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https://www.dresden.de/de/kultur/kunst-und-kultur/unbequeme-gedenkobjekte-LS.php 25.07.2022 15:52:30 Uhr 08.12.2022 23:49:16 Uhr

Erinnern und Vergessen – Unbequeme Gedenkobjekte

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„Denkmäler sagen meistens sehr wenig aus über das, wofür sie stehen, oder über die, deren Namen auf ihnen verewigt sind – viel aber sagen sie aus über die Menschen, die sie erdacht / geplant / entworfen / gestaltet / finanziert haben, und über die Menschen, die die Denkmäler seit der Errichtung in regelmäßigen rituellen Handlungen pflegen und damit den ‚Sinn‘, den die Errichtenden dem Denkmal geben wollten, zu aktualisieren versuchen“.

(Prof. Dr. Alf Schönfeldt, Gegenwind, Zeitschrift für Politik und Kultur, Nr. 129, 1999)

Das ist ein Zitat von Alf Schönfeldt aus der Zeitschrift „Gegenwind“. Es sagt, dass Denkmäler oft wenig über ihr Thema sagen. Oder über die Namen, die auf ihnen stehen. Denkmäler sagen aber viel aus über die Menschen, die sich die Denkmäler ausgedacht haben. Oder die die Denkmäler aufgestellt oder bezahlt haben. Sie sagen auch viel aus über die Menschen, die die Denkmäler pflegen. Sie versuchen, den eigentlichen Sinn der Denkmäler aktuell zu halten.

Denkmäler zeigen die gemeinsame Erinnerung von Gruppen an Ereignisse oder Personen. Die Gruppe kann ein Verein oder ein ganzes Land sein. Wie das Denkmal aussieht und wie es angesehen wird, kann sich verändern. 

Ein Beispiel für ein schwieriges Denkmal ist der Gedenkobelisk im Dresdner Stadtteil Nickern. Er ist ein Pfeiler aus Stein. Man hat ihn im Oktober 1920 aufgestellt. Er sollte an 18 Soldaten aus Nickern erinnern. Diese 18 Soldaten sind im 1. Weltkrieg gestorben Nach dem 2. Weltkrieg bekam er eine neue Bedeutung. Im Jahr 1945 zerstörten Bomben große Teile Dresdens. Viele Menschen starben. Der Obelisk erinnert an die getöteten Menschen. Auf der einen Seite des Obelisken steht: „1945, 13. Februar – Wir gedenken der Opfer des anglo-amerikanischen Bombenterrors“. Damit ist gemeint, dass die Bomben aus Großbritannien und den USA kamen. Und dass diese beiden Länder Schuld am kaputten Dresden haben. Auf der anderen Seite des Obelisken steht: „Dass sie nicht sinnlos in den Gräbern ruhn, liegt nur an unserm Willen, unserm Tun“. Den Spruch hat man um 1947 verändert. Er bedeutet, dass die Menschen nicht umsonst gestorben sind, wenn man danach das Richtige will und macht.

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