Landeshauptstadt Dresden - www.dresden.de

https://www.dresden.de/de/stadtraum/umwelt/umwelt/naturschutz.php 12.07.2017 08:15:13 Uhr 21.10.2017 18:01:15 Uhr

Naturschutz

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Vielfalt der Dresdner Landschaft

Wie nur wenige Städte in Deutschland kann sich Dresden einer überaus großen landschaftlichen Vielfalt und reichhaltigen Naturausstattung rühmen. Die Stadt erstreckt sich über mehrere Landschaftsräume, was in der Vegetation und der an sie angepassten Tierwelt zum Ausdruck kommt, wobei allerdings Überbauung und intensive Nutzung die ursprünglichen Verhältnisse stark verändert haben. Von Südosten nach Nordwesten durchfließt die von breiten, unverbauten Auen gesäumte Elbe das gesamte Stadtgebiet. Die Innenstadt wird durchgrünt von teils großzügigen Parkanlagen wie dem Großen Garten, von prächtigen Alleen und vielen, meist kleinflächigen Lebensräumen (Biotopen) von Pflanzen und Tieren. Nach Norden schließen sich an die Dresdner Elbtalweitung die Ausläufer der zum Westlausitzer Hügel- und Bergland gehörenden Lausitzer Platte, einer flachwelligen, verbreitet mit eiszeitlichen Sanden überdeckten Granithochfläche. Diese umfasst u. a. das kompakte Waldgebiet der Dresdner Heide, die Binnendünen des Hellers, das Schönfelder Hochland und die überwiegend landwirtschaftlich genutzten Kleinkuppenlandschaften zwischen Marsdorf und Langebrück. Im Süden reicht das von fruchtbaren Lössböden beherrschte und von mehreren Tälern wie Zschonergrund, Plauenschem Grund, Lockwitztal und Gebergrund zerschnittene Östliche Erzgebirgsvorland bis in das Stadtgebiet hinein.

Reiche Pflanzen- und Tierwelt

Trotz der tiefgreifenden Einflussnahme durch den Menschen gibt es in Dresden noch an vielen Stellen Reste naturnaher Vegetation sowie seltene und gefährdete Arten. Dazu zählen beispielsweise Laubwälder in den Seitentälern der Elbe, die an Trockenheit und Wärme angepasste Vegetation an südexponierten Elbhängen und im Plauenschen Grund, Pflanzengesellschaften der Flussufer und -auen. Die Dresdner Heide hat nicht nur Nadelholzforsten zu bieten, sondern auch Laub- und Mischwald, kleine Moorreste – darunter das bekannte Saugartenmoor – sowie kleine unverbaute Fließgewässer, allen voran die Prießnitz. Der Heller beherbergt ausgedehnte Sandtrockenrasen und Heiden. In den ländlich geprägten Stadtteilen sind Äcker, Wiesen und Weiden, Feldgehölze sowie die charakteristischen Pflanzen und Tiere der dörflichen Siedlungen anzutreffen.

In den dichter bebauten Stadtteilen sorgt der kleinräumige Wechsel standörtlicher Bedingungen und Nutzungsverhältnisse für eine bemerkenswerte Artenvielfalt mit einem hohen Anteil wärmeliebender Arten, die von den höheren Temperaturen infolge der Elbtallage und der städtischen Überwärmung profitieren. Stellvertretend genannt seien Mäuse-Gerste, Kompass-Lattich, Graukresse, Zebraspinne, Heimchen, einige Wespen-Arten. Zu typisch städtischen Vegetationstypen zählen u. a. Trittrasen, Ruderalfluren, Mauerfugen-Gesellschaften und Pioniergehölze (Gebüsche, Vorwald).

Die Pflanzen- und Tierwelt speist sich aus Kulturfolgern der Siedlungen und der Agrarlandschaft, aber auch aus Arten natürlicher Lebensräume. Unter den Säugern sind Reh und Wildschwein häufig, auch Fuchs und Steinmarder, seltener ist der Dachs. An Kleinsäugern sind Igel und Maulwurf sowie mehrere Vertreter der Mäuse allgemein verbreitet. Hinzu kommen – die nicht mit den Mäusen und auch untereinander nicht verwandten! – Spitzmäuse und Fledermäuse. Letztere genießen strengen gesetzlichen Schutz, ebenso wie der einst nahezu ausgerottete Elbebiber, dessen Bestände mittlerweile wieder zugenommen haben. Viel auffälliger treten die zahlreichen Vogelarten in Erscheinung, darunter an Gebäuden nistende Arten (wie Mauersegler, Haussperling, Hausrotschwanz und Turmfalke), in Gärten beheimatete Arten wie Amsel, Star, Blau- und Kohlmeise, Garten- und Klappergrasmücke, Ringeltaube, in zunehmendem Maße auch in die Stadt einwandernde Waldvögel (wie Buchfink, Eichelhäher, Buntspecht). Am Stadtrand auf Feldern und Wiesen leben u. a. Feldlerche, Goldammer und Bachstelze. Unter den Kriechtieren (Reptilien) sind Blindschleiche, Waldeidechse und Ringelnatter anzutreffen, daneben als streng geschützte Vertreter Schlingnatter, Zauneidechse und als Rarität sogar die eingebürgerte südländische Mauereidechse; hinzu kommen mehrere Amphibienarten (Frösche, Kröten, Molche, Feuersalamander) und ein erstaunlicher, nach Verbesserung der Wasserqualität wieder angewachsener Fischreichtum der Elbe. Vervollständigt wird die Tierwelt durch die große Schar der Insekten und weiterer Wirbelloser.

Um die Vielfalt von Flora und Fauna zu erhalten bzw. zu verbessern, werden Schutzgebiete ausgewiesen, die gesetzlichen Regelungen zum Arten- und Biotopschutz umgesetzt und verschiedene Landschaftspflege- und Biotopgestaltungsmaßnahmen durchgeführt.

Nähere Informationen dazu bieten der Umweltbericht "Natur und Landschaft" von 2001 (im Umweltamt zu erwerben, Kontakt s. unten), die Umweltberichte "Fakten zur Umwelt" im Kapitel 3 und der Umweltatlas Dresden mit den Verlinkungen zum Themenstadtplan Dresden.

Eine der wichtigsten Grundlagen für die weitere Entwicklung von Natur und Landschaft ist der Landschaftsplan Dresden, der 1997 beschlossen wurde. Er gibt einen umfassenden Überblick über Natur und Landschaft im Stadtgebiet, kennzeichnet für die Bewahrung und Verbesserung von Landschaftsstruktur, Naturhaushalt und Landschaftsbild wichtige Flächen und weist Ziele und Maßnahmen von Naturschutz und Landschaftspflege auf kommunaler Ebene, das heißt auf der Ebene des Flächennutzungsplanes, auf. Gegenwärtig ist die Aktualisierung des Landschaftsplans in Arbeit.

Der Landschaftsplan ist auch eine wichtige Grundlage für den Vollzug der Kostenerstattungssatzung, die das Verfahren für den Ausgleich von Eingriffen in den Naturhaushalt regelt und ein entsprechendes Bewertungsverfahren der natürlichen Ressourcen festlegt.

In der Gehölzschutzsatzung der Landeshauptstadt Dresden ist der Umgang mit Bäumen und Sträuchern geregelt.

Die Natur trägt entscheidend zur Lebensqualität in der Stadt bei. Sie erbringt vielfältige, für uns Menschen unentbehrliche Leistungen, so z. B. Schutz des Bodens bei Starkregen, Selbstreinigung von Gewässern, Bindung von Treibhausgasen, Verbesserung der Luftqualität und Minderung von Hitzebelastungen. Die Vegetation verschönert das Stadtbild; Pflanzen und Tiere ermöglichen Naturerleben und zahlreiche Freizeitaktivitäten im Siedlungsbereich. Wie lässt sich der Nutzen der Natur in der Stadt quantifizieren, erhöhen und öffentlichkeitswirksam kommunizieren?

Diesen Fragen widmet sich (im Rahmen des Kooperationsprogramms Freistaat Sachsen – Tschechische Republik) das INTERREG-Projekt „Die Werte von Ökosystemdienstleistungen, Biodiversität und grün-blauer Infrastruktur in Städten am Beispiel von Dresden, Liberec und Děčin (BIDELIN)“, an dem die Stadt Dresden als Projektpartner beteiligt ist.

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