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https://www.dresden.de/de/stadtraum/umwelt/umwelt/oberflaechenwasser/wildabfliessendes-wasser.php 06.11.2015 09:57:59 Uhr 17.10.2017 18:59:36 Uhr

Wild abfließendes Wasser

Wann tritt wild abfließendes Wasser auf?

Durch starke Niederschlagsereignisse oder Dauerregen bzw. in den Wintermonaten durch intensives Tauwetter kommt es zu wild abfließendem Wasser in Hangbereichen. Oberirdischer Wasserabfluss entsteht bei Wassersättigung und/oder bei geringer Infiltrationsleistung des Bodens.

Welche Probleme treten durch wild abfließendes Wasser auf?

In Teilen der Stadt mit Hanglage kommt es bei diesen Ereignissen zu starken, unkontrollierten Oberflächenwasserabflüssen außerhalb von Gewässerbetten, die je nach Jahreszeit und Lage zu Überflutungen von Verkehrswegen und öffentlichen sowie privaten Grundstücken führen und mit zum Teil erheblichen Bauwerksschäden infolge von Bodenerosion verbunden sind.

Durch die fortschreitende Bebauung und die damit verbundene Siedlungsdichte stehen immer weniger konfliktarme Räume für das Abfließen des Wassers zur Verfügung.

Welche Regelungen sind zu beachten?

Regelungen zum wild abfließenden Wasser enthalten § 37 Wasserhaushaltsgesetz (WHG) und § 29 Sächsisches Wassergesetz (SächsWG).

Nach § 37 WHG darf insbesondere der natürliche Ablauf wild abfließenden Wassers auf ein tiefer liegendes Grundstück nicht zum Nachteil eines höher liegenden Grundstücks behindert werden; andererseits darf der natürliche Ablauf wild abfließenden Wassers nicht zum Nachteil eines tiefer liegenden Grundstücks verstärkt oder verändert werden.

Über § 37 WHG hinaus haben nach § 29 SächsWG die Eigentümer oder Nutzungsberechtigten von (auch landwirtschaftlich genutzten) Bodenflächen und Grundstücken gegen bodenabtragende Wirkung durch wild abfließendes Wasser geeignete Maßnahmen zu treffen.

Was ist weiterhin zu beachten?

Für Grundstücke, die vom wild abfließenden Wasser betroffen sind, besteht eine besondere Situationsgebundenheit. Die mit wild abfließendem Wasser verbundenen Beeinträchtigungen sind vom Eigentümer hinzunehmen, soweit sie nicht, wie im § 37 WHG beschrieben, verstärkt oder verändert wurden. Insoweit definiert das Gesetz eine Zumutsbarkeitsgrenze und Duldungspflicht der vom Wasserabfluss betroffenen Grundstückseigentümer. Liegen Verstöße gegen § 37 WHG und § 29 SächsWG vor, kann vom Betroffenen dagegen mit einer zivilrechtlichen Unterlassungs- und/oder Beseitigungsklage vorgegangen werden.

Was ist im Schadensfall zu tun?

  1. Dokumentieren Sie das Schadensereignis durch Fotos und Aufzeichnungen
  2. Informieren Sie die Untere Wasserbehörde im Umweltamt Dresden

Welche Behörde ist zuständig?

Für die wasserrechtlichen Regelungen ist die Untere Wasserbehörde im Umweltamt Dresden zuständig.

Welche Abhilfemaßnahmen sind sinnvoll?

Bei Bauvorhaben in gefährdeten Bereichen sind bereits bei der Planung Vorsorgemaßnahmen zum Schutz vor Überflutungen vorzusehen. Gefährdete Bereiche wie Kellerlichtschächte und -fenster, Kellerabgänge, ebenerdige Hauseingänge und Tiefgaragen sollten baulich gesichert werden.

Wo gibt es welche Fachinformationen?

Kontakt zum Umweltamt

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