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https://www.dresden.de/de/kultur/kulturhauptstadt/veranstaltungen/identitaetskrise-in-einem-zerrissenen-land.php 12.02.2019 08:37:48 Uhr 22.02.2019 20:45:55 Uhr

Identitätskrise in einem zerrissenen Land – Der Versuch einer Annäherung

© pixabay

Seit über vier Jahren laufen jeden Montag hunderte Menschen als „Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes“ (Pegida) durch Dresden. Ihre Ansichten und Parolen spalten die Stadt, spalten das Land.

Die Grimmepreisträgerin und gebürtige Dresdnerin, Sabine Michel, hat in „Montags in Dresden“ drei Teilnehmer über ein Jahr lang begleitet und ihre Protagonisten nach ihren ganz privaten Gründen für das Aufbegehren gefragt. „Sabine Michel hat keinen politischen, sondern einen eher psychologischen Ansatz, sie will niemanden übertrumpfen, sie will nicht Recht haben, sie will wissen, was ihre Protagonisten im Innersten antreibt. Sie hat einen Film über die Wut gemacht, die seit vielen Jahren gärt und sich seit 2014 öffentlich zeigt. Was steckt dahinter? Was sind die wahren Ursachen?“ (Sabine Rennefanz)

Der Schriftsteller Lukas Rietzschel, geboren in Räckelwitz und aufgewachsen in Kamenz, beschreibt in seinem hochgelobten Debütroman „Mit der Faust in die Welt schlagen“ das langsame Wachsen des Zorns insbesondere in der sächsischen Provinz der Nachwendezeit. Eine hochaktuelle literarische Auseinandersetzung mit unserem zerrissenen Land.

Dem dokumentarischen und dem literarischen Erzählen über die Identitätskrise in unserem zerrissenen Land widmen wir uns in dieser Veranstaltung. Im Anschluss diskutieren Regisseurin und Autor mit dem Kurator der Dresdner Kulturhauptstadtbewerbung 2025, Michael Schindhelm.

Warum ist gerade im Osten Deutschlands das Phänomen Pegida so präsent? Wann haben das Fremdheitsgefühl und das Misstrauen ihren Anfang genommen? Um welche Ängste geht es eigentlich? Welche Rolle spielt die immer noch herrschende Ungleichheit zwischen Ost und West? Werden alte Ressentiment gegenüber „denen da oben“ auf das Heute übertragen? Diese Fragen stehen in engem Zusammenhang mit dem Motto "Neue Heimat Dresden 2025" der Dresdner Kulturhauptstadtbewerbung.

Im Anschluss wird die Diskussion geöffnet.

Podium:

  • Sabine Michel, Regisseurin
  • Lukas Rietzschel, Schriftsteller

Moderation: Michael Schindhelm, Kurator Kulturhauptstadt Dresden 2025

5. März 2019, ab 18 Uhr im Filmtheater SCHAUBURG, Königsbrücker Straße 55, 01099 Dresden

© Reinhard Göber

Sabine Michel

Aufgewachsen in Dresden, 1990 Abitur; Sprachdiplom in Paris und Arbeiten als Regie- und Kamerassistentin; Filmregie -Diplom an der Filmhochschule Babelsberg; Spielfilmdebüt, danach Dokumentarfilme für Kino und Fernsehen, die auf zahlreichen nationalen und internationalen Festivals, im Kino und regelmäßig im Fernsehen laufen: 2013 „Zonenmädchen“, Porträts über Corinna Harfouch, Henry Maske und Sibylle Bergemann, für das sie den Adolf-Grimme-Preis und den Preis der Marler Gruppe erhält. „Montags in Dresden“ hat auf dem 60. Leipziger Dokfilmfestival Premiere und wird für den Dokumentarfilmpreis des Goethe-Institut und für den Filmpreis Leipziger Ring nominiert. Seitdem ist sie in über sechzig Veranstaltungen mit dem Film in Ost- und Westdeutschland unterwegs gewesen. Foto: Reinhard Göber

© Gerald von Foris

Lukas Rietzschel

Lukas Rietzschel, geboren 1994 in Räckelwitz in der Oberlausitz, lebt in Görlitz. 2012 wurde sein erster Text im »ZEIT Magazin« veröffentlicht, seitdem folgten Veröffentlichungen in verschiedenen Anthologien. 2017 war er Gewinner bei poet|bewegt. Für das Manuskript seines Romandebüts wurde er 2016 mit dem Retzhof-Preis für junge Literatur ausgezeichnet.

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