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https://www.dresden.de/de/stadtraum/umwelt/gruenes-dresden/gruenanlagen-parks/alter-bienertpark.php 26.10.2017 15:44:42 Uhr 15.12.2017 11:16:36 Uhr

Alter Bienertpark

Der Entwurf des Parks stammt aus dem Jahre 1906 vom Gartenarchitekten Max Bertram (1849 - 1914), ebenso wie der „Bienertsche Garten“(1902) hinter der Villa der Familie Bienert und später auch der „Neue Bienertpark“ (1911) auf der Dölzschener Seite des Plauenschen Grundes.

Bereits im gleichen Jahr (1906) wurde der Park am Hohen Stein eingeweiht.

Erwin Bienert (1859 - 1930), Sohn des durch eine kluge, aber auch immer sozial geprägte Betriebsführung vermögend gewordenen Müllers Gottlieb Traugott Bienert (1813 - 1894), stiftete in diesem Jahr nicht nur gemeinsam mit seiner Frau Ida Bienert (1891 - 1931) die erste „Freie öffentliche Bibliothek Plauen“, sondern auch diesen Park, der als „Plauener Bienertpark“ oder „Bienertpark am Hohen Stein“ als volkstümliche Bezeichnung in die Dresdner Annalen einging. Das Areal umfasst etwa 80 000 Quadratmeter und wurde damals von Erwin Bienert mit 30.000 RM vollständig privat finanziert. Intention war, vor allem den Plauener Bürgern einen Teil des Naturraumes „zurück zu geben“, der während der explosionsartig einsetzenden Industrialisierung im Plauenschen Grund, besonders durch die Geschäftstätigkeit der Familie Bienert, mehr und mehr zurückgedrängt wurde.

Der Dölzschener Bienertpark wurde übrigens von Theodor Bienert, dem Zwillingsbruder von Erwin Bienert, gestiftet. Erwin Bienert und sein Bruder Theodor knüpften damit an das soziale Engagement ihres Vaters an.

Der Gartenarchitekt Bertram war ein bekennender Verfechter der „Lenné-Meyerschen-Schule“, die sich dadurch auszeichnete, vor allem eine idealisierte, landschaftlich geprägte Gestaltqualität erreichen zu wollen, d.h. die in der Natur vorkommende, vermeintlich willkürliche Formen- und Struktursprache künstlerisch überhöht in der Gestaltung von Freiräumen umzusetzen; das jedoch auch unter teilweiser Einbeziehung formalästhetischer Elemente. Hier jedoch gelang Bertram ein Werk, das nahezu in die naturräumlichen Gegebenheiten eingebettet zu sein scheint.

Seit den Restaurierungsarbeiten 2006 finden wir räumliche Strukturen, Sichtbeziehungen und Wegeführungen fast wieder so vor wie vor 100 Jahren. Der Park ist auch heute noch eine Anlage der Ruhe und Erholung, ohne spezifisches Spielangebot. Im Winter allerdings lädt auch der große Wiesenhang zum Spielen ein. Bei Schnee nutzen ihn Kinder und Erwachsene in großen Scharen zum Rodeln. Die Bastionen auf den Bruchwänden erlauben es, den Blick ins Tal schweifen zu lassen. Die Stadtsilhouette kann von der Bienertwiese aus oder besser noch vom höchsten Punkt der Anlage, dem 2003 wiedereröffneten Aussichtsturm auf dem Hohen Stein, genossen werden.

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