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Landeshauptstadt Dresden - www.dresden.de https://www.dresden.de/de/leben/stadtportrait/europa/europaarbeit/aktuelles-2026-06.cities-mission-conference-2026.php 09.06.2026 14:40:12 Uhr 10.10.2026 12:36:28 Uhr |
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Dresden bei der Cities Mission Conference 2026 in Turin
Unter dem Motto "Delivering Europe’s Urban Climate Transition" kamen Vertreterinnen und Vertreter von Städten, EU-Institutionen, Forschungseinrichtungen und Projekten aus ganz Europa zusammen, um Erfahrungen auszutauschen und konkrete Lösungen für die urbane Transformation zu diskutieren.
Die Landeshauptstadt Dresden war mit Vertreterinnen und Vertretern aus den Bereichen EU-Städtemission, Smart City und europäischen Kooperationsprojekten vor Ort. Als Mission City nutzte Dresden die Konferenz, um bestehende Partnerschaften zu vertiefen, neue Kontakte zu knüpfen und Anregungen für die Umsetzung der eigenen Klimaneutralitätsziele mitzunehmen.
Starke Partnerschaft mit Chmelnyzkyj
Ein besonderer Schwerpunkt der Dresdner Teilnahme lag auf dem Austausch mit der ukrainischen Partnerstadt Chmelnyzkyj. Über die Plätze der Mission City Dresden konnte Inna Palii, Leiterin der Abteilung für internationale Zusammenarbeit der Stadtverwaltung Chmelnyzkyj, an der Konferenz teilnehmen. Ihre Reise wurde aus den U_CAN-Mitteln der Landeshauptstadt Dresden finanziert.
U_CAN (Ukraine towards Carbon Neutrality) ist eines der EU-Projekte, in denen sich die Landeshauptstadt Dresden engagiert. Im Rahmen mehrerer Treffen tauschten sich die Partner über die laufenden Aktivitäten in diesem Projekt sowie die weitere Solidaritätszusammenarbeit zwischen Dresden, Chmelnyzkyj und Stuttgart aus. Dabei wurden auch erste organisatorische und inhaltliche Fragen für die im September geplante Delegationsreise aus Chmelnyzkyj nach Dresden besprochen.
Für Chmelnyzkyj bot die Konferenz die Möglichkeit, aktuelle europäische Entwicklungen im Bereich nachhaltige Mobilität, Energieeffizienz und kommunale Klimapolitik kennenzulernen sowie bestehende Netzwerke auszubauen. Kurz vor der Konferenz wurde die ukrainische Stadt zudem als neues Mitglied des internationalen Städtenetzwerks ICLEI aufgenommen und konnte die Veranstaltung nutzen, um erste Gespräche mit Vertreterinnen und Vertretern des Netzwerks zu führen.
Inna Palii, Leiterin der Abteilung für internationale Zusammenarbeit der Stadtverwaltung Chmelnyzkyj"Auch wenn Chmelnyzkyj derzeit mit den Folgen des Krieges konfrontiert ist, denken wir weiterhin über Klima und die langfristige Zukunft unserer Stadt nach. Durch U_CAN können wir europäische Erfahrungen aufnehmen und an unsere lokalen Bedingungen anpassen."
U_CAN stärkt europäisch-ukrainischen Wissensaustausch
Das EU-Projekt U_CAN war auf der Konferenz durch die Projektpartner vertreten. In Gesprächen mit NetZeroCities und weiteren Akteuren wurden Möglichkeiten diskutiert, wie ukrainische Städte weiterhin in europäische Klimaschutz- und Transformationsprozesse eingebunden werden können.
Während die Unterstützung ukrainischer Städte bei der Missionskonferenz 2025 einen deutlich größeren Raum einnahm, standen in diesem Jahr stärker die konkreten Umsetzungsfragen der europäischen Mission Cities im Mittelpunkt. Umso wichtiger waren die Gespräche, um die Sichtbarkeit der ukrainischen Partner im europäischen Netzwerk aufrechtzuerhalten und neue Kooperationsmöglichkeiten zu erschließen.
Von der Strategie zur Umsetzung
Besonders positiv bewertete die Dresdner Delegation den starken Praxisbezug der diesjährigen Konferenz. Viele Veranstaltungen setzten auf kurze Pitch-Formate, in denen Städte, Unternehmen und Projekte konkrete Lösungsansätze vorstellten und ihre Erfahrungen offen teilten.
So standen beispielsweise in den Sessions "From Plan to Investment" oder "Powering the Future of Urban Mobility: AI & Smart Charging Innovations" Fragen der Finanzierung, Skalierung und praktischen Umsetzung von Klimaschutzmaßnahmen im Mittelpunkt. Der Austausch konzentrierte sich dabei weniger auf Strategien und Zielbilder als auf konkrete Projekte, Investitionen und Erfahrungen aus der Praxis.
Für Dresden ergaben sich daraus zahlreiche Anregungen für die Weiterentwicklung eigener Vorhaben im Bereich Klimaneutralität, Smart City und nachhaltige Mobilität.
Energy Transition Solutions Lab
Neben U_CAN war Dresden auf der Konferenz auch mit den Projekten NeutralPath, Mobilities for EU und EnAct4CleanCities vertreten. Die Veranstaltung bot eine gute Gelegenheit, sich mit Projektpartnern auszutauschen, Synergien zwischen den Vorhaben zu identifizieren sowie eigene Erfahrungen und "Lessons Learned" mit anderen europäischen Städten zu teilen.
Darüber hinaus beteiligte sich die Landeshauptstadt aktiv an der Session "Energy Transition Solutions Lab", die sich mit Energiewende und Bürgerbeteiligung beschäftigte. Im Austausch mit anderen Städten wurde deutlich, dass erfolgreiche Beteiligungsprozesse eine klare strategische Einbettung benötigen. Digitale Formate können dabei eine wichtige Rolle spielen, entfalten ihre Wirkung jedoch insbesondere dann, wenn sie Teil eines integrierten Ansatzes sind und durch vielfältige analoge und dialogorientierte Beteiligungsformate ergänzt werden.
"Conferenza Diffusa" - Inspiration durch die "Torino City Dives"
Zu den Höhepunkten der Konferenz gehörten die sogenannten "City Dives" am 27. Mai, bei denen die Teilnehmenden verschiedene Transformationsprojekte direkt vor Ort kennenlernen konnten. Die Stadt Turin präsentierte dabei eigene Projekte und Maßnahmen in unterschiedlichen Themenfeldern, darunter die Entwicklung von Grünflächen, die Umgestaltung von Industriebrachen, integriertes Klimadatenmanagement sowie Ansätze in den Bereichen Mobilität und Innovation.
Radka Roßner besuchte den City Dive Nr. 5 "Partnerships and Citizen-led Regeneration in Northern Torino", der Einblicke in die Entwicklung des Technologie- und Umweltstandorts Envipark sowie des ehemaligen Industrieareals Parco Dora gab. Im Mittelpunkt standen Fragen der Bürgerbeteiligung, der Zusammenarbeit zwischen Stadtverwaltung, Wirtschaft und Zivilgesellschaft sowie die Nutzung europäischer Fördermittel für nachhaltige Stadtentwicklung.
Die vorgestellten Projekte zeigten eindrucksvoll, wie ehemalige Industrieflächen in attraktive öffentliche Räume und Innovationsstandorte umgewandelt werden können. Für Dresden ergaben sich dabei interessante Parallelen zur Entwicklung des Südparks sowie zu den Vorbereitungen der Bundesgartenschau 2033. Besonders überzeugend war die Verbindung von Innovation, Stadtentwicklung, Nachhaltigkeit und Technologie.
Neue Kontakte für den Wiederaufbau und die Transformation ukrainischer Städte
Neben den offiziellen Programmpunkten entstanden auch neue Kontakte mit Potenzial für die zukünftige Zusammenarbeit. Während eines Austauschs zwischen der Dresdner Delegation und Inna Palii kam ein Gespräch mit Vertreterin der European Training Foundation (ETF) zustande. Die EU-Agentur mit Sitz in Turin unterstützt Partnerländer unter anderem bei Qualifizierung, Kompetenzentwicklung sowie beim grünen und gerechten Wandel.
Im Gespräch wurden erste Anknüpfungspunkte für eine mögliche Zusammenarbeit mit Chmelnytzkyj identifiziert. Denkbar sind gemeinsame Webinare, Qualifizierungsangebote oder Austauschformate zu Themen des Wiederaufbaus und der nachhaltigen Stadtentwicklung.
Die Bedeutung solcher Kooperationen hob Susanne M. Nielsen, Senior Advisor der ETF für Ukraine-Wiederaufbau und EU-Beitritt, auch im Nachgang der Konferenz hervor. In ihrem Fazit zur Cities Mission Conference betonte sie, dass die Treffen mit Vertreterinnen und Vertretern aus der Ukraine besonders bedeutsam gewesen seien: Trotz des anhaltenden Krieges arbeiteten ukrainische Städte bereits an einer grünen und resilienten Erholung, bei der lokale Kompetenzen und Fachkräfte eine zentrale Rolle spielen.
Die Gespräche zwischen der ETF und den ukrainischen Partnern sollen in den kommenden Monaten fortgesetzt und mögliche Kooperationsansätze konkretisiert werden.
Europäische Zusammenarbeit als Schlüssel zur Klimaneutralität
Die Cities Mission Conference 2026 hat erneut gezeigt, wie wichtig der europäische Austausch für die Umsetzung der Klimaneutralitätsziele ist. Für Dresden bot die Konferenz wertvolle Impulse für die eigene Stadtentwicklung, die Vertiefung bestehender Partnerschaften und die Weiterentwicklung des Projekts U_CAN.
Gleichzeitig wurde deutlich, dass die europäische Zusammenarbeit auch in Zeiten großer Herausforderungen eine wichtige Grundlage für Innovation, Wissenstransfer und nachhaltige Transformation bleibt – in Dresden ebenso wie in Chmelnytzkyj.