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https://www.dresden.de/de/stadtraum/umwelt/umwelt/oberflaechenwasser/Gewaesserqualitaet.php 09.11.2015 15:57:44 Uhr 12.12.2017 11:18:13 Uhr

Gewässerqualität

Gewässergüte

Mit Inkrafttreten der EG-Wasserrahmenrichtlinie (EG-WRRL) wurde in Sachsen eine sehr umfangreiche neue Methodik zur Zustandsbewertung größerer Gewässereinheiten, sogenannter Wasserkörper, erarbeitet (nähere Informationen dazu im Internet unter "Europäischer Wasserrahmenrichtlinie". Sie umfasst neben der Wasserqualität nun den ökologischen Gesamtzustand des Gewässers und führt gegenüber früheren Untersuchungen der Gewässergüte (organische Belastung) zu veränderten Bewertungsergebnissen.

Da der methodische Aufwand für kleinere Gewässer, wie es die meisten Stadtgewässer in Dresden sind, nicht gerechtfertigt ist, war eine methodische Anpassung erforderlich. Durch das Umweltamt Dresden wurde dazu im Jahre 2008 ein Auftrag mit dem Ziel vergeben, dass sowohl ein qualifizierter Vergleich der Ergebnisse mit den Erhebungen des Umweltamtes aus früheren Jahren, als auch ein Vergleich mit den Daten des Landes Sachsen möglich ist.

Die bei Starkregenereignissen auftretenden Misch- und Regenwassereinleitungen aus dem Kanalnetz der Stadtentwässerung Dresden GmbH (SEDD) in die Gewässer zweiter Ordnung im Stadtgebiet Dresden werden dabei einer immissionsorientierten Bewertung unterzogen. Wesentlich ist es dafür, die biologische und chemische Gewässergüte zu kennen.

Die 2008 begonnenen Untersuchungen wurden kontinuierlich weitergeführt. Im Zeitraum 2011 bis 2014 erfolgte die Beprobung an 100 Messstellen an 47 Stadtgewässern.

Mit den Untersuchungen wurden Belastungsschwerpunkte ermittelt, welche auf Misch- und Regenwassereinleitungen aus dem Kanalnetz der Stadtentwässerung Dresden GmbH oder auf sonstige Stoffeinträge z.B. aus der Landwirtschaft hinweisen. Auf Grund von Strukturdefiziten der Stadtgewässer, die die Besiedlung mit Organismen einschränken und die Selbstreinigungskraft minmieren, ist die Bewertung und Zuordnung von Belastungen jedoch schwierig.

In den Umweltberichten Fakten zur Umwelt werden die Bewertung der untersuchten chemischen Qualitätskomponenten an den beprobten Messstellen entsprechend der 7-stufigen Chemischen Gewässergüteklassifizierung nach LAWA 1998 (Länderarbeitsgemeinschaft Wasser) gezeigt.

Ermittelt wurden die Gehalte an Sauerstoff (O2), Nitrat-Stickstoff (NO3-N), Nitrit-Stickstoff (NO2-N), Ammonium-Stickstoff (NH4-N), Gesamtstickstoff (Ges.N), ortho-Phosphat-Phosphor (o-PO4-P), Gesamtphosphor (Ges.P), gesamtem organisch gebundenen Kohlenstoff (TOC), Chlorid (Cl) und Sulfat (SO4).

Während die chemischen Beprobungen nur „Momentaufnahmen“ darstellen, gestattet die Ermittlung biologischer Parameter durch Bestimmung pflanzlicher und tierischer Organismen in ihren charakteristischen Lebensgemeinschaften nicht nur langfristige Rückschlüsse auf Verschmutzungs- bzw. Reinheitsgrade der Gewässer, sondern auch auf ihre Naturnähe und Strukturvielfalt.

In den Umweltberichten Fakten zur Umwelt sind die biologischen Bewertungen dargestellt.

Gewässerstrukturgüte

Im Rahmen der Gewässergüteuntersuchungen von 2008 bis 2014 wurden durch die Landeshauptstadt Dresden im Bereich der Messstellen Daten zur Gewässerstrukturgüte erfasst. Bei den 85 untersuchten 100 m-Abschnitten sind die Strukturgüteklassen II (gering verändert) bis VI (sehr stark verändert) annähernd gleichermaßen vertreten. Nur je 2 mal wurden die Strukturgüteklassen I (unverändert) und VII (vollständig verändert) ermittelt.

Das Umweltamt ist bestrebt, den ökologischen Zustand der Gewässer gemäß der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie schrittweise zu verbessern. Im Zeitraum 2011 bis 2014 wurden z. B. am Kirchweggraben (Zufluss zur Prießnitz, Maßnahme I-051 Offenlegung oberhalb Gewerbegebiet Weißig) und am Ruhlandgraben (Zufluss zum Lausenbach, Maßnahme I-038 Umverlegung und naturnaher Ausbau) Maßnahmen vor allem zur Verbesserung der Gewässerstruktur realisiert. Darüber hinaus tragen auch Maßnahmen der Gewässerunterhaltung zur Verbesserung des ökologischen Zustands bei.

Für die Bestandserhebung zur EG-Wasserrahmenrichtinie führte das Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie eine Gewässerstrukturgütekartierung der Oberflächenwasserkörper im Freistaat Sachsen durch.

Nähere Informationen im Internet unter:

Anlagenbezogener Gewässerschutz/Indirekteinleitungen

Die Einleitung von Abwasser in öffentliche Abwasseranlagen wird als Indirekteinleitung bezeichnet. Wenn das Abwasser eine besondere Schadstoffbelastung aufweist, bedarf diese Einleitung einer wasserrechtlichen Genehmigung durch die Wasserbehörde (gewerbliche und industrielle Abwässer). Ziel dieser Regelung ist es, die Gewässer vor besonderen Abwasserinhaltsstoffen, die nicht oder nur unzureichend in der kommunalen Kläranlage abgebaut werden, zu schützen. Die Schadstoffe (z. B. Schwermetalle) sind direkt an den Anfallstellen zurückzuhalten bzw. zu verringern. Es gibt verschiedene sogenannte Abwasserherkunftsbereiche, bei denen ohne wasserrechtliche Genehmigung keine Einleitung in die Kanalisation erfolgen darf.

Aufgabenschwerpunkte im Zeitraum 2011 bis 2014 waren neben der Überwachung des ordnungsgemäßen Betriebes der industriellen Abwasserbehandlungen die Anpassung von 47 Genehmigungen an geänderte bzw. erweiterte Produktionabläufe.

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