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https://www.dresden.de/de/rathaus/ortsaemter/weixdorf/c_01.php 06.05.2015 11:39:39 Uhr 15.12.2017 13:13:02 Uhr

Geschichte der Ortschaft Weixdorf

Über die Ortsteile, die Bestandteile der heutigen Ortschaft

Weixdorf sind, gibt es in der historischen Literatur die unterschiedlichsten Angaben. Keine der fünf Ortsnamen (Lausa, Friedersdorf, Weixdorf, Gomlitz, Marsdorf) sind bisher auch als Familiennamen von Kleinadligen in den Urkunden gefunden worden, womit zugleich auf den Umstand hinzuweisen ist, dass die Dörfer bereits frühzeitig im Sinne des Lehnrechts Bestandteil des Besitzes der Stadt Dresden, der hohen Geistlichkeit in Meißen oder der Burggrafen von Meißen oder Dohna waren. Selbst über die mögliche Existenz einer Wasserburg als Vorläufer der Besiedlung gibt es keine stichhaltigen Beweise. So können zunächst nur die ersten urkundlichen Erwähnungen etwas über die Existenz der Dörfer aussagen. Lausa, Friedersdorf, Weixdorf und Marsdorf werden 1350 urkundlich fassbar, Gomlitz als Komenicz 1378. die Jahreszahl 136 für die Lausaer Kirche ist urkundlich gesehen nicht haltbar, da diese Urkunde nicht mehr existiert. Beim Errichten des Bistumsmatrikreis von 1495 wurde vermutlich auf eine solche frühe Urkunde zurückgegriffen. Fest steht, dass im Zuge der so genannten Hochkolonisation zwischen 1180 und 1220, die Dörfer „in der Lausse“ entstanden sind. Bis in das 16. Jahrhundert hält sich in den Urkunden eher der landschaftliche Name als die Einzelnamen der Gemarkungen. Eine Ausnahme bildet Maroldisdorf, so der Name von Marsdorf bis etwa 1445. Dieser Ort gehört von Anfang an zur Vogtei Großenhain, sodass auch noch Amtsgrenzen in der heutigen Ortschaft Weixdorf eine Rolle spielen. Erst nach 1500 kommt Marsdorf zum Amt Dresden, dem die anderen Orte schon länger angehören, Lausa seit 1445. Im 18. und 19. Jahrhundert entwickeln sich in allen Weixdorfer Ortsteilen, außer Marsdorf, zunehmend landwirtschaftliche Nebenerwerbsbetriebe und das Handwerk und Gewerbe. Vor allem Angehörige des Bauhandwerks, des Leinewebergewerbes und des Gebrauchshandwerks für die Lebensmittel- und bekleidungsindustrie siedeln sich auch neu an. Die Einwohnerzahl verdoppelt sich, neue Gebiete werden zu Wohnzwecken erschlossen. Sind es zunächst noch kleine Häusleranwesen auf freien Stücken in den Dörfern, wird 1917 mit der Siedlung Fuchsberg und nach 1919 mit dem Siedlungsgebiet Teichstraße neues Terrain erschlossen. Maßgeblich dazu beigetragen hatte die verkehrsmäßige Anbindung durch die Klotzscher – Königsbrücker Sekundärbahn 1884 und die Weiterführung der Dresdner Straßenbahn im Jahre 1930. Das Anwachsen der Bevölkerung führte zur erneuten grundlegenden Veränderung in der Bevölkerungsstruktur. Das nahe Klotzscher und Dresdner Industriegebiet bot reichlich Arbeitsplätze, bis zu 80 % der erwerbstätigen Wohnbevölkerung pendelte zwischen dem Wohn- und Arbeitsort. 1902 wurde der neue Schulbus, 1928 das Rathaus mit Sparkasse eingeweiht, 1938 erhielt Weixdorf sein Kino. Neue Gaststätten entstanden, alte wurden modernisiert. Ein rühriger Ortsverein bemüht sich um die Anhebung der Attraktivität der Orte. Auch verwaltungsmäßig musste man der Zeit Tribut zollen, bereits seit 1879 waren Lausa und Friedersdorf eine gemeinsame politische Gemeinde. 1914 vereinigte sich mit dieser genannten Gemeinde Weixdorf Gomlitz zu „Lausa“, dass dann über die Benennung „Lausa-Weixdorf“ seit 1938 den Namen Weixdorf annahm. Seit 1965 gehört Marsdorf als fünfte Gemeinde dazu. Mit dem Ausbau des Flughafens Dresden- Klotzsche kamen nicht nur Flächen von Weixdorf an den neuen Großbau, der Ort wurde zum Nachbar und der Einflugschneise des modernen Verkehrsmittels. Dies führte jedoch nicht zum Abbruch der Entwicklung, denn nicht nur die neuen Arbeitsplätze im nahen Flughafen und dem sich entwickelnden Gewerbegebiet, sorgten für neue Möglichkeiten. Zeitgleich entstanden neue Gewerbe- und Handelsformen im Ort, zugleich sorgte ein kommunal-politisch nach vorn orientiertes Herangehen für eine gewisse Attraktivität. Weixdorfer Geschichte seit seinen frühesten Anfängen zeigt, dass die Geschichte einer Region offen ist und immer wieder neue Möglichkeiten in sich birgt. Die Weixdorfer können davon auch in der Zukunft nur profitieren.

Autor: Hans-Werner Gebauer

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