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https://www.dresden.de/de/wirtschaft/arbeiten/arge/aktuelles.php 13.10.2017 11:45:02 Uhr 19.10.2017 03:27:13 Uhr

Jobcenter Dresden Aktuell

So gelingt Integration!

2. Fachtag Zuwanderung im Jobcenter Dresden

Mit Stand Mai 2017 waren insgesamt 4.354 erwerbsfähige Geflüchtete in Jobcenter und Agentur für Arbeit gemeldet. Eine der primären Aufgaben der nächsten Jahre ist die Integration Zugewanderter und wie diese noch besser gelingen kann.

Netzwerkarbeit ist ein überaus wichtiger Bestandteil der geschäftspolitischen Schwerpunkte des Jobcenters Dresden. Es hat sich gezeigt, dass insbesondere, wenn alle Akteure in Dresden Hand in Hand zusammenarbeiten, eine Integration Zugewanderter in Arbeit und Ausbildung sowie in die Gesellschaft noch besser und nachhaltiger gelingen kann.

Aus diesem Grund hatte das Jobcenter Dresden für den 14.06.2017 bereits zum zweiten Mal Fachkräfte der unterschiedlichen Professionen und erstmalig auch die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer eingeladen, welche Zugewanderte in Dresden beraten und betreuen. Knapp 100 Akteure waren der Einladung des Jobcenters gefolgt.

Anknüpfend an den Erfolg der Veranstaltung im letzten Jahr lag der thematische Fokus des Netzwerktreffens auf der Integration in Arbeit und Ausbildung. Neben dem Oberbürgermeister Herrn Hilbert und der Beigeordneten für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Wohnen, Frau Dr. Kaufmann, haben auch Vertreterinnen und Vertreter des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge, der Handwerkskammer Dresden, des IQ-Netzwerkes und der Wirtschaftsförderung der Landeshauptstadt in spannenden Vorträgen zum Thema referiert. Parallel dazu präsentierten sich die Beratungsstellen und Behörden an Informationsständen, an denen es die Möglichkeit des fachlichen Austauschs gab.

Dresdner JugendBeratungsCenter geht an den Start

Am heutigen Donnerstag, 11. Mai 2017, nimmt das JugendBeratungsCenter in Dresden als Anlaufstelle für Jugendliche und junge Erwachsene in punkto beruflicher Beratung, Orientierung und Unterstützung seine Arbeit auf. Es befindet sich im Gebäude des Jobcenters an der Budapester Straße 30. Dort arbeiten die beteiligten Partner - die Agentur für Arbeit Dresden, Jobcenter Dresden und das Jugendamt der Landeshauptstadt Dresden - nun auch räumlich zusammen. Gemeinsam verfolgen sie das Ziel, die Jugendarbeitslosigkeit in der Stadt weiter zu verringern. 

Der Arbeitsmarkt in Dresden hat sich in den vergangenen Jahren sehr positiv entwickelt, was sich auch auf den Ausbildungsmarkt auswirkte. Rein rechnerisch standen im abgelaufenen Ausbildungsjahr 1,2 Ausbildungsstellen pro gemeldeten Bewerber zur Verfügung. Dennoch gibt es in der Stadt Dresden noch immer zu viele Jugendliche ohne abgeschlossene Berufsausbildung. Gerade für die Jugendlichen, die bereits beruflich tätig sind, aber aufgrund des fehlenden Berufsabschlusses nur in Helfertätigkeiten zum Einsatz kommen, besteht die Gefahr, schneller oder öfter arbeitslos zu werden. Denn noch immer gilt: Eine abgeschlossene Berufsausbildung ist der beste Schutz gegen Arbeitslosigkeit.

Nicht alle jungen Menschen haben die gleichen Startbedingungen am Ausbildungs- und Arbeitsmarkt und es verlieren noch zu viele Jugendliche den Anschluss. Die Gründe hierfür sind vielfältig und reichen vom fehlenden Schulabschluss, über Probleme im sozialen Umfeld bis hin zu mangelnder Motivation. Die Agentur für Arbeit, die frühzeitig beruflich berät, das Jobcenter, welches besonders förderungsbedürftige Jugendliche unterstützt, und die Träger der Jugendhilfe waren auch bisher mit ihren jeweiligen Kompetenzen und Angeboten für diese Personengruppe da, jedoch räumlich getrennt und dadurch weniger gut verzahnt.

„Wir können es uns nicht leisten, dass auch nur ein einziger Jugendlicher auf der Strecke bleibt. Wir wollen mehr Schul- und Ausbildungsabschlüsse und weniger Studienabbrüche und wir brauchen Fachkräfte in Dresden, damit die Wirtschaft weiter wachsen kann“, betont Thomas Wünsche, Vorsitzender Geschäftsführer der Dresdner Arbeitsagentur. „Mit dem JugendBeratungsCenter können wir die Angebote für unsere Jugend besser vernetzen und koordinieren und so zukünftig Brüche in der Integrationsarbeit verringern oder im Idealfall ganz vermeiden. Wie schaffen keine neue Institution, vielmehr erleichtern wir den Zugang zu den bisherigen Beratungs- und Hilfsangeboten. Gemeinsam wollen wir Jugendliche noch besser bei der Berufsfindung und auf dem Weg in den Arbeitsmarkt unterstützen“, so Wünsche weiter.

„Zusammen können wir viel bewegen, die Chancen dafür müssen wir nutzen. Obwohl wir natürlich schon seit vielen Jahren gut zusammenarbeiten, wollen wir unsere Hilfen noch besser untereinander abstimmen. Damit wirklich keiner im Hilfesystem verloren geht, schaffen wir ein gebündeltes Angebot“, untermauert Jan Pratzka, Geschäftsführer des Jobcenters Dresden, die Notwendigkeit des JugendBeratungsCenters.

„Durch eine enge Zusammenarbeit Hand in Hand können wir auf die individuellen Bedürfnisse der Jugendlichen eingehen und sie passgenau unterstützen. Zum JugendBeratungsCenter gehört ab sofort auch der JugenInfoService des Jugendamtes, bei dem die jungen Leute beispielsweise mehr zu Freizeitmöglichkeiten, zu Freiwilligendiensten und zum Auslandsaustausch erfahren können“, ergänzt Jugendamtsleiter Claus Lippmann.

Jugendberufsagenturen haben sich inzwischen bundesweit zu einem wegweisenden Modell entwickelt, um die Zusammenarbeit zwischen Arbeitsagentur, Jobcenter und Jugendamt zu intensivieren und Jugendliche gezielt zu fördern. Das Dresdner JugendBeratungsCenter ist eine von mehr als 120 solcher Einrichtungen im Bundesgebiet. Derzeit bewerben City-Light-Plakate in Dresden das neue JugendBeratungsCenter.

Bildungsträgerkonferenz im Jobcenter Dresden am 15.03.2017

Bildung braucht eine Motivation zur Bildung, die kognitiven Fähigkeiten für Bildung und eine positive Bildungserfahrung

Traditionsgemäß hat auch im Jahr 2017 das Jobcenter Dresden interessierte Bildungsträger der Region zur Bildungsträgerkonferenz am 15. März in die Räume des Jobcenters Dresden eingeladen.

Die Teilnehmenden erhielten zunächst einen Blick auf die erreichten Ergebnisse des Jahres 2016, Ausführungen zu den geschäftspolitischen Schwerpunkten und zur Bildungszielplanung der Agentur für Arbeit und des Jobcenters Dresden für das aktuelle Jahr.

Insbesondere die Herausforderungen bei der arbeitsmarktgerechten beruflichen Qualifizierung von Geflüchteten und Migranten nach erfolgreichem Abschluss der Integrationskurse und / oder weiterführenden Sprachkurse, standen im Fokus der Veranstaltung.

In diesem Kontext wurden den Teilnehmern Erfahrungsberichte angeboten:

  • Frau Beyer als eine der Bildungskoordinatorinnen der Landeshauptstadt Dresden stellte an Beispielen die Differenziertheit der Bildungssysteme verschiedener Herkunftsländer dar und ihre praktischen Erfahrungen mit der Unterstützung Betroffener.
  • Herr Schlaf vom IBAS Dresden berichtete über Wege zur Anerkennung und Förderung von Bildungsabschlüssen.
  • Frau Umlauft von der HWK Dresden veranschaulichte Erfahrungen aus der handwerksspezifischen Initiative „Wege in Ausbildung für Flüchtlinge“ in Dresden.

Im Mittelpunkt stand hierbei die Frage, wie eine marktgerechte Qualifizierung unter Beachtung der differenzierten Bildungsvoraussetzungen aus den Heimatländern erfolgen kann.

In einem offenen Erfahrungsaustausch mit Netzwerkpartnern und Bildungsanbietern wurden wichtige Fragen erörtert:

  • Wie kann berufliche Weiterbildung dazu beitragen, dass Menschen sich aktiv in den Arbeitsmarkt einbringen können?
  • Wie kann dadurch ein Beitrag zu Fachkräftegewinnung geleistet werden?
  • Wann ist Qualifizierung angebracht, Helfertätigkeit versus beruflicher Qualifikation?
  • Wie motiviere ich die Betroffenen zum Lernen?
  • Welche Rolle spielen die verschiedenen Kulturen bei der beruflichen Integration?

Bildung braucht Motivation und das Aufeinanderzugehen aller Beteiligten. Dabei sind gegenseitige Achtung und die Berücksichtigung der individuellen Erfahrungen der Geflüchteten wichtige Grundlagen für Schritte zur erfolgreichen beruflichen Integration.

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