Landeshauptstadt Dresden - www.dresden.de

https://www.dresden.de/de/stadtraum/planen/stadtentwicklung/stadterneuerung/sanierung/Sanierungsg-Loschwitz.php 12.12.2016 11:20:58 Uhr 12.12.2017 18:43:29 Uhr

Abgeschlossenes Sanierungsgebiet Loschwitz

Allgemeine Daten

Gebietsgröße: 9,0 ha
Beschluss Gemeinderat: 30.April 1993
Öffentliche Bekanntmachung:

Gesamtfördermittel

7,5 Mio EUR

davon für öffentliche Vorhaben

3,8 Millionen Euro
private Vorhaben

3,3 Millionen Euro

Durchführungszeitraum:  1993 bis 2013
Einwohner (Stand 31.12.2013): 325

Lage im Projektgebiet
© Lage im Projektgebiet, Amt für Geodaten und Kataster und Stadtplanungsamt Dresden

Die Landeshauptstadt Dresden ist durch eine große städtebauliche Vielfalt geprägt. Neben dem historischen Teil des Stadtzentrums und den Gründerzeit- und Villenvierteln, sind es vor allem auch die vielen mehr oder weniger erhaltenen Siedlungskerne, die in Elbnähe und im Weichbild der Stadt den besonderen Charakter Dresdens ausmachen.

Eines der größten erhalten gebliebenen „Dörfer in der Stadt“ ist der ehemalige Winzer- und Fischerort Loschwitz. Über die Jahrhunderte mehrfach abgebrannt, vom Hochwasser der Elbe oft stark betroffen und von der baulichen Expansion der Gründerzeit in seiner Existenz bedroht, widerstand der Ort nicht zuletzt wegen seiner einmaligen Lage zwischen Hang und Fluss allen Widrigkeiten. Der letzten großen Bedrohung seiner historischen Substanz war der Dorfkern in der Zeit der DDR ausgesetzt. Fehlende materielle Voraussetzungen und eine auf Neubau setzende Planungsideologie führten bis zum Ende der 80iger Jahre des vorigen Jahrhunderts trotz privater Initiative zu schweren baulichen Schäden an vielen Gebäuden. Viele Einzeldenkmale waren zu dieser Zeit bereits ruinös und vom entgültigen Abgang bedroht.

Grade noch rechtzeitig konnte 1992 durch den vorangegangen politischen Wechsel mit Fördermitteln des Bund- Länder- Programms „Städtebauliche Erneuerung“ der weitere Verfall gestoppt werden und in der Folge große Teile des Dorfkerns in alter Schönheit erstehen. Neben den mit viel Engagement der Eigentümer sanierten privaten Bauten, wurde vor allem auch der öffentliche Bereich unter denkmalpflegerischen Gesichtspunkten auf die historischen Strukturen zurückgeführt. Gemeinbedarfseirichtungen wie das Leonardimuseum und die Alte Feuerwache als Sitz des Kunst- und Kulturvereins wurden nach den Vorgaben des Denkmalschutzes saniert und modernisiert. Der Körnerplatz wird nach jahrelanger Verödung und Verfall seinem Ruf als Gründerzeitensemble von europäischer Bedeutung wieder gerecht. In den Geschäften ist die Zeit des Leerstandes oder schnellen Inhaberwechsels vorbei. Die zum Teil über 100 Jahre alte versorgungstechnische Infrastruktur wurde komplett ausgetauscht und nach heutigen Bedürfnissen erweitert.

Nach oft langen Bauphasen, während der die Anwohner erhebliche Einschränkungen hinnehmen mußten, konnte das Stadtteilzentrum Loschwitz wieder zu einem vitalen städtebaulichem Kleinod werden. Das an Nachhaltigkeit orientierte Erneuerungskonzept ist in über 20 Jahren Sanierungstätigkeit weitestgehend umgesetzt und die alte Urbanität der Örtlichkeit wieder hergestellt.

Das Ziel mit Hilfe der Städtebauförderung wesentliche Teile der wertvoller Bausubstanz in ihrem Zusammenhang zu erhalten und durch geeignete Nutzung auch für die nächste Generation erlebbar zu machen, wurde in Loschwitz erreicht. In der Folge wurde die Sanierungssatzung und damit die Wirkung des besonderen Städtebaurechtes am 16. Januar 2014 rechtsverbindlich aufgehoben.

Das Bild zeigt das „Alte Fährgut“ in einem schlechten Zustand. Obstbäume sieht man im Vordergrund.
© Stadtplanungsamt, Altes Fährgut in der Friedrich-Wieck-Straße vor der Sanierung
Das Bild zeigt das „Alte Fährgut“ in Loschwitz nach der Sanierung. Obstbäume und eine Steinmauer sieht man im Vordergrund.
© Stadtplanungsamt, Altes Fährgut in der Friedrich-Wieck-Straße nach der Sanierung
Das abgebildete Haus in der Friedrich-Wieck-Straße 20 hat dringenden Sanierungsbedarf.
© Stadtplanungsamt, Dringender Sanierungsbedarf für das Haus Friedrich-Wieck-Straße 20
Das sanierte Haus in der Friedrich-Wieck-Straße 20 wurde in einem Ockerton angestrichen und beherbergt im Erdgeschoß ein  Cafe nach der komplexen  Sanierung.
© Stadtplanungsamt, Das Haus Friedrich-Wieck-Straße 20 nach der komplexen Sanierung.
Die abgebildeten Häuser in der Friedrich-Wieck-Straße haben einen dringenden Sanierungsbedarf.
© Stadtplanungsamt, Blick in die Friedrich-Wieck-Straße zum Körnerplatz vor der Sanierung
Die abgebildeten Häuser in der Friedrich-Wieck-Straße wurden fachmännisch saniert und bilden heute einen sehr schönen Anblick. In den Erdgeschossen sind kleine Läden nach der Sanierung eingezogen.
© Stadtplanungsamt, Blick in die Friedrich-Wieck-Straße zum Körnerplatz nach der Sanierung

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