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https://www.dresden.de/de/stadtraum/umwelt/umwelt/boden/Bodenerosion.php 17.10.2017 10:40:33 Uhr 18.10.2017 00:05:01 Uhr

Bodenerosion

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Erosionsereignis in Großluga (Foto: Umweltamt)

Was ist Bodenerosion?

Als Bodenerosion bezeichnet man die Abtragung von Bodenmaterial durch Wasser oder Wind. Abgetragenes Bodenmaterial wird durch Wasser oder Wind transportiert und anderenorts wieder abgelagert, wenn die Transportkraft nachlässt. Die Erosionsanfälligkeit des Bodens ist durch natürliche Faktoren (Bodenart, Hangneigung, Niederschlag) vorgeprägt und wird durch die Bodennutzung entscheidend beeinflusst.

In Dresden ist vor allem die Erosion durch Wasser auf geneigten Ackerflächen ein Problem, insbesondere bei schluffigen Böden (z. B. Löss, s. Foto rechts). Die Gefährdung durch Winderosion ist demgegenüber gering, da die dafür in Frage kommenden Feinsande meist permanent vegetationsbedeckt sind (z. B. Dünen unter Wald)

Wann tritt Bodenerosion durch Wasser auf?

Voraussetzung für erosive Schadensereignisse sind fast immer Starkniederschläge. Lang anhaltender Regen oder intensive Schneeschmelze können ebenfalls zu Bodenerosion führen. Die Bodenpartikel werden durch das oberflächlich abfließendes Wasser abgetragen, transportiert und anderenorts abgelagert. Außerhalb von Gewässern besteht deshalb immer ein direkter Zusammenhang zu wild abfließendem Wasser.

Treffen mehrere ungünstige Faktoren zusammen (z. B. Starkniederschlag, unbedeckter Boden, Hanglage, schluffige Bodenart), kann es zu erheblichen Umwelt- und Infrastrukturschäden kommen.

Welche Schäden entstehen durch Bodenerosion?

Die Erosionsschäden durch Wasser lassen sich in solche am Ort der Abtragung (On-Site-Schäden) und solche am Ort der Ablagerung bzw. an der Transportstrecke (Off-Site-Schäden) unterteilen. On-Site-Schäden verursachen den Verlust von fruchtbarem Oberboden. Dieser kann bei einem intensiven Erosionsereignis durchaus über 100 Tonnen je Hektar betragen. Dadurch kommt es zu irreversiblen Schäden auf Ackerflächen, welche langfristig die landwirtschaftliche Nutzung in Frage stellen können. Weltweit ist dieser Prozess für einen fortschreitenden Verlust an Ackerfläche verantwortlich. Außerdem geht Bodenerosion in der Regel mit einer Verminderung des Infiltrationsvermögens einher und verursacht dadurch einen erhöhten Oberflächenabfluss bei Folgeereignissen, was Konsequenzen für die Hochwasserentstehung hat. Off-Site-Schäden werden durch die Ablagerung (Deposition) des erodierten Materials verursacht. Wenn erodiertes Bodenmaterial bis in bebaute Bereiche gelangt, sind regelmäßig Sachschäden an Gebäuden und Infrastruktur zu beklagen (s. Foto). Aber auch Gewässer und andere Ökosystemen können durch den Sedimenteintrag, durch Nährstoffe, Humus und Agrochemikalien geschädigt werden.

Was ist im Schadensfall zu tun?

  1. Dokumentieren Sie das Schadensereignis durch Fotos und Aufzeichnungen.
  2. Informieren Sie die untere Bodenschutzbehörde im Umweltamt Dresden.
  3. Lassen Sie sich dort über bestehende Handlungsmöglichkeiten beraten.

Welche Vorschriften und Regelungen sind zu beachten?

Die Vermeidung bzw. Verminderung der Bodenerosion durch Wasser sind im Bundes-Bodenschutzgesetz (BBodSchG) und in der Bundes-Bodenschutz- und Altlastenverordnung (BBodSchV) geregelt.

Es wird zwischen Vorsorge und Gefahrenabwehr unterschieden (§§ 4, 7 BBodSchG). Grundstückseigentümer, Pächter und Nutzer eines Grundstückes sind verpflichtet, Vorsorge gegen schädliche Bodenveränderungen durch Erosion zu treffen. Die Vorsorgepflicht der Landwirte ist in den Regeln zur „Guten fachlichen Praxis“ definiert (§ 17 BBodSchG). Zur Etablierung erosionsmindernder Wirtschaftsweisen existieren zahlreiche Fördermaßnahmen. Anordnungen der unteren Bodenschutzbehörde sind nur für die Gefahrenabwehr möglich.

Welche Maßnahmen gegen Bodenerosion sind sinnvoll?

Ziel des Bodenschutzes ist es, schadenverursachende Erosion möglichst gar nicht erst entstehen zu lassen. Erosionsmindernde Maßnahmen auf den Ackerflächen (Entstehungsflächen) haben deshalb oberste Priorität. Um dort eine möglichst ganzjährige Bodenbedeckung und ein stabiles Bodengefüge zu erreichen gibt es zahlreiche Möglichkeiten (z. B. konservierende Bodenbearbeitung, Direktsaat, Vermeiden von Bodenverdichtungen, Zwischenfruchtanbau, Untersaaten, Anlage von Grünstreifen in Abflussbahnen, Anlage von Hecken oder Feldgehölzen, Umwandlung von Ackerland in Grünland usw.). Bei Fragen dazu wenden Sie sich bitte an das Sächsische Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG). Im Einzelfall kann auch ein Objektschutz durch bauliche Maßnahmen sinnvoll sein.

Welche Informationsquellen existieren zur Bodenerosion in Dresden?

Im Umweltamt Dresden werden sowohl Daten zur potenziellen Erosionsgefährdung (Standortrisiko) als auch solche von einzelnen Erosionsereignissen geführt. Das Standortrisiko von Ackerflächen wurde im Jahr 2007 mit dem Modell „Erosion 3D“ erhoben. Schadenverursachende Erosionsereignisse werden fortlaufend dokumentiert und ausgewertet. Beide Themen sind im Umweltatlas (Karte 3.11: „Potenzielle Wassererosionsgefährdung auf Ackerflächen und aktenkundige Wassererosionssysteme“) dargestellt.

Das Sächsische Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) stellt darüber hinaus in seinem Internetauftritt GIS-Daten und Handreichungen zur Erosionsgefährdung bereit.

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