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https://www.dresden.de/de/leben/gesellschaft/buergebeteiligung/zukunftsstadt/zukunftsprojekt/nachhaltigkeit.php 06.01.2017 12:55:37 Uhr 13.11.2019 10:58:56 Uhr

Was macht eine nachhaltige Stadt aus?

Nicht mehr nutzen, als nachwächst

Als der sächsische Kammer- und Bergrat Carl von Carlowitz 1713 sein Buch über eine gute Forstwirtschaft veröffentlichte, tat er dies vor dem Eindruck einer Energiekrise: Der sächsische Bergbau brauchte viel Holz. Carlowitz formulierte, dass die Sachsen dem Wald nicht mehr Holz entnehmen sollten, als nachwächst, um ihn langfristig zu erhalten. Carl von Carlowitz gilt daher als Schöpfer des Nachhaltigkeits-Begriffs.

Das Bundesforschungsministerium (BMBF) will mit dem Städtewettbewerb "Zukunftsstadt" die Entwicklung nachhaltig aufgestellter Städte anregen und Nachhaltigkeit in den Alltag integrieren. Wenn wir im Herbst 2015 also Zukunftsvisionen für Dresden entwickeln, so gilt:

    • grundsätzlich sind alle Visionen von Dresden nach 2030 willkommen!
    • im Rahmen des Zukunftsstadt-Prozesses können aber nur jene Visionen weiter verfolgt werden, die im Sinne der Nachhaltigkeit wirken!

Um Dresden nachhaltiger werden zu lassen führen gute Visionen deshalb dazu, dass letztlich

    • weniger statt mehr Energie und Ressourcen verbraucht werden,
    • weniger Fläche beansprucht wird anstatt mehr,
    • dass mehr und stärkere soziale Bindungen entstehen statt Vereinzelung,
    • dass Ausgaben und Einnahmen in Balance stehen,
    • die Stadt krisenfester statt verletzlicher wird.

Im Stadtentwicklungskonzept ist dieser Anspruch bereits im Zukunftsthema "ressourcenschonende Stadt" stark verankert.

Die Vereinten Nationen haben im September 2015 17 Nachhaltigkeitsziele definiert, die bis 2030 erreicht werden sollen.

Die Frage ist: Wie sehen unsere konkreten Zukunftsvorstellungen aus, die diesen Ansprüchen genügen? Hier kommt die Visionsfindung für die Zukunftsstadt ins Spiel, die den Auftrag beinhaltet: Schauen Sie nicht nur in die Zukunft, sondern halten Sie fest, was sie dort sehen! Zeichnen Sie, filmen Sie, bauen Sie Modelle oder drücken Sie ihre nachhaltigen Zukunftsvorstellungen auf anderen Wegen aus. Inspirieren Sie damit Ihre Nachbarn, Freunde und Kollegen. Schaffen Sie zugkräftige Leit-Bilder für die Stadtgesellschaft!

Warum Nachhaltigkeit?

Zu Beginn des 21. Jahrhunderts beansprucht die menschliche Zivilisation mehr, als der Planet Erde ertragen kann. Auch wir in Dresden. Wie verändern wir unsere Stadt so, dass unsere Ansprüche auf ein Maß schrumpfen, mit dem der Planet auch für nachfolgende Generationen bewohnbar und lebenswert bleibt? Wie gestalten wir die Stadt und unser Zusammenleben darin? Die Liste globaler Fragestellungen ist lang:

  • Demografie und Flüchtlinge
  • Grenzen des Wachstums
  • Artensterben und Artenvielfalt
  • Treibhauseffekt und Klimawandel
  • ökologischer Fußabdruck und Konsumkultur
  • zukünftige Energie-, Rohstoff-Versorgung
  • Landnutzung und Nahrungsmittelversorgung
  • Wirtschafts- und Finanzkrisen
  • andere Risiken und "schwarze Schwäne" (Risiken, an die keiner gedacht hat)

Die globale Entwicklung speist sich aus den lokalen Entwicklungen in allen Städten und Dörfern des Planeten. Die Summe aller nachhaltigen und nichtnachhaltigen Handlungen aller Menschen an allen Orten ergibt das, was auf dem Planeten als Ganzes passiert. In diesem Sinne haben auch wir in Dresden eine globale Verantwortung.

Nachhaltiges Dresden

Wir haben wenig direkten Einfluss auf das globale Geschehen, umso mehr Einfluss haben wir vor und hinter unseren Haustüren. In unserer Straße. In unserer Stadt. Die zu gestalten ist einfacher, als die andere Seite des Planeten zu beeinflussen.

Allerdings gilt auch: Wenn Dresden sich zur nachhaltigen Vorbild-Stadt entwickelt, hat dies Leuchtturm-Wirkung auf Sachsen, auf Europa und letztlich auch die ganze Welt. Ist dies nicht eine Vision, der es zu folgen lohnt?

Weitergehende Informationen:

Nachhaltigkeitsprojekte in der Dresdner Stadtgesellschaft:

Visionäre Nachhaltigkeits-Projekte in anderen Städten:

Dresden: Stadt der UN-Weltdekade "Bildung für nachhaltige Entwicklung"

Nachhaltigkeitsinitiativen im Themenstadtplan

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