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https://www.dresden.de/de/leben/gesundheit/hygiene/infektionsschutz/corona/antworten.php 26.06.2020 08:16:06 Uhr 07.08.2020 13:50:46 Uhr
Rotes Herz und gelber Papierflieger auf blauem Hintergrund. Darunter der Text: Argumente retten Leben.

Antworten auf Fragen zum Coronavirus

Mit den geringen Corona-Infiziertenzahlen zum gegenwärtigen Zeitpunkt in Dresden kommen immer mehr Fragen nach der Notwendigkeit der Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie auf. Auch über die sozialen Medien der Landeshauptstadt Dresden äußern Dresdnerinnen und Dresdner ihr Unverständnis. Die Stadt Dresden reagiert nun auf die häufigsten Fragen mit Argumenten.

Die Infektionszahlen sind so gering.
Warum soll ich jetzt eine Maske tragen?

Weil Sie so andere schützen können! Nicht jeder, der mit dem Coronavirus in Kontakt war, bekommt die typischen Symptome wie Husten und Fieber. Aber trotzdem kann er das Virus weitergeben. Oft treten zum Beispiel in den ersten Tagen nach einer Infektion noch gar keine Symptome auf, aber gerade in dieser Zeit ist man besonders ansteckend.

Wer eine Mund-Nasen-Bedeckung trägt, verringert das Risiko, dass Tröpfchen beim Atmen oder Sprechen freigegeben werden. Damit sinkt auch die Wahrscheinlichkeit unwissend und ungewollt andere anzustecken. Das gilt insbesondere bei Kontakt mit Risikopersonen.

Es gibt keine allgemeine Maskenpflicht. Es wird jedoch dringend empfohlen, im öffentlichen Raum eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen. Es ist aber auch möglich, den Mund und die Nase durch ein Tuch oder einen Schal abzudecken.

Vorgeschrieben ist die Mund-Nase-Bedeckung bei der Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel, von Reisebussen und regelmäßigen Fahrdiensten sowie im Einzelhandel. Ebenso muss in Ausstellungshäusern, Bibliotheken oder auch den Innenbereichen des Zoos eine Mund-Nasen-Bedeckung getragen werden. Bitte achten Sie immer auf die entsprechenden Hinweise vor Ort.

Die Zeit nach dem Lockdown hat doch bewiesen, dass die Zahlen nicht dramatisch steigen.
Warum gibt es immer noch Einschränkungen?

Dieses Argument als angeblichen Beweis für die Überflüssigkeit der Schutzmaßnahmen heranzuziehen, ist falsch. Gerade die umfangreichen (Kontakt-) Einschränkungen haben dazu geführt, dass sich immer weniger Menschen angesteckt haben. Ohne die konsequenten Maßnahmen Ende März und die Disziplin aller, wären schon zu Ostern die Krankenhaus-Kapazitäten in Dresden überlastet gewesen. Damals gab es ein exponentielles Wachstum der Infektionen.

Die aktuell gute Situation ist also gerade ein Zeichen dafür, dass die Kontakt-Beschränkungen wirken. Auch weiterhin ist die Disziplin aller gefragt, die geltenden Verhaltensregeln zu befolgen, damit die Infektionen nicht wieder stark ansteigen.

Es sterben doch nur Leute, die sehr alt und krank sind.
Sind die harten Corona-Maßnahmen nicht unverhältnismäßig?

Erstens können prinzipiell alle einen schweren Verlauf der Krankheit haben – ältere und vorerkrankte Menschen nur mit deutlich höherer Wahrscheinlichkeit. Und zweitens hätte eine Überlastung des Gesundheitswesens gravierende Folgen für alle.

Denn verbreitet sich das Virus zu schnell, stößt das Gesundheitswesen an seine Grenzen. Um einen unkontrollierten Anstieg der Infektionszahlen zu verhindern, das Gesundheitssystem leistungsfähig zu halten und Menschenleben zu retten, sind vorübergehende Einschränkungen notwendig.

Zur Abwehr einer Pandemie sind Grundrechtseingriffe möglich, wenn sie geeignet, erforderlich und angemessen sind. Das Infektionsschutzgesetz gibt den Behörden grundsätzlich Möglichkeiten zur Gefahrenabwehr. Bund und Länder haben sich auf der Grundlage des Infektionsschutzgesetzes auf Leitlinien geeinigt. Basierend auf diesen Leitlinien haben sämtliche Bundesländer Kontakt- beziehungsweise Ausgangsbeschränkungen erlassen.

Klar ist jedoch auch, dass zu einem uneingeschränkten Leben zurückzukehren ist, sobald es die Situation zulässt. Deshalb sind alle getroffenen Maßnahmen zeitlich befristet und unterliegen einer kontinuierlichen Prüfung, ob sie auch weiterhin erforderlich sind.

Eine Maske nützt nur bei Infizierten, um andere nicht anzustecken.
Warum bleiben sie dann nicht einfach zu Hause?

Weil nicht jeder weiß, ob er infiziert ist. In einigen Fällen verläuft COVID-19 völlig ohne Symptome. Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen zunehmend, dass Menschen, die infiziert sind, das Virus schon ein bis drei Tage ausscheiden können, bevor sie selbst Symptome entwickeln. Die Menschen fühlen sich also gesund, obwohl sie mit dem Coronavirus in Kontakt waren und es auch weitergeben können. Genau in diesem Fall schützt die Maske. Denn sie verhindert, dass unwissentlich infizierte Menschen andere anstecken.

Das Tragen der Mund-Nasen-Bedeckung ist also ein zusätzlicher Baustein, um die Ausbreitungsgeschwindigkeit von COVID-19 in der Bevölkerung zu reduzieren – allerdings nur, wenn weiterhin Abstand (mind. 1,5 Meter) von anderen Personen, Husten- und Niesregeln und eine gute Händehygiene eingehalten werden.

Menschen, die an einer akuten Atemwegserkrankung leiden, sollen unbedingt zu Hause bleiben und den Kontakt zu anderen meiden.

Kinder erkranken doch nur selten an COVID-19.
Warum werden dann die Kitas und Schulen nicht wieder alle regulär geöffnet?

Die Wissenschaft hat noch keine klare Antwort darauf, welche Rolle Kinder in der Corona-Pandemie spielen. Fakt ist: Sie können das Virus in sich tragen, weitergeben und auch selbst erkranken. Um also eine schlagartige neue Verbreitung des Virus durch die vielen Kontakte von Kindern untereinander und mit den Eltern zu vermeiden, gibt es nach wie vor Einschränkungen in den Schulen und Horten. In den sächsischen Kitas wird ab 29. Juni unter Einhaltung der Corona-Schutzmaßnahmen wieder der Regelbetrieb eingeführt.

Der Staat schränkt unsere Grundrechte ein.
Warum kann nicht jeder selber entscheiden, was er tun oder lassen kann?

Auch Gesundheit ist ein Grundrecht. Artikel 2 des Grundgesetzes lautet: „Jeder hat das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit.“ Der Staat hat die Aufgabe die Grundrechte zu garantieren und zu schützen. Bei einer Pandemie geraten die Grundrechte jedoch in Konflikt miteinander. Denn die Maßnahmen zur Erhaltung der Gesundheit schränken andere Grundrechte ein, zum Beispiel die Versammlungsfreiheit.

Doch auch dieser Eingriff ist gesetzlich im Infektionsschutzgesetz geregelt. Und das kann harte Einschnitte mit sich bringen und die Grundrechte der Bürger einschränken – und zwar zum Schutz der Allgemeinheit. Eine zu schnelle Ausbreitung des Virus wäre eine Gefahr für alle. Deshalb ist es in dieser Situation nicht jedem selbst überlassen, was er tun kann.

Jedoch muss die Einschränkung der Grundrechte auf Grundlage des Infektionsschutzgesetzes immer gut begründet sein. Fällt die Begründung weg, sind auch die Einschränkungen zurückzunehmen. Genau das ist auch geschehen. Für alle Corona-Maßnahmen gab es klare zeitliche Begrenzungen (Gültigkeiten der Verordnungen). Nach Ablauf der Zeit wurde geprüft, welche Maßnahme in der neuen Situation noch nötig sind. Und entsprechend wurden auch Beschränkungen zurückgenommen, zum Beispiel Versammlungen und Gottesdienste ermöglicht sowie Läden geöffnet.

 

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