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https://www.dresden.de/de/rathaus/stellen-ausbildung/ausbildung/gjav/news-projekte.php 06.05.2015 12:02:07 Uhr 15.12.2017 11:20:58 Uhr

Urlaubsanspruch

Ist Urlaub gleich Urlaub?

 

Als Gesamtjugend- und Auszubildendenvertretung ist es unsere Aufgabe eure Interessen zu vertreten und die Einhaltung des TVAöD zu beachten.

 

Auch in diesem Jahr sind viele unsere ausgelernten Auszubildenden in ein befristetes bzw. unbefristetes Arbeitsverhältnis in der Landeshauptstadt Dresden übernommen worden.

 

Wir sind der Auffassung, dass das Ausbildungsverhältnis und das Arbeitsverhältnis nicht vergleichbar ist, da der Ausbildungsvertrag nach dem Erhalt des Ausbildungszeugnisses erlischt. Das neue Arbeitsverhältnis bei der Landeshauptstadt Dresden wird mit der Unterschrift, unter dem Arbeitsvertrag des ehemaligen Auszubildenden bestätigt. Daher ist auch der Urlaubsanspruch unterschiedlich zu berechnen.

 

Auszubildende der Landeshauptstadt Dresden haben im Kalenderjahr einen Anspruch auf 27 Tage Erholungsurlaub laut § 9 Abs. 1 TVAöD. Dabei ist die Anwendung der Zwölfteilregelung des § 26 Abs. 2 b TVöD und die Teilurlaubsregelung des § 5 Bundesurlaubsgesetzes zu beachten. Da keiner der 3 Ausnahmefälle des § 5 Abs. 1 Bundesurlaubsgesetzes berührt wird, darf der gesetzliche Mindesturlaubsanspruch von 20 Arbeitstagen nicht gezwölftelt werden. Somit erhielten die ehemaligen Auszubildenden im 3. Ausbildungsjahr 20 Urlaubstage.

 

Nach § 26 Abs. 2 b TVöD bekommt ein neuer Beschäftigter, welcher im Laufe des Jahres in ein Arbeitsverhältnis tritt, für jeden vollen Monat ein Zwölftel seines Urlaubsanspruches. Daraus ergibt sich folgende Berechnung für uns: 29 Urlaubstage für Beschäftigte, welche das 55. Lebensjahr noch nicht vollendet haben nach § 26 Abs. 1 S. 2 TVöD durch 12 Kalendermonate * 4 verbleibende Monate. Das Ergebnis sind 9,6 Urlaubstage. Für uns ist es daher eindeutig, dass die ausgelernten Auszubildenden in diesem Jahr, laut der Rundungsregelung des § 26 Abs. 1 S. 5 TVöD i.v.m. § 5 Abs. 2 Bundesurlaubsgesetzes, vom September bis Dezember, noch volle 10 Urlaubstage bekommen.

 

Die Dienststelle teilt unsere Ansicht nicht, da Sie der Meinung ist, dass man die Auszubildenden nicht mit über 55-jährigen Angestellten vergleichen kann, welche 30 Urlaubstage bekommen.

 

Da es sich hier nicht um das Alter des ehemaligen Auszubildenden bzw. neuen Beschäftigten handelt, sondern nach der Gesetzeslage und dem Günstigkeitsprinzip verfahren werden muss, finden wir die Position der Dienststelle Ihren Auszubildenden gegenüber nicht gerechtfertigt.

 

Soweit Euch nicht der volle Urlaubsanspruch gewährt wird, müsst Ihr diesen gegenüber der Dienststelle, innerhalb des jeweiligen Urlaubsjahres (=Kalenderjahr) geltend machen. Lasst Euch eine Bestätigung geben. Der Urlaubsanspruch ist jedoch ein Einzelanspruch, der notfalls gerichtlich einklagbar ist.

 

Falls Ihr Unterstützung braucht oder Fragen zu diesem Thema habt, könnt Ihr euch vertrauensvoll an uns oder an eure Gewerkschaft wenden.

 

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