus. Das geht aus der aktuellen Kommunalen Bürgerumfrage 2018 hervor. Bei Haushalten mit geringem Einkommen (bis 60 Prozent des durchschnittlichen Äquivalenzeinkommens) ist die Wohnkostenbelastung mit 44 Prozent wesentlich höher. Gerade für solche einkommensschwachen Mieter und Schwellenhaushalte sind Kostensteigerungen ein Problem. Wohngeld oder Leistungen für Unterkunft und Heizung müssen dann verstärkt in Anspruch genommen werden. Da es sich bei einem Mietvertrag um ein einzelvertragliches Verhältnis zwischen Mieter und Vermieter handelt, kann die Stadt jedoch nicht selbst einschreiten. Deshalb bietet das Sozialamt Haushalten mit geringem Einkommen einen Gutschein für eine kostenfreie mietrechtliche Beratung beim Mieterverein an. Den Gutschein bekommen Haushalte, die Arbeitslosengeld II oder Sozialgeld vom Jobcenter bzw. Grundsicherungs- oder Asylbewerberleistungen vom Sozialamt beziehen. Nähere Informationen dazu finden Sie auf www.dresden.de/mietrechtsberatung

Die Mitgliedschaft beim Mieterverein kostet jährlich 84 Euro. Hinzu kommt ein einmaliger Aufnahmebeitrag. Die Mitgliedschaft beinhaltet unter anderem die kostenlose Rechtsberatung zu allen mietrechtlichen Problemen, die Prüfung von Dokumenten, die Übernahme des notwendigen Schriftverkehrs mit der Vermieterseite und eine Rechtsschutzversicherung. Alternativ zur Vollmitgliedschaft kann für 45 Euro eine in den Leistungen reduzierte Kurzmitgliedschaft für die Dauer von drei Monaten mit bis zu drei Beratungseinheiten à 20 Minuten abgeschlossen werden.

Die Verbraucherzentrale bietet eine kostenfreie Energieberatung; diese beinhaltet auch die Überprüfung der Heizkostenabrechnung und die Möglichkeit eines kostenfreien Basis-Checks bei Betroffenen zuhause durch Energieberater der Verbraucherzentrale. Eine halbstündige Rechtsberatung zur Heizkostenabrechnung und eine 15-minütige persönliche Mietrechtsberatung kosten jeweils 15 Euro.

Wie viele andere deutsche Großstädte ist Dresden eine Mieterstadt. Rund 83 Prozent der Dresdner Haushalte wohnen zur Miete. Wohnungsgenossenschaften, große private Wohnungsunternehmen und viele private Einzeleigentümer bieten in Dresden ein vielfältiges Mietwohnungsangebot. Insgesamt 299.403 Wohnungen gibt es in der Stadt (Stand 30.09.2018), darunter sind etwa 249.000 Mietwohnungen.

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