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https://www.dresden.de/de/kultur/kunst-und-kultur/Unbequeme-Gedenkobjekte.php 26.07.2022 16:01:39 Uhr 04.10.2022 06:26:32 Uhr

Erinnern und Vergessen – Unbequeme Gedenkobjekte

„Denkmäler sagen meistens sehr wenig aus über das, wofür sie stehen, oder über die, deren Namen auf ihnen verewigt sind – viel aber sagen sie aus über die Menschen, die sie erdacht / geplant / entworfen / gestaltet / finanziert haben, und über die Menschen, die die Denkmäler seit der Errichtung in regelmäßigen rituellen Handlungen pflegen und damit den ‚Sinn‘, den die Errichtenden dem Denkmal geben wollten, zu aktualisieren versuchen“.

(Prof. Dr. Alf Schönfeldt, Gegenwind, Zeitschrift für Politik und Kultur, Nr. 129, 1999)

Erinnerungsmale sind Ausdruck kollektiven Erinnerung bestimmter sozialer Gruppen – angefangen vom Verein bis zu ganzen Nationen. Die Ästhetik wie auch die Sicht auf den Gegenstand des Erinnerns unterliegen den historischen Veränderungsprozessen von Gesellschaften.

Ein Beispiel dafür ist der Gedenkobelisk in Dresden-Nickern. Im Oktober 1920, zur Erinnerung an die 18 gefallenen Soldaten aus Dresden-Nickern, im Ersten Weltkrieges fertiggestellt, wurde er nach der Zerstörung Dresdens 1945 für die Opfer der Luftangriffe auf Dresden umgewidmet und mit einer der damaligen Geschichtspolitik entsprechenden Inschrift versehen: „1945, 13. Februar – Wir gedenken der Opfer des anglo-amerikanischen Bombenterrors“ steht auf der einen Seite des Obelisken. Die Inschrift auf einer zweiten Seite des Obelisken lautet: „Dass sie nicht sinnlos in den Gräbern ruhn // liegt nur an unserm Willen // unserm Tun“ (um 1946/47 verändert).

Dieses Projekt wurde gefördert und freundlich unterstützt durch die Integrations- und Ausländerbeauftragte und durch die Beauftragte für Menschen mit Behinderungen/Senioren der Landeshauptstadt Dresden.

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